24. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum - 2012


Urban Mining – Edelmetalle in der Stadt
Dr. Christian HagelĂĽken
Die sichere Versorgung mit den fur Hi-Tech-Anwendungen essentiellen Edel- und Sondermetallen wird als zunehmend kritisch fur die europaische Volkswirtschaft angesehen. Altprodukte bilden eine wichtige Rohstoffquelle fur diese Metalle, die durch ein umfassendes Recycling erschlossen werden kann. Hierfur reichen allerdings die bestehenden, auf Massenstrome ausgelegten Recyclingansatze nicht aus, es gilt statt dessen hocheffiziente Prozessketten zu entwickeln, die mit hohen Ausbeuten auch die nur in Spuren enthaltenen „Technologiemetalle“ gewinnen. Neben innovativen Recyclingprozessen sind hier die Auslegung des Gesamtsystems und die Vermeidung von unkontrollierten Abflussen entscheidend. Hier bestehen erhebliche Defizite und die derzeitigen grosen Metallverluste konnen nur durch eine systemische Optimierung entlang der Wertschopfungskette vermieden werden.
Weiterentwicklung der kommunalen Abfall- und Wertstoffwirtschaft nach dem KrWG
Kornelia HĂĽtter
Öffentlich-rechtliche Entsorger (örE) wie der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) waren und sind schon immer die tragende Säule für die Vorreiterrolle Deutschlands in Europa hinsichtlich einer fortschrittlichen Abfallwirtschaft und einer bespielhaften Recyclingquote. Die Herausforderungen an die kommunale Abfallwirtschaft ist einer zunehmenden Dynamik unterworfen u. a. durch technischen Fortschritt, demografische Entwicklung und gesetzliche Änderungen wie das KrWG. aha stellt seine Position zum KrWG dar und führt Pilotprojekte auf, mit denen aha seine Position im Markt und Wettbewerb auch nach dem KrWG behaupten und festigen kann.
KrWG und Bioabfallverordnung – Konsequenzen für die Bioabfallerfassung und -behandlung
RDir Dr. Claus-Gerhard Bergs
In den kommenden Jahren werden sich erneut wesentliche Änderungen der rechtlichen Anforderungen an die Verwertung von Bioabfällen ergeben. Nach Abschluss der derzeit laufenden Novelle der Bioabfallverordnung ist zu überprüfen, inwiefern die Vorgaben des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes zur verstärkten stofflichen Verwertung in Verbindung mit der durch § 11 Abs. 1 normierten Pflicht zur Getrennterfassung von Bioabfällen rechtlich in einer neuerlich überarbeiteten Bioabfallverordnung umzusetzen sind.
Konsequenzen der novellierten Bioabfallverordnung fĂĽr die biologische Abfallbehandlung
Dr. Bertram Kehres
Die Novelle der Bioabfallverordnung wird für die biologische Abfallbehandlung verschiedene Veränderungen mit sich bringen, auf die sich Betreiber von Kompostierungs- und von Vergärungsanlagen einzustellen haben. Auf die wesentlichen Änderungen wird in diesem Beitrag eingegangen. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Beitrages ist allerdings noch nicht vollständig bekannt, wie der Bundesrat – voraussichtlich Ende März 2012 – über die Novelle abschließend entscheiden wird.
Optimierung der Verwertung organischer Abfälle – Ergebnisse der neuen Ökobilanzstudie
Dipl.-Geogr. Florian Knappe, Dipl.-Ing. Regine Vogt
Mit einem Forschungsprojekt für das Umweltbundesamt (FKZ 3709 33 340) sollten die Auswirkungen von Kompostgaben auf Ackerflächen näher analysiert und in einer Form beschrieben werden, die eine Einbindung über Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften von Ökobilanzen ermöglichen. Dies ist zwar nicht in allen Fällen gelungen.
Was kann die Abfallwirtschaft zur Energiewende 2022 beitragen?
Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich, Hon. Prof. Dr.-Ing. Matthias Franke, Prof. Dr. Mario Mocker, Dipl.-Ing. Stephanie Pfeifer
Deutschland hat sich im Rahmen des Integrierten Energie- und Klimaschutzprogramms das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um insgesamt 40 % gegenĂĽber dem Niveau von 1990 zu senken. Bis zum Jahr 2050 sollen die Emissionen gesamtgesellschaftlich sogar um 80 % bis 95 % gegenĂĽber dem Niveau von 1990 reduziert werden.
Perspektiven der Entsorgungs- und Rohstoffwirtschaft in Deutschland
Peter Kurth
Auch ein schlechtes Kreislaufwirtschaftsgesetz wird nicht in der Lage sein, die Perspektiven der deutschen Entsorgungs-, Kreislauf- und Rohstoffwirtschaft dauerhaft einzutrĂĽben. Dass dieses Kreislaufwirtschaftsgesetz alles andere als ein groĂźer Wurf geworden ist, ist inzwischen vermutlich allen klar, die sich in den vergangenen Jahren ernsthaft mit dieser Thematik befasst haben.
Das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz – Chancen und Perspektiven für die kommunale und private Abfall- und Ressourcenwirtschaft Statements
Vera Gäde-Butzlaff
Modifiziertes Gesetz stellt in Bezug auf Regelungen zur Zulässigkeit gewerblicher Sammlungen deutliche Verbesserung gegenüber dem bisherigen Regierungsentwurf dar Kritik der Mehrheit der Bundesländer an Ausgestaltung der Gleichwertigkeitsklausel ist berücksichtigt worden, dennoch erschweren zahlreiche offene Rechtsbegriffe den Vollzug Fragwürdige Protokollerklärung der Bundesregierung, Wirkungen werden nach einem Jahr kaum zu evaluieren sein, Europarecht überlässt die Ausgestaltung von Aufgaben der Daseinsvorsorge den Mitgliedstaaten und gibt keine Vorgaben zur Privatisierung Positiv:
Kommunale Umsetzung des KrWG –Konsequenzen für einen Landkreis
Susanne Selbert
Mit der weitgehenden energetischen Nutzung der Bioabfälle und der 100%igen Verwertung der Restabfälle werden im Landkreis Kassel die Ansprüche des KrWG auch ohne zusätzliche Wertstofftonne bereits heute weit übertroffen. Eigene Versuche zeigen, dass die gemeinsame Sammlung von Restabfällen und Leichtverpackungen über eine „Graue Wertstofftonne“ mit nachfolgender Sortierung aufgrund der positiven Rahmenbedingungen im Landkreis Kassel sehr gut möglich ist. Die Ziele der Bundesregierung zur Erhöhung der Wertstoffsammlung können so deutlich übertroffen werden. Daher müssen Verwertungsziele maßgebend sein und nicht ein vorgegebenes Sammelsystem.
Das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz – Chancen und Perspektiven für die Sekundärrohstoffwirtschaft
Burkhard Landers
Der letzte Schlusspunkt ist nach zähem Ringen um einzelne Formulierungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) mit dem Beschluss des Vermittlungsausschusses am 8. Februar 2012 und mit der anschließenden Zustimmung des Deutschen Bundestages sowie des Bundesrates gesetzt worden. Damit sind seit dem ersten Arbeitsentwurf des Bundesumweltministeriums für die Novellierung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallrechts mehr als zwei Jahre vergangen und es bedarf keiner hellseherischen Fähigkeiten um zu vorherzusagen, dass die Auseinandersetzung über einzelne Bestimmungen und nachrangige Verordnungen des Gesetzes vor Gericht und in der Politik noch lange nicht ihren Abschluss gefunden hat.
Eckpunkte des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes
Ministerialrat Dr. Frank Petersen
Mit dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) wird die EU-Abfallrahmenrichtlinie (Richtlinie 2008/98/EG, AbfRRL) in deutsches Recht umgesetzt und das bestehende deutsche Abfallrecht umfassend modernisiert. Ziel des neuen Gesetzes ist eine nachhaltige Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes sowie der Ressourceneffizienz in der Abfallwirtschaft durch Stärkung der Abfallvermeidung und des Recyclings von Abfällen. Gleichzeitig soll durch die Übernahme EU-rechtlicher Begriffe und Definitionen sowie die Präzisierung zentraler Regelungen die praktikable und rechtssichere Anwendung des Gesetzes erleichtert werden. Zudem werden unnötige Bürokratielasten abgebaut und verschiedene Regelungen vollzugstauglicher ausgestaltet.
Braucht die MBA eine Deponie?
Dipl.-Ing. Burkart Schulte
Bei der bisherigen Abfallentsorgung mittels einer MBA (mechanisch-biologische Abfallbehandlung) wird immer noch ein interessanter Wertstoffanteil mit dem Deponat auf der der Deponie abgelagert. Je nach Qualität der Vorbehandlung sind dies alleine vom Energieinhalt des Eingangsmaterials ca. 10–20 %. Um auch diesen Anteil zu verwerten, sind aktuell einige MBA-Betreiber dabei, ihre Verfahren entsprechend umzustellen. Erste Ergebnisse zeigen, dass dies auch noch zu Kosteneinsparungen führen kann.
Emissionsmindernde Maßnahmen bei Bioabfallvergärungsanlagen
Dipl.-Ing. Thomas Raussen, Dipl.-Ing. Ulla Koj, Dipl.-Biol. Werner Sprick, M.Sc.agr Auke Lootsma
Die biologischen Prozesse einer integrierten Bioabfallvergärungs- und Kompostierungsanlage sind, wie viele andere biologische Prozesse auch, mit gasförmigen Emissionen verbunden. Anlagenplaner und Betreiber haben aber vielfältige Möglichkeiten, den schädlichen Anteil dieser Emissionen deutlich zu minimieren. Die frühzeitige Optimierung der Planungen in den Bereichen Stoffstrommanagement, bauliche und verfahrenstechnische Maßnahmen sowie betrieblicher Abläufe besitzt dabei besondere Bedeutung. Wichtige Handlungsfelder werden in diesem Beitrag übersichtsartig dargestellt und in ihrer Relevanz diskutiert.
Perspektiven der stofflichen und energetischen Verwertung von Abfallbiomasse
Prof. Dr. Michael Nelles, Prof. Dr.-Ing. Frank Scholwin, Prof. Dr.-Ing. Christina Dornack, Dr. Gert Morscheck
Das Ablagerungsverbot für nicht vorbehandelte Abfälle aus dem Jahr 1993 gab einen deutlichen Impuls, gezielt Abfallbiomasse in die Nutzung und damit in den Stoffkreislauf zurück zu bringen. Die konzentrierte Förderung der Nutzung von Biomasse als erneuerbarem Energieträger hat insbesondere zu einer stärkeren energetischen Nutzung geführt, wobei sich auch die stoffliche Nutzung positiv entwickelt hat. Möglichkeiten der stofflichen und energetischen Verwertung von Abfallbiomasse werden erläutert, Probleme und Nutzungsvarianten vorgestellt. Änderungen vor allem im Kreislaufwirtschaftsgesetz, aber auch im EEG werden die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger und die Entsorger in Zukunft zwingen, organische Abfälle noch stärker zu erfassen und zu verwerten.
Energetische Verwertung von holzigen Grünabfällen und Resthölzern nach dem neuen EEG
Anemon Strohmeyer
Das EEG hat entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Anlagenparks der Biomassekraftwerke. Die Veränderung der Märkte für holzartige Grünabfälle und Resthölzer führte dazu, dass die Anreize und Impulse des EEG überprüft und angepasst werden mussten. Das EEG 2012 nimmt insoweit wichtige Systemkorrekturen vor. Unter der Geltung des neuen EEG ist daher davon auszugehen, dass der Anlagenpark langsamer wachsen und der Nutzungsdruck auf holzartige Biomasse nicht weiter ansteigen wird. Denn die energetische Verwertung von holzartigen Grünabfällen und Resthölzern steht bereits heute unter erheblichem Konkurrenzdruck durch die stoffliche Verwertung der geeigneten Qualitäten und durch konventionelle Kraftwerke, die an dem CO2-neutral verbrennenden Wertstoff interessiert sind.
Die neue Kompostierungs- und Vergärungsanlage Würselen
Karl Rambadt
Die AWA Entsorgung GmbH betreibt seit 1995 eine Kompostierungsanlage zur Verarbeitung von Bioabfällen. Seit Anfang Januar 2012 wurde die Anlage um eine Vergärungsstufe nach dem KOMPOFERM-System der Firma Eggersmann erweitert. Damit steigt die Kapazität von bisher ca. 11.000 Tonnen auf eine Durchsatzleistung von < 30.000 Tonnen. Insgesamt hat die AWA Entsorgung GmbH über den Gesellschaftseigner, den Zweckverband Entsorgungsregion West, einen Zugriff auf ca. 62.000 Tonnen Bioabfälle pro Jahr.
Biovergärungsanlage Backnang-Neuschöntal
Gerald Balthasar
Die Anforderungen an die Abfallwirtschaft haben sich in den letzten Jahren vom reinen Entsorgen fortentwickelt zu einer Kreislauf- und Energiewirtschaft. Künftig gilt es auch immer mehr im Abfallbereich, die global knapper werdenden Ressourcen zu schonen und durch Nutzung energetischer Potenziale aus Abfällen einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
WTT – Aktuelle Entwicklungen im Bereich der Vergärungstechnologie
M.Sc. Cornelis Stelwagen
Durch die Errichtung und Ausstattung zahlreicher Anlagen zur biologischen und mechanischen Behandlung von Abfällen besitzt WTT substanzielles Know-how auf dem Markt. In den letzten Jahren hat WTT viel Erfahrung in dem Bereich Vergärung gewonnen. 2011 wurde die WTT-Trockenvergärungsanlage in Wiefels in Betrieb genommen. Im Rahmen des Vortrags wird die Referenzanlage in Wiefels vorgestellt. In dieser Anlage wird die organische Feinfraktion des Restabfalls behandelt. Diese Anlage stellt eine Erweiterung der vorhandenen biologischen Aufbereitung und eine weitere Optimierung des Gesamtkonzeptes der MBA dar. Unsere Erfahrungen und Erkenntnisse sowie die Integrationsvorteile werden kurz vorgestellt.
Flexibilität – zentrale Anforderung zur Sicherung der langfristigen Wirtschaftlichkeit einer Abfallvergärungsanlage
Harry Wiljan, Rita Nimmrichter, Stephan Schulte
Die Flexibilität einer Abfallvergärungsanlage nicht nur bezüglich einer schwankenden Abfallzusammensetzung, sondern auch hinsichtlich der Behandlung zusätzlicher, zum Teil unterschiedlichster Abfallströme, hat eine zentrale Bedeutung nicht nur für die Prozessstabilität, sondern auch für die langfristige Wirtschaftlichkeit der Anlage. In diesem Beitrag wird diese Anforderung an Anlagen kurz beleuchtet. Anschließend wird anhand einiger aktueller Beispiele die Flexibilität hervorgehoben, welche durch den BTA® Prozess als Nassvergärung mit hocheffizienter Störstoffabtrennung vorab gewährleistet wird.
Bioabfall-Vergärungsanlagen kleiner und mittlerer Durchsatzleistungen
Thomas SchlĂĽter
Seit 2003 ist die Eisenmann Anlagenbau GmbH & Co. KG auf dem Markt für Biogasanlagen aktiv und hat bis jetzt etwa 90 Biogasanlagen mit horizontalem Hauptfermenter verkauft. Stand zu Beginn der Bau von landwirtschaftlichen Biogasanlagen im Vordergrund, ist dem Unternehmen inzwischen auch der Einstieg in den Bioabfallsektor gelungen. So hat Eisenmann während der letzten drei Jahre die Unternehmensaktivitäten erfolgreich um Bioabfall-Vergärungsanlagen erweitert werden.
Die Vergärungstechnologie bei der biologischen Abfallbehandlung
Dipl.-Ing. Torsten Baumann
Die anaerobe Behandlung von organischen Abfällen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Entsorgungsaufgabe mit der Erzeugung von Energie zu verbinden wird dabei zunehmend akzeptiert. Vergärungsverfahren lagen dabei lange Zeit im wirtschaftlichen Wettbewerb zur Kompostierung von nativ-organischen Abfällen. Anaerobe Verfahren sind technisch aufwendiger, haben jedoch gegenüber der Kompostierung deutliche Vorteile. Sie arbeiten bezüglich der CO2-Emissionen klimaneutral. Dies unterstützt die Vorgabe der Bundesregierung bis 2020 die treibhausrelevanten Gase gegenüber 1990 um 40 % zu reduzieren sowie bis 2020 35 % der Stromversorgung durch erneuerbare Energien bereitzustellen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat seit 2004 die Etablierung und Weiterentwicklung der Vergärungstechnologie dabei wesentlich geprägt.
Aktuelle Entwicklungen bei Axpo Kompogas
Rene Leisner
Ökologische und ökonomische Aspekte sprechen dafür, dass der Bioabfall der stofflichen Verwertung wie auch der energetischen Nutzung in Form von Biogas zugeführt wird. Der hohe Gasertrag ist ein entscheidender Faktor beim wirtschaftlichen Betrieb von Vergärungsanlagen. Es zahlt sich im wahrsten Sinne des Wortes aus, wenn am Schluss der Vergärung das höchst mögliche Maß an Biogas entzogen und energetisch genutzt werden kann. Der vollautomatisierte Prozess des Kompogas- Verfahrens von der spezifischen Vorbereitung des Materials über den kontrollierten Eintrag, die konstante Betriebstemperatur, die konsequente Durchmischung bis hin zur Impfleitung garantiert den besagten, hohen Gasertrag.
Neue Entwicklungen des KOMPOFERM®-Systems: Schwachgasmanagement, SMARTFERM, Doppelmembrandach
Dr.-Ing. Sandra Striewski
Als mesophiles Batchverfahren hat sich das KOMPOFERM®- Trockenvergärungsverfahren zur Erzeugung von Biogas aus fester Biomasse am Markt etabliert. Das System wird stetig weiterentwickelt, um die Wirtschaftlichkeit wie auch den Emissions- und Umweltschutz der Anlagen zu verbessern. Die Optimierungen des KOMPOFERM®-Systems werden in diesem Artikel erläutert und Beispiele für deren praktische Umsetzung gegeben, wie die thermophile Prozessführung des Systems, das KOMPOFERM®-Doppelmembrandach zur optimalen Gasnutzung und Reduzierung von Schwachgas, das KOMPOFERM®plus-Verfahren mit einem Perkolatfermenter unterhalb der Fermentertunnel, das automatische Eintragsgerät für Rotte- und/oder Fermentertunnel sowie SMARTFERM, das Trockenfermentationsmodul für Anlagen bis 4.000 Mg Input.
Weiterentwicklung der BEKON-Trockenfermentation ermöglicht die Hygienisierung der Substrate gemäß BioAbfV im Fermenter
Dr. Rolf Liebeneiner, Dipl.-Phys. Ing. (FH) Peter Lutz
Im Entwurf zur Novellierung der BioAbfV (BMU, 2011) wurden die erforderlichen Temperaturen und Verweilzeiten zur Sicherstellung der Hygienisierung der Substrate für die thermophile Vergärung überarbeitet. Grundlage hierfür waren unter anderem sowohl neue und geänderte rechtlicher Vorschriften des EU-Rechts über die tierischen Nebenprodukte und des Düngerechts, als auch Praxiserfahrungen seit Inkrafttreten der Verordnung und neue Forschungsergebnisse zur Hygienisierung von Bioabfällen.
Verringerung von Lebensmittelabfällen – Identifikation und Handlungsoptionen
Prof. Dr. oec.troph. Guido Ritter, Prof. Dr. rer. pol. Petra Teitscheid, M.Sc. oecotroph. Christine Göbel, B.Sc.Oecotroph. Silke Friedrich, Dipl.-Oecotroph. Antonia Blumenthal
Die Weltbevölkerung wächst und viele Menschen hungern. Vor diesem Hintergrund wird in der Öffentlichkeit zunehmend kritisch diskutiert, dass ein beachtlicher Teil aller Lebensmittel weltweit auf dem Weg vom Acker bis zum Teller vernichtet werden. Das Forschungsprojekt Verringerung von Lebensmittelabfällen – Identifikation von Ursachen und Handlungsoptionen in NRW (Zeitrahmen: 9/2011 bis 2/2012) im Auftrag des MKULNV NRW gibt Aufschluss über Ursachen und Auswirkungen der Vernichtung von Lebensmitteln in NRW. Es werden Handlungsoptionen zur Unterstützung politischer Entscheidungsträger in NRW und der Teilnehmer des Runden Tisches „Neue Wertschätzung für Lebensmittel“ bei der Entwicklung von Maßnahmen im Thema „Reduktion der Lebensmittelabfälle“ dargestellt.
Weiterentwicklung der Trockenvergärungstechnologie innerhalb der Viessmann Gruppe
Dipl.-Wirt.-Ing Tobias Ziereis
Durch den Erwerb der Schmack Biogas GmbH zu Beginn 2010 konnte der Bereich Biogas innerhalb der Viessmann Group weiter ausgebaut werden. Neben der Firma BIOFerm im Bereich der Trockenvergärung konnten dadurch zusätzliche Kompetenzen im Bereich der Nassvergärung sowie Gasaufbereitung (CARBOTECH GmbH, ebenfalls Viessmann Group) aufgebaut werden. Somit ist man der einzige Komplettanbieter am Biogasmarkt, da durch die Firma ESS auch Blockheizkraftwerke aus dem Hause Viessmann stammen. Durch die Zusammenführung der beiden Kompetenzmarken BIOFerm und Schmack Biogas am Standort Schwandorf ergeben sich vielseitige Vorteile, vor allem für die BIOFerm GmbH.
GreenCook – EU-Modellprojekt zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen im Haushalt
Annette Ponton, Dipl.Ing. Sebastian Ludwig
Die Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg (AVL) untersucht im Rahmen des EU-Projekts GreenCook die Hintergründe und Ursachen für Lebensmittelabfälle in Privathaushalten. Das Ziel ist zusammen mit den Projektpartnern eine Strategie zur langfristigen Reduktion der Lebensmittelabfälle im EU-Gebiet zu erarbeiten. Die Projektteilnehmer forschen dabei auf unterschiedlichen Teilbereichen (Haushalte, Kantinen, Supermärkte, Restaurants). Neben der Erfassung von Daten ist die Öffentlichkeitsarbeit und das Einbinden der Politik ein wichtiges Ziel des Projekts. In zwei Haushaltsuntersuchungen erforscht die AVL die Gründe der Lebensmittelverschwendung in privaten Haushalten sowie Möglichkeiten der Abfallvermeidung jeweils über einen Zeitraum von drei Monaten.
Aktuelle Entwicklungen der Helector Trockenfermentation
Dr.-Ing. Gunnar Ziehmann
Im Jahr 2008 hat die Helector GmbH das Loock TNS®-Verfahren als Technologieträger erworben und das Ingenieurbüro Loock Biogassysteme übernommen. Seither errichtet die Helector GmbH Trockenfermentationsanlagen als Generalunternehmer. Hierbei wird die über 20-jährige Erfahrung mit dem Loock TNS®-Verfahren genutzt und das System mit Nachdruck stetig weiterentwickelt.
Aufkommen von Lebensmittelabfällen in Deutschland
Dipl.-Ing. Gerold Hafner, o. Prof. Dr.-Ing. Martin Kranert, Jakob Barabosz
An der Universität Stuttgart wurde im Jahr 2011 das Aufkommen von Lebensmittelabfällen in Deutschland untersucht. Bis dato lagen keine wissenschaftlich abgesicherten Daten vor. Aufbauend auf Studien aus dem Ausland, Expertengesprächen sowie eigenen Erhebungen wurden die Mengen im Rahmen einer Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) abgeschätzt. Betrachtet wurden die folgenden Prozesse der Lebensmittelkette: Lebensmittelverarbeitung, Handel, Groß- und Endverbraucher. Für die Reduzierung des Lebensmittelabfallaufkommens wurden darüber hinaus geeignete Maßnahmen recherchiert und bewertet, um Strategien für Deutschland zu entwickeln.
Praxiserfahrungen zum Abbau kompostierbarer Bioabfallsäcke auf verschiedenen Kompostierungsanlagen in Deutschland
Andreas Ziermann, Bettina Schmidt
Ziel der vorliegenden Studie war es, herauszufinden, wie schnell kompostierbare Bioabfallsäcke unter Praxisbedingungen in verschiedenen Kompost- und Vergärungsanlagentypen abgebaut werden. Zum einen bestehen teilweise große verfahrenstechnische Unterschiede zwischen den Anlagentypen, zum anderen sind die Rottezeiten in der Praxis zum Teil wesentlich kürzer, als die in der DIN EN 13432 und DIN EN 14995 geforderten zwölf Wochen. Für die Studie wurden Anlagentypen ausgewählt, die für die Verwertung von Bioabfällen in Deutschland praxisrelevant sind.
Bioabbaubare Kunststoffe – ein Beitrag zur Förderung der Kompostierung in Deutschland
Jens Hamprecht
Bis zu 80 % der Bürger in Deutschland verwenden bisher Zeitung zum Sammeln von Bioabfällen, selbst wenn es unhygienisch ist und die Zeitung leicht durchweicht1. Und das ist nur einer von vielen Beweisen für die hohe Bereitschaft der Deutschen zur Abfalltrennung und damit zur Ressourcenschonung. Kein Wunder also, dass in Deutschland auch die Bioabfalltrennung und Kompostierung im Vergleich zu anderen Ländern sehr weit entwickelt ist. Trotzdem ist das Potenzial noch bei weitem nicht ausgeschöpft. Mit Hilfe von bioabbaubaren Kunststoffen kann den Bürgern eine hygienischere Sammlung von Bioabfall ermöglicht werden.
Einsatz von biologisch abbaubaren Kunststoffen in der Kompostwirtschaft – Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Praxisversuch im Landkreis Bad Dürkheim
Klaus Pabst
Für die Entsorgung des Bioabfalls erhielten rund 65.000 Haushalte aus dem Landkreis Bad Dürkheim je zehn Biomülltüten aus dem kompostierbaren BASF-Kunststoff Ecovio® FS. Die in diesen Ecovio®-Tüten gesammelten Bioabfälle wurden im Biokompostwerk zu Kompost verarbeitet. Nach dem Kompostierungsprozess konnten keine Reste der Ecovio®-Folien mehr in der Rotte gefunden werden und sie wurden vollständig biologisch abgebaut. Durch den Einsatz dieser Tüten wurden weder die Kompostqualität noch die Arbeitsabläufe im Biokompostwerk beeinträchtigt. Eine Erhöhung der Sortierreste war nicht festzustellen. Im Rahmen einer Kundenbefragung äußerten sich rund 90 % zufrieden mit dem Einsatz dieser Biomülltüten.
Stand und Perspektiven der kommunalen Elektro- und Elektronikschrotterfassung
Dr. Achim W. Schröter
Die kommunalen Abfallwirtschaftsbetriebe haben mit ihren Annahmestellen für Elektround Elektronikaltgeräte in den vergangenen rund sechs Jahren seit Inkrafttreten des Elektro- und Elektronikaltgerätegesetzes (ElektroG) in Deutschland mit großem Aufwand für einen weitgehend störungsfreien Anlieferbetrieb für den Bürger gesorgt. Die Novelle der WEEE-Richtlinie führt im Rahmen der nationalen Umsetzung zu einer Überarbeitung des ElektroG in den nächsten zwei Jahren, wobei darauf geachtet werden muss, dass die erarbeiteten Standards in der bürgernahen Wertstofflogistik und bei der Verwertung der eingesammelten Elektroaltgeräte erhalten bleiben. Eine weiter gehende Produktverantwortung der Hersteller ist dabei einzufordern. Zum Schutz von Ressourcen und Umwelt ist eine verantwortliche Beteiligung der Kommunen unerlässlich.
E-Schrott in der Wertstofftonne? – Effizienz der Sortiertechnik für Wertstoffgemische mit E-Schrott
Prof. Dr.-Ing. Thomas Pretz, Dipl.-Ing. Andrea Garth
Eine großtechnische mechanische Aufbereitung von Abfällen mit dem Ziel der Gewinnung sekundärer Rohstoffe aus anthropogenen Quellen wird in Europa seit ca. 40 Jahren durchgeführt. Die Anfänge der Entwicklung sahen eine Aufbereitung von rohem Siedlungsabfall vor, in dem die zur Verwertung bestimmten „Wertstoffe“ in vergleichsweise niedrigen Konzentrationen im einstelligen Prozentbereich enthalten waren.
Rechtsrahmen fĂĽr die gewerbliche Sammlung und die Wertstofftonne aus Sicht der privaten Entsorgungswirtschaft
Dr. Andreas Kersting
Die letzten Wochen und Monate des Gesetzgebungsverfahrens zum neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz wurden durch eine Diskussion über den rechtlichen Rahmen für die gewerbliche Sammlung und die Wertstofftonne bestimmt. Sowohl die kommunale als auch die private Entsorgungswirtschaft haben mit verschiedenen Argumenten versucht, den neuen gesetzlichen Rahmen so zu gestalten, dass ihre jeweiligen Interessen Berücksichtigung finden. Der Bundesrat hat nunmehr in seiner 892. Sitzung am 10. Februar 2012 beschlossen, dem vom Deutschen Bundestag am 28. Oktober 2011 und 9. Februar 2012 verabschiedeten Gesetz gemäß Artikel 84 Absatz 1 Satz 5 und 6 des Grundgesetzes zuzustimmen.
E-Schrottrecycling in Deutschland – Stoffströme, Technik, Kosten
Prof. Dr.-Ing. Kerstin Kuchta
Mit der zunehmenden Diskussion um knappe metallische Rohstoffe, steigt das akademische und industrielle Interesse an der Erfassung und Verwertung von Elektronikaltgeräten. Die Elektroaltgeräte enthalten viele der als kritisch eingestuften metallischen Rohstoffe in einer höheren Konzentration als die natürlichen Vorkommen und sind gleichzeitig der am stärksten zunehmende Abfallstrom in Europa. Im Folgenden werden das Mengenpotenzial, die Funktion und der Gehalt seltener Metalle an den Beispielen Haushaltskleingeräten und Neodym erläutert. Abschließend folgt ein Kurzüberblick zum Stand der Aufbereitungstechnik mit dem Schwerpunkt Energiebedarf und den Rohstoffkosten.
Rechtsrahmen für die gewerbliche Sammlung und die Wertstofftonne – aus Sicht der kommunalen Entsorgungswirtschaft
RA Hartmut Gaßner, Dr. jur. Holger Thärichen
Die „gewerbliche Sammlung“ von Haushaltsabfällen zur Verwertung war das zentrale Konfliktthema des nunmehr abgeschlossenen Gesetzgebungsverfahrens für ein neues Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG). Nachdem der Bundestag am 28.10.2011 – nach einer Verständigung mit den kommunalen Spitzenverbänden und dem VKU – eine gegenüber dem ursprünglichen Gesetzesentwurf der Bundesregierung bereits deutlich kommunalfreundlichere Regelung verabschiedet hatte, haben die Kommunen im nachfolgenden Vermittlungsverfahren weitere Verbesserungen ihrer Rechtsposition erreichen können.
Wertstoffe im Hausmüll – Potenziale für die Wertstofftonne
Dr.-Ing. Michael Kern
Ein Großteil der über die Restabfallbehälter entsorgten Abfälle könnte, zumindest theoretisch, einer Verwertung zugeführt werden, zumal in der Regel die hierfür erforderlichen Wertstofferfassungssysteme schon vorhanden sind. Zusammenfassend ist in Abbildung 1 das im Restabfall enthaltene Wertstoffpotenzial dargestellt. In der Summe belief sich dieses Wertstoffpotenzial (trockene Wertstoffe (verwertbare PPK, Glas, LVP sowie stoffgleiche Nichtverpackungen) und Bioabfälle) auf über 60 Gew.-% des Restabfalls. Bioabfälle im Restabfall, insbesondere von Eigenkompostierern, könnten durch eine konsequente Aufstellung von Biotonnen erfasst werden. Für eine Einführung, Ausweitung und Intensivierung der Bioabfallsammlung durch Erhöhung der Anschlussquote sind durchaus noch Spielräume auf kommunaler Ebene vorhanden. Mit der Umsetzung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und der Pflicht der Getrenntsammlung von Bioabfällen ab 2015 sowie der Einführung einer Wertstofftonne wird man dem Ziel einer Recyclinggesellschaft ein Stück näher kommen.
Die Realität der Wertstofftonne aus kommunaler Sicht
Walter Hartwig
Der Beitrag der geplanten Wertstofftonne zu einer ökologischen Kreislaufwirtschaft und zur Schonung der Rohstoffressourcen ist bei Betrachtung der erwarteten Stoffströme und der aktuellen Recyclingbilanz des „Grünen Punkts“ verschwindend gering. Sie rechtfertigt keine Abschaffung etablierter Sammelsysteme und weit reichende gesetzgeberische Maßnahmen. Auch die Vereinfachung für den Bürger ist eher zweifelhaft. Wenn überhaupt, sollte das künftige Entsorgungssystem möglichst einfach und transparent sein.
Aktuelle Modelle, Organisations- und Finanzierungsformen der Wertstofferfassung in Deutschland
Agnes Bünemann, Dr.-Ing. Stephan Löhle
Die Einführung der Wertstofftonne ist ein zentrales abfallwirtschaftliches Projekt der Bundesregierung. Die Organisation und Finanzierung der gemeinsamen Erfassung von Leichtverpackungen und stoffgleichen Nichtverpackungen sind dabei die wesentlichen Elemente bei der Entscheidung über die Trägerschaft einer solchen Wertstofftonne. Sowohl duale Systembetreiber als auch öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger haben ihre Ansprüche an dieses Sammelgemisch bereits formuliert. In den folgenden Ausführungen werden die aktuellen und ganz unterschiedlich umgesetzten Modellprojekte erläutert und verschiedene Ausgestaltungen einer künftigen Wertstofftonne diskutiert.
Ressource Abfall – mehr Wert für den Bürger
Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Ulrich Siechau, Rhea Thörner
Gesetzliche Grundlagen für die Kreislauf- und Wertstoffwirtschaft Derzeit wird das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz aufgrund europäischer Vorgaben zu einem Kreislaufwirtschaftsgesetz novelliert. Der Schutz von Klima und Ressourcen wird hierbei insbesondere aufgrund der 5-stufigen Abfallhierarchie (1. Vermeidung, 2. Vorbereitung zur Wiederverwendung, 3. Recycling (stoffliche Verwertung von Abfällen), 4. sonstige Verwertung (z. B. energetisch), 5. Beseitigung) in den Mittelpunkt gestellt.
Auswirkungen des KrWG auf die Perspektiven der thermischen Abfallbehandlung
Dipl.-Ing. Carsten Spohn
Grundbetrachtung 1: Aktuelle Situation und Basisdaten der thermischen Abfallbehandlung in Deutschland
Der Einfluss des Kreislaufwirschaftsgesetzes auf die Entwicklung des Marktes für die energetische Verwertung von Abfällen
Dipl.-Kfm. Dirk Briese, Dr. habil. Hilmar Westholm
Der Markt zur thermischen Entsorgung und energetischen Verwertung von Abfällen unterlag in den vergangenen zweieinhalb Jahren einem extremen Wandel: Der Rückgang der Produktion in Deutschland während der Finanz- und Wirtschaftskrise führte zu einem massiven Einbruch beim Aufkommen von Gewerbeabfällen. Gleichzeitig stiegen die verfügbaren Verbrennungskapazitäten in Deutschland, insbesondere durch die neu realisierten Ersatzbrennstoff-(EBS-)Kraftwerke, erheblich an (2,7 Millionen Tonnen bzw. 40 Millionen Gigajoule seit 2009). Dabei spielten auch der Abbau von (Produktions-)Lagern sowie die längeren Revisionszeiten insbesondere solcher MVA eine Rolle, die höhere Anteile an Gewerbeabfällen verwerten (höhere Stör- und Schadstoffanteile führen zu Korrosion).
Umbau der MVA Landshut zu einem Biomasseheizkraftwerk
Horst Denk
Die mit relativ geringem finanziellen Aufwand mögliche Umnutzung der MVA Landshut, OL 3, in ein Biomasseheizkraftwerk stellt einen essentiellen Baustein im Aufbau eines nachhaltigen lokalen Energiekonzeptes der Stadt Landshut dar. Die vorhandene Verbrennungstechnik erlaubt es, auch minderwertiges Landschaftspflegematerial optimal energetisch zu nutzen. Das geplante Fernwärmenetz Landshut-Ost wird im ersten Ausbauschritt rund 30 MW/h Wärme aufnehmen. Gleichzeitig können in der KWK-Anlage bis zu 18,7 MW/h Strom erzeugt werden. Das Projekt ist ein Beispiel dafür, dass die Weiterverwendung von Entsorgungsanlagen für andere Zwecke möglich ist und zu einer großen Ressourcenschonung beitragen kann.
Effizienzprojekt: Umbau Müllheizkraftwerk Bremen – Stromversorgung verdreifachen
Dipl.-Ing. Werner Hölscher
Vor dem Hintergrund endlicher fossiler Energieressourcen, weltweiter Klimaschutzziele und der eigenen ambitionierten Nachhaltigkeitsstrategie hat swb ein neues Geschäftsfeld mit starkem Wachstumspotenzial entwickelt: die Energiegewinnung aus Abfällen. Zwei Projekte stehen dabei im Fokus. Zum einen der Neubau des 2009 in Betrieb genommenen Mittelkalorik-Kraftwerks (MKK) im Bremer Industriehafen, zum anderen die Modernisierung des an der Autobahn A 27 gelegenen MHKW Bremen. Um dort das ehrgeizige Ziel der Verdreifachung des Stromoutputs zu erreichen, investiert swb einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Beim Bremer Energieversorger sind der Schutz von Ökologie und natürlichen Ressourcen sowie die Nutzung von Abfall als Rohstoff zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie.
Konsequenzen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes fĂĽr den Betrieb von EBS-Anlagen
Dr. Kurt Wengenroth
Das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz sieht eine Intensivierung des Recycling Gedankens vor, und damit eine Intensivierung der werkstofflichen Nutzung von Stoffgruppen, die im Abfall enthalten sind. Welche Auswirkungen kann dies auf den Betrieb von EBS-Kraftwerken haben, also Anlagen, die schwerpunktmäßig auf die Nutzung des energetischen Inhalts des Abfalls abheben? Der vorliegende Beitrag soll aufzeigen, dass bei konsequent inhaltlicher Umsetzung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes nicht nur die Ziele des Gesetzgebers erfüllt werden können, sondern ein Höchstmaß an effektiver Nutzung der wertvollen Ressource Abfall gewährleistet werden kann.
Stand und Perspektiven in der EBS-Verwertung in der T2C-Anlage Höchst
Dr. Dirk Lorbach
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG mit Sitz in Frankfurt am Main betreibt anspruchsvolle technische Infrastrukturen für Chemie, Pharma und verwandte Prozessindustrien und ist Betreiber des Industrieparks Höchst. Infraserv Höchst versorgt Unternehmen mit Energien und Medien, übernimmt Entsorgungsleistungen und stellt Flächen sowie Infrastrukturen zur Verfügung. Die Infraserv Höchst beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und 150 Auszubildende. Zur Infraserv Höchst-Gruppe gehören rund 2.700 Mitarbeiter und 199 Auszubildende.
Auswirkungen des KrWG auf die Perspektiven der mechanisch-biologischen Abfallbehandlung
Thomas Grundmann, Dipl.-Ing. Michael Balhar
In Deutschland werden derzeit 46 Anlagen mit MBA-Technologie betrieben. Die Anlagenbetreiber nutzen dabei die Vorteile, die das Konzept der stoffspezifischen Abfallbehandlung bietet. Das novellierte Kreislaufwirtschaftsgesetz sieht die Einführung einer Wertsofferfassung und die Getrennterfassung von Bioabfällen bis zum Jahr 2015 vor. Unterauslastungen aufgrund von abnehmenden Restabfallmengen könnten die Folge sein. Aufgrund der Flexibilität der Anlagen mit MBA-Technologie können die Anlagenbetreiber auf sich ändernde Rahmenbedingungen vergleichsweise gut reagieren. Zudem weisen die Kombinationsverfahren aus Anlagen mit MBA-Technologie und EBS-Verwertung hohe Energieeffizienzen auf.
Ist die MBA eine Beseitigungs- oder Verwertungsanlage?
Dipl. Ing. Michael Rakete
Die MBA Südniedersachsen wurde 2003 geplant und genehmigt. Ein Hauptmerk lag auf der Erzeugung einer Deponiefraktion, um die vorhandene Deponiekapazität in den nächsten 25 Jahren nutzen zu können. Zurzeit werden über 63 Masse-% vom MBAInput in die Abfallverwertung geführt, es verbleiben ca. 21 Masse-% für die Deponierung. Die MBA Südniedersachsen hat sich im Laufe der Zeit von einer geplanten Beseitigungsanlage zu einer Verwertungsanlage verändert.
Beste verfügbare Technik – Konsequenzen des BVT-Merkblattes Abfallbehandlung für die MBA
Dipl.-Ing. Wolfgang Butz, Dr.-Ing. Matthias KĂĽhle-Weidemeier
Die europäischen BVT-Merkblätter beschreiben die besten verfügbaren Techniken zum emissionsarmen Betrieb von Industrieanlagen, zu denen auch Abfallbehandlungsanlagen zählen. Sie sind bei der Genehmigung von Anlagen zu beachten und wesentlicher Bestandteil eines Genehmigungsverfahrens. Da sich die Technik weiterentwickelt, sind die BVT-Merkblätter regelmäßig auf ihre Aktualität zu prüfen und gegebenenfalls zu überarbeiten. Der vorliegende Beitrag beschreibt den Aktualisierungsprozess und speziell den deutschen Beitrag zum Technikbereich mechanisch-biologische Restabfallbehandlung (MBA).
Demografischer Wandel als Herausforderung fĂĽr die Abfallwirtschaft
Dr. Jochen Hoffmeister
Die demografische und wirtschaftliche Entwicklung werden kunftig einen immer starkeren, aber auch unterschiedlichen Einfluss auf die Entsorgungswirtschaft in den Regionen Deutschlands haben. Dabei gilt es vor allem, die Wechselwirkungen der verschiedenen Einflussfaktoren zu erkennen und im Hinblick auf ein regionales Gesamtergebnis zu quantifizieren.
Orientierende Ökoeffizienzanalyse – ein Instrument zur Strategiebewertung in der kommunalen Abfallwirtschaft
Prof. Dr. Karl H. Wöbbeking, Jennifer Davis
In der kommunalen Abfallwirtschaft wird der Aspekt der Nachhaltigkeit intensiv diskutiert. Neben der rechtlichen Verpflichtung zur Nachhaltigkeit ist in diesem Zusammenhang insbesondere das Leitbild des Citizen Value1 zu erwähnen.
Interkommunales Stoffstrommanagement am Beispiel der Kooperation GML, ZAK und ZAS
Dr. Thomas Grommes, Dipl.-Ing. Jan B. Deubig, Norbert Schnauber
Die gegenwärtigen Entwicklungen des Abfallrechts und der Abfallwirtschaft sind Anlass für die kommunalen Betriebe, zukünftig verstärkt auf Kooperation zu setzen, um weiterhin die Anforderungen an eine ressourcenschonende und effektive Kreislaufwirtschaft zu erfüllen. Spezialisierung und Kooperation der kommunalen Akteure helfen langfristig, die getätigten öffentlichen Investitionen im Interesse des Gebührenzahlers zu sichern.
Neue Entwicklung im Deponierecht
Dr. Karl Biedermann, Dr.-Ing. Bernd Engelmann
Eine Stellungnahme der EU-Kommission vom Januar 2009, Anforderungen der Warenverkehrsfreiheit in der Deponieverordnung korrekt umzusetzen, machte eine Änderung der Deponieverordnung von 2009 erforderlich. Dem wurde durch die Neuaufnahme einer Gleichwertigkeitsklausel für den Nachweis der Eignung von Materialien, Komponenten und Systemen für Deponieabdichtungen aus anderen Mitgliedstaaten der EU, der Türkei oder einem Vertragsstaat des Abkommens über den europäischen Wirtschaftsraum nachgekommen.
Zukünftige Rahmenbedingungen für die Verwertung mineralischer Abfälle und industrieller Nebenprodukte – Ressourcenschonung oder übertriebene Vorsorge?
Dr.-Ing. Jörg Demmich
Ressourceneffizienz und Ressourcenschonung sind hochaktuelle Themen, mit denen sich die Bundesregierung und auch die EU-Kommission zurzeit intensiv beschaftigen. Dabei kommt der Verwertung mineralischer Abfalle eine besondere Bedeutung zu. Mit jahrlich rund 240 Mio. Tonnen stellen diese Abfalle sowie industrielle Nebenprodukte das mit Abstand groste Abfallaufkommen in Deutschland dar. Damit bietet dieser Abfallstrom auch ein groses Rohstoffressourcen-Potenzial.
BelĂĽftung von Altdeponien als MaĂźnahme zur Reduzierung von CO2- Emissionen
Prof. Dr.-Ing. Rainer Stegmann, Dr.-Ing. Kai-Uwe Heyer, Dr.-Ing. Karsten Hupe
Die aerobe in situ Stabilisierung (Deponiebeluftung) ist eine effiziente Methode, um die Entstehung von Deponieschwachgasen langfristig und nachhaltig zu unterbinden; sie kann somit fur den Klimaschutz einen wichtigen Beitrag leisten. Das Emissionsminderungspotenzial auf deutschen Deponien in der Stilllegungs- und Nachsorgephase ist noch erheblich. Daher ist eine Anerkennung als Klimaschutzbeitrag durchaus zielfuhrend und anzustreben, um die aerobe in situ Stabilisierung in den Emissionshandel z. B. in Form eines JI-PoA oder uber ein nationales Klimaschutzprogramm integrieren zu konnen.
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