20. Kasseler Abfallforum-2008

  • Perspektiven der Abfallwirtschaft

  • Rechtliche Problemfelder der Abfallwirtschaft

  • Rohstoffe und Sekundärrohstoffe

  • Energetische Nutzung fester Biomasse

  • ...

  • Erfahrungen bei der RAL-Gütesicherung von Gärprodukten
    Dr. Andreas Kirsch
    In Deutschland sind zwischen 3.000–4.000 Biogasanlagen in Betrieb, die aus verschiedensten organischen Materialien Strom oder Biogas bereitstellen. Der überwiegende Teil dieser Anlagen wird ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen (NawaRo) betrieben. Ca. 300–400 Biogasanlagen verarbeiten auch organische Reststoffe. Neben Strom und Biogas fallen in diesen Anlagen jährlich mehrere Mio. t Gärprodukte an, die in der Landwirtschaft als Dünge- und Bodenverbesserungsmittel eingesetzt werden. Neben dem Ausbringen auf betriebseigenen Flächen der Anlagenbetreiber erfolgt die Vermarktung verstärkt auch auf anderen Absatzwegen. Gerade dann spielen Vertrauen bei den Abnehmern und die richtige Darstellung der guten Qualität solcher Produkte eine große Rolle.
    Gärprodukte und Komposte im Vergleich – Düngewirkung und Humusbildung
    Dr. Rainer Kluge
    Über professionell hergestellte Komposte und ihren nachhaltigen Einsatz in der Landwirtschaft liegen auf Grund der inzwischen langjährigen Erfahrungen belastbare Erkenntnisse ihrer Wirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit vor. Zur Eignung von Gärprodukten, den organischen Rückständen von Biogasanlagen, als Düngemittel für die landwirtschaftliche Pflanzenproduktion ist dagegen auf Grund ihrer erst in den letzten Jahren zunehmenden Bedeutung noch relativ wenig bekannt. Die vorliegende Studie will dazu erste Ergebnisse vorstellen, Vergleiche mit Komposten anstellen und diskutieren sowie erste praktische Schlussfolgerungen ableiten.
    Gärresteaufbereitung – Ein innovatives Konzept in der Praxis
    Dr. Ulf KĂĽrschner
    Bei der Vergärung von Gülle, nachwachsenden Rohstoffen (NawaRo) oder auch industriellen Substraten zu Biogas fallen Gärreste an. Die Gärreste aus landwirtschaftlicher Herkunft werden heute zur Nutzung als Dünger überwiegend auf die landwirtschaftlichen Nutzflächen ausgebracht. Gesetzliche Bestimmungen schränken die Möglichkeiten der Ausbringung in der Landwirtschaft allerdings zeitlich und mengenmäßig ein. In der industriellen Biogasgewinnung aus NawaRo wie auch in viehreichen Landstrichen ist eine Zuordnung von landwirtschaftlichen Flächen zur Verbringung der Gärreste wirtschaftlich praktisch nicht mehr möglich. In der Biogasgewinnung aus biogenen Abfällen gibt es zusätzliche Einschränkungen.
    Aktuelle Verfahren zur Aufbereitung und Verwertung von Gärresten
    M.Sc.agr Auke Lootsma, Dipl.-Ing. Thomas Raussen
    In Biogasanlagen entsteht neben Biogas ein Gärrest. Bereits eine durchschnittliche 500 kW NawaRo-Biogasanlage produziert im Jahr über 10.000 t Gärrest, der zu mehr als 90 % aus Wasser besteht. Bei dezentralen landwirtschaftlichen Biogasanlagen wird der Gärrest in der Regel unbehandelt als Wirtschaftsdünger wieder auf die Anbauflächen ausgebracht und dadurch werden Nährstoff- und Kohlenstoffkreisläufe nahezu geschlossen. Der Ausbringungszeitrum der nährstoffreichen Gärreste muss dabei an die Witterung und den Bedarf der landwirtschaftlichen Kulturen angepasst sein (Tabelle 1). Daher wird eine Zwischenlagerung der Gärreste in Gärrestlagern auf der Biogasanlage notwendig. Für diese sind eine Lagerkapazität von mindestens sechs Monaten sowie die Reduzierung der Emission von Klimagasen, insbesondere Methan und Lachgas, vorgeschrieben.
    Biogasaufbereitung mittels Druckwasserwäsche und Nutzung des Biomethans als Kraftstoff in kommunalen Fahrzeugen am Beispiel Schweden
    Dr.-Ing. Dieter Korz, Per-Erik Persson
    Biogas ist ein wertvoller regenerativer Energieträger, der weltweit in zahlreichen Biogasanlagen aus Biomasse aus kommunalen, industriellen oder landwirtschaftlichen Bereichen hergestellt wird. Abhängig von der eingesetzten Biogastechnologie kann ein sehr weites Spektrum an Biomasse mit stark variierenden Qualitäten (Wassergehalt) zur Biogasproduktion genutzt werden. Die energetische Verwertung von Biogas erfolgt klimaneutral und es werden keine zusätzlichen CO2-Emissionen in die Atmosphäre freigesetzt. Die Herstellung von Biogas aus Biomasse ist deshalb ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und wird zukünftig noch an Bedeutung zunehmen. Zusätzlich erfordern die hohen und kontinuierlich steigenden Preise für die fossile Energieträger Öl und Erdgas zwingend die Weiterentwicklung und Realisierung von Anlagen zur Herstellung von regenerativen Energieträgern.
    Erfahrungen mit der Inbetriebnahme neuer Vergärungsanlagen: Biogaskraftwerk Flörsheim-Wicker – Von der Müllkippe zur Energieeffizienz eines Energieparks
    JĂĽrgen Machnow
    Der Standort der Deponie Flörsheim-Wicker ist ein gelungenes Beispiel für die Entwicklung eines Deponiestandortes zum Energie- und Recyclingpark. Die Rhein-Main Deponie GmbH hat in den letzten Jahren mit ihren Tochterfirmen und zusammen mit privaten Partnerunternehmen Anlagen zur Schlackeaufbereitung, Bauschuttaufbereitung, Bodenaufbereitung, Immobilisierung, Altholzaufbereitung, Sortierung und Gewinnung von Ersatzbrennstoffen errichtet.
    Erfahrungen mit der Inbetriebnahme neuer Vergärungsanlagen: Trockenfermentation im Batchbetrieb in Schweinfurt

    Der Landkreis Schweinfurt liegt mit 116.000 Einwohnern in der Mitte Unterfrankens und ist meist ländlich strukturiert. Er verfügt über verschiedene abfallwirtschaftliche Einrichtungen wie Deponien der Deponieklasse 0 und II, mechanische Aufbereitungsanlage, mechanisch-biologische Behandlungsanlage, Altholzlagerplatz, Sickerwasserreinigungsanlage, zwei Kompostanlagen sowie ein Zwischenlager für Siedlungsabfälle. Den Betrieb dieser Anlagen übernimmt der Landkreis Schweinfurt sowie die 100 % Tochter des Landkreise, die Abfall Energie Schweinfurt (AES) GmbH.
    Großtechnische Biogasanlagen – Konzeption, Energieerzeugung, Gas- und Gärrestaufbereitung
    Dipl.-Ing. Thomas Raussen, Dipl. Ing. Nils Oldhafer, Britta Filus
    Aufgrund der benötigten Mengen an – zumeist sehr feuchten – Inputsubstraten und der ebenso großen Gärrestmengen ist Biogas besonders in dezentralen Energieanlagen zu erzeugen und zu verwerten. Untersuchungen zeigen, dass die Transportentfernungen sowohl für die Substrate als auch für den unaufbereiteten Gärrest eine Größenordnung von 10 km nicht überschreiten sollten [13].Erfolgt die Nutzung des Biogases vor Ort, also ohne Einspeisung in das Erdgasnetz, spricht weiterhin die Nutzung der Abwärme des BHKW, welche auf relativ niedrigem Temperaturniveau anfällt und vorwiegend zu Heizzwecken eingesetzt werden kann, für dezentrale Nutzungen.
    Gewinnbringende Regelungs- und Steuerungskonzeption in der Bioabfallverwertung – nachhaltige Effizienzsteigerung und datensichere Erfüllung der vorgeschriebenen Dokumentationspflichten
    Gereon Stolle, Prof. Dr.-Ing. Frank Scholwin
    Die optimale Prozesssteuerung ist der Baustein zur Effizienzsteigerung in der Bioabfallverwertung. Die in den Anlagen durchgeführte "Rottesteuerung" basiert in der Regel auf Erfahrungswerten, Literaturhinweisen, Abschätzungen und der Temperaturmessung. Dabei wird die Temperaturmessung hauptsächlich aus Gründen des notwendigen Hygienisierungsnachweises durchgeführt. Selbst hier werden vielfach Zuordnungs- und Übertragungsfehler festgestellt.
    Methan-, Ammoniak- und Lachgasemissionen aus der Kompostierung und Vergärung – Technische Maßnahmen zur Emissionsminderung
    Prof. Dr.-Ing. Carsten Cuhls, Dipl.-Ing. Birte Mähl
    Die biologische Behandlung von organischen Abfällen hat aufgrund der mikrobiellen Abbauprozesse zur Folge, dass klimawirksame Gase (Treibhausgase), wie Lachgas (Distickstoffmonoxid, N2O), Methan (CH4) und Stickstoffmonoxid (NO), gebildet werden können. Im Hinblick auf die Bilanzierung von gasförmigen Emissionen aus Kompostierungsprozessen sind darüber hinaus die Gaskomponenten Kohlendioxid (CO2), Ammoniak (NH3) und Non-Methane Volatile Organic Compounds (NMVOC) von Bedeutung (siehe dazu die NEC-Richtlinie).
    Ökologischer und ökonomischer Vergleich der stofflichen und energetischen Nutzung von Grünabfällen
    Dipl.-Ing. Ralf Gottschall, o. Prof. Dr.-Ing. Martin Kranert, Dipl.-Ing. Gerold Hafner, Dr. Christian Bruns, Dipl.-Ing. Oliver Schiere
    Die finanzielle Förderung der Energieerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen führt dazu, dass zunehmend auch Grünabfälle in immer größerem Umfang der stofflichen Verwertung entzogen und der energetischen Verwertung über thermische Verfahren (Biomassekraftwerke) zugeführt werden. Der aus der energetischen Grünabfallverwertung in thermischen Verfahren gewonnene Strom unterliegt dementsprechend den Richtlinien des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG). Dies bedeutet konkret, dass für den so erzeugten Strom ein Förderbetrag von 5 bis – im günstigsten Fall – ca. 13 € Cent/kWh bereitgestellt wird. Dieser Förderbetrag ergibt sich als Differenz des Garantiepreises nach EEG zum Stromgestehungspreis im konventionellen Energiemix.
    Stand der Novellierung der abfall- und düngemittelrechtlichen Bestimmungen
    Dr. Bertram Kehres
    Der Entwurf der Änderung der Bioabfallverordnung mit Stand vom 19.11.2007 wurde den beteiligten Kreisen im Dezember 2007 mit der Bitte um Stellungnahmen zur Kenntnis gebracht. Auf diesen (derzeit aktuellen) Stand beziehen sich die nachfolgenden Ausführungen. Diese Fassung war auch Gegenstand der Anhörung der beteiligten Kreise am 19.02.2008. Vorausgegangen waren fachliche Diskussionen, die bereits 2004 begannen und v. a. in Überarbeitungsvorschlägen zu den Anhängen 1 und 2 mündeten.
    Integriertes Stoffstrommanagement für Bio- und Grünabfälle in Hessen
    Dr.-Ing. Michael Kern
    Hessen war das erste Bundesland in Deutschland, das bereits Anfang der 90er- Jahre, nach der erfolgreichen Durchführung der Biotonnen-Pilotprojekte in Witzenhausen und Aßlar, die flächendeckende Einführung der Biotonne per Erlass umgesetzt hat. Mittlerweile hat sich die Kompostierung in Hessen auf einem hohen Niveau stabilisiert, sodass nun Fragen der Weiterentwicklung der biologischen Abfallbehandlung, mit dem Ziel der zusätzlichen Bioenergiegewinnung, im Vordergrund stehen. Vor diesem Hintergrund wurde das Witzenhausen-Institut vom Hessischen Umweltministerium beauftragt, den Stand und die Perspektiven der Verwertung von Bio- und Grünabfällen für Hessen aufzuzeigen und Optimierungspotenziale zu analysieren.
    Loock TNS®-Trockenfermentationsverfahren für Abfall und NawaRo
    Dipl.-Phys. Jochen Springer
    Das Ingenieurbüro Loock Consultants, Hamburg startete die Entwicklung eines Trockenfermentationsverfahrens, unter dem Grundgedanken der Kontrolle und Optimierung mikrobiologischer Vorgänge in Deponien, in Kooperation mit der HGG (Holsteiner Gas Gesellschaft) bereits im Jahr 1988 mit der ersten Versuchsanlage auf der Deponie Wiershoop bei Geesthacht. In drei Fermentern mit je 1,5 m3 Reaktorvolumen wurde die grundsätzliche Machbarkeit dieses Ansatzes im halbtechnischen Maßstab nachgewiesen. Bis 1994 wurden an dieser Anlage umfangreiche Untersuchungen zur Optimierung der Verfahrensführung, Prozessparameter und Möglichkeiten zur Steuerung und Regelung einer großtechnischen Realisierung durchgeführt.
    Das DRANCO Verfahren: Trockenvergärung für organische Abfälle und NawaRo
    Winfried Six
    DRANCO steht für ‘DRy ANaerobic COmposting’ (trockene anaerobe Kompostierung) und ist ein Abfallverarbeitungsverfahren, bei dem die trockene Vergärung als zentrale Verarbeitungsphase bei der Umwandlung der Organikfraktion aus Hausmüll zu Kompost angewendet wird. Weltweit sind ungefähr 20 DRANCO-Anlagen gebaut.
    Biogasherstellung, -aufbereitung und -nutzung mit den Technologien von Ros Roca
    Dipl.-Ing. Michael Donderer, Dr.-Ing. Dieter Korz
    In diesem Beitrag werden die verschiedenen Technologien beschrieben, die von Ros Roca zur Biogasherstellung, -aufbereitung und -nutzung angeboten und als Generalunternehmer realisiert werden. Die Biogas-Technologie von Ros Roca wird eingesetzt für Biomasse aus dem kommunalen, industriellen und landwirtschaftlichen Bereich. Neben organischen Abfällen werden in den Biogasanlagen auch nachwachsende Rohstoffe verwertet. Die Biogas-Technologie ist in zahlreichen großtechnischen Anlagen europaweit für unterschiedlichste Inputstoffe seit vielen Jahren im Einsatz.
    Hese Biogas GmbH – Nachhaltige und wirtschaftliche Biogastechnologie
    Dipl.-Chem.Ing., MBM Otto R. Eichhorn
    Seit 2006 ist die Hese Biogas GmbH Tochter der Schmack Biogas AG und damit Teil der Schmack Gruppe. Im Rahmen der Gruppe kann die gesamte Wertschöp-fungskette in der Biogastechnologie sichergestellt werden. Hese Biogas unterstützt daher mit durchdachten Rohstoffversorgungskonzepten bei der Standortentwicklung, bei Planung und Engineering, bei Bau und Inbetriebnahme der Anlagen sowie bei Betrieb und Finanzierung der Anlagen. Im Rahmen der Schmack Gruppe ist Hese Biogas dabei der Spezialist im Bereich der Bioabfallverwertung.
    Das KOMPOFERM®-Trockenvergärungsverfahren der Eggersmann Anlagenbau GmbH & Co. KG
    Dr.-Ing. Sandra Striewski
    Die Unternehmen der Eggersmann Gruppe haben eine lange Tradition. 1951 erfolgte die Gründung Eggersmann Bauwesen, 1992 Eggersmann Kompotec zum Betrieb von Kompostierungsanlagen. Im Jahr 2003 schloss sich die Gründung der Eggersmann Objekt-Management an und im September 2007 wurde Eggersmann Anlagenbau gegründet. Abbildung 1 zeigt die Unternehmen der Eggersmann Gruppe.Das KOMPOFERM®-Trockenvergärungsverfahren ist am Standort Nieheim-Oeynhausen als Teilstromvergärung mit anschließender Tunnelrotte, am Standort Schweinfurt als Vollstromvergärung mit offener Nachrotte umgesetzt worden, siehe hierzu den Beitrag in diesem Band. In beiden Anlagen wird Bioabfall mit einer Kapazität von 20.000 Mg/a (Nieheim) bzw. 17.000 Mg/a (Schweinfurt) eingesetzt.
    Energieerzeugung und Emissionsminderung: Die BEKON-Trockenfermentation dargestellt an ausgewählten Beispielen
    Dipl.-Phys. Ing. (FH) Peter Lutz
    Die biologische Behandlung von Bioabfällen erfolgte in den letzten Jahrzehnten in den meisten Fällen unter Nutzung von ausschließlich aerober Technologie in Kompostanlagen oder Kompostwerken. Die Technologie der Kompostierung umfasst dabei eine breite Spanne ausgehend von der einfachen offenen Dreiecksmietenkompostierung bis hin zu komplett eingehausten Kompostanlagen, welche mit mehrstufigen Abluftbehandlungssystemen ausgerüstet sind.
    Kompogas: hoch effizient und bewährt
    Markus Zeifang
    Für die Materialaufbereitung können die vorhandenen Aggregate wie Sieb, Shredder, Magnetabscheider herangezogen werden. Mit ihnen wird das angelieferte Material zerkleinert, von magnetischen Störstoffen befreit und auf ca. < 60 mm abgesiebt. Der Siebdurchgang wird in den Zwischenspeicher aufgegeben. Der Siebüberlauf kann nochmals zerkleinert oder einer anderen Verwertungsschiene zugeführt werden (z. B. Grüngutschnitzel, EBS, …). Die Aufbereitung soll so erfolgen, dass nur zerkleinerungsbedürftiges Material (Grünschnitt, Gartenabraum) definiert zerkleinert wird. Speisereste, Bioabfälle etc. sollen möglichst nur gesiebt werden. Ziel ist, die eigentliche Materialstruktur zu erhalten.
    Biogasanlagen der Firma STRABAG Umweltanlagen GmbH vormals LINDE Umweltanlagen GmbH Dresden
    Dr. Gerhard Langhans, Dipl. Ing. Jürgen SchĂĽtte
    Die STRABAG Umweltanlagen GmbH ist eines der führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Biogaserzeugung. Die Breite der Eigenentwicklungen und mit Referenzanlagen belegbaren Verfahren und Technologien zur Biogaserzeugung ist außergewöhnlich. Bereits seit 1971 wurden Anlagen zur biologischen Abwasser- und Schlammbehandlung entwickelt und realisiert. 1980 wurde dieses Arbeitsgebiet um eine weitere Disziplin, die anaerobe Behandlung von organischen Stoffen durch Vergärung, erweitert. 1983 ging die erste großtechnische Anlage zur Biogaserzeugung aus Gülle mit einem 500 m³-Reaktor in Betrieb. Bis zum heutigen Tag wurden zahlreiche Vergärungsanlagen für unterschiedlichste Inputmaterialien realisiert.
    Aktuelle Vergärungstechnologien im Vergleich
    Dr.-Ing. Uwe Jung
    Nach Inkrafttreten der 1. Novellierung des EEG zum 01.08.2004 ergab sich aufgrund der Bonusregelungen im Biogasbereich eine allmähliche Aufteilung in sogenannte NawaRo-Anlagen und abfallwirtschaftliche Vergärungsanlagen. Die vorher oft anzutreffende Verfahrensweise der Co-Vergärung, d. h. Zugabe organischer Reststoffe in landwirtschaftliche Biogasanlagen, ist kaum noch anzutreffen.
    Aktueller Stand und Erfahrungen mit der Umsetzung von EBSKraftwerken – EBS-Kraftwerk Witzenhausen
    Dr. Kurt Wengenroth
    Die Herstellung von Papier ist außerordentlich energieintensiv, da die Papierfaser zunächst in Wasser suspendiert wird, und der damit verbundene hohe Wasseranteil im laufenden Prozess, d. h. innerhalb von wenigen Minuten auf einen Feuchtegehalt von wenigen Prozent reduziert werden muss. Dies wird durch eine gezielte Kombination von mechanischen Pressvorrichtungen und energetischen Trocknungsmaßnahmen realisiert, wobei der Trocknungsprozess aufgrund der Verwendung von Dampf, der energieintensivere ist. Der hierzu notwendige Energiebedarf liegt je nach Größe des Werkes bei 60–100 MW in Form von Dampf mit Temperaturen von ca. 200 °C. Zur Verdeutlichung ist der prinzipielle Ablauf im Folgenden schematisch dargestellt.
    Mittelkalorik-Kraftwerk Bremen
    Dr. Thomas Grommes
    Die swb wurde im Jahr 2004 bereits 150 Jahre alt. Als eines der größten Bremer Unternehmen und eines der größten Stadtwerke Deutschlands kann swb somit auf eine lange Geschichte voller Tradition und Erfahrung zurückblicken, zu der auch immer wieder Aufbruch und Veränderungen gehörten. Bereits 1998 wurden von der swb zu 100 % die Stadtwerke Bremerhaven und zu 49 % die Stadtwerke Soltau erworben. Außerdem diversifizierte swb in diesem Jahr in das Geschäftsfeld Entsorgung: Seitdem hält swb 51 % an der hanseWasser (Abwasserentsorgung) sowie 50 % an der HBE (Holding Bremer Entsorgung, Abfallentsorgung, s. hierzu Kapitel 2). Im Jahr 1999 wurden aus der damals noch mehrheitlich kommunalen Stadtwerke Bremen AG die operativen Einheiten Vertrieb, Netze und Kraftwerke in eigenständige 100 %- Töchter ausgegründet.
    Verbrennung in der Wirbelschicht mit interner Zirkulation und Wärmeabfuhr – Ersatzbrennstoff-Anlage im Industriepark Höchst
    Dr. Dirk Lorbach
    Infraserv GmbH & Co. Höchst KG mit Sitz in Frankfurt am Main betreibt anspruchsvolle technische Infrastrukturen für Chemie, Pharma und verwandte Prozessindustrien und ist Betreiber des Industrieparks Höchst. Infraserv Höchst versorgt Unternehmen mit Energien und Medien, übernimmt Entsorgungsleistungen und stellt Flächen sowie Infrastrukturen zur Verfügung. Von Umwelt-, Schutz- und Sicherheitsleistungen über Angebote aus dem Gesundheitsbereich bis hin zu Kommunikations- und IT-Services reicht das Leistungsspektrum. Die Infraserv Höchst beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und 150 Auszubildende. Zur Infraserv Höchst-Gruppe gehören rund 2.700 Mitarbeiter und 199 Auszubildende. Im Jahr 2007 erzielte Infraserv Höchst inklusive der Tochtergesellschaften einen Umsatz von rund 901 Millionen Euro.
    Korrosion ohne Ende – Welche Werkstoffe bewähren sich in Abfallbehandlungsanlagen?
    Prof. Dr. Mario Mocker, Dr. Jörg Metschke, Dipl.-Ing. Gerhard Wolf, Dipl.-Ing. Torsten Neddemeyer, Dipl.-Ing. Ingrid Löh
    Anlagen zur Behandlung von Haus- und Gewerbemüll sowie Biomasse können auf Grundlage der angewandten Prozessabläufe in thermische (Verbrennung, Vergasung, Pyrolyse von Müll, Altholz und Klärschlamm) und biologische Anlagen (Biogasanlagen, mechanisch-biologische Anlagen, Kompostierung) untergliedert werden. Die Vielfalt der angewandten Verfahren führt zu den unterschiedlichsten Arten von erosiven und korrosiven Belastungen. Der vorliegende Beitrag befasst sich schwerpunktmäßig mit Korrosion und Erosion in den Rauchgas führenden Systemkomponenten thermischer Anlagen und umreißt auch kurz die bisher kaum systematisch betrachtete Korrosionsproblematik in biologischen Anlagen.
    Mobile Messtechnik zur Chlor- und Schadstoff-Identifikation in EBS
    Dipl.-Phys. Dieter Boehme
    Im Vortrag eines EBS-Herstellers zum Workshop "EBS-Analytik" am 29.01.2008 an der TU Dresden wurde die Frage aufgeworfen, ob zur Bestimmung von Chlor in EBS-Haufwerken das Analysieren oder das "Würfeln" die bessere Methode sei. Weist doch diese These auf eine allgegenwärtige, jedoch in der täglichen Praxis mangels Alternativen nicht immer gestellte Frage hin: Ist zur EBS Analytik eine repräsentative Probenahme und -teilung am inhomogenen EBS-Haufwerk überhaupt möglich? Und ist damit die auf eine Einzelprobe geringer Masse reduzierte Analytik repräsentativ? Diese Frage wurde, unter Berücksichtigung der gem. LAGA-Richtline PN 98 erforderlichen Probenmengen, auch in weiteren Vorträgen zum o. g. EBSWorkshop heftig diskutiert.
    Online-Qualitätskontrollen von EBS
    Dr. Ralph Uepping
    Der Aspekt der Energiegewinnung aus Abfall gewinnt u. a. aufgrund des Deponierungsverbots von unbehandelten Siedlungsabfällen stetig an Bedeutung. Mittels mechanischer Aufbereitung können, z. B. aus Hausmüll oder Gewerbeabfällen, Ersatzbrennstoffe erzeugt werden. Die erzeugten Brennstoffe können anschließend in unterschiedlichen Anlagen zur Produktion eingesetzt werden. In diesen Produktionsprozessen entsteht Energie oder z. B. Zement.
    Aufbereitungstechnik im Wandel
    Prof. Dr.-Ing. Thomas Pretz
    Mit dem inzwischen in den meisten Bereichen der Abfallwirtschaft vollzogenen Übergang zur Kreislaufwirtschaft hat die mechanische Aufbereitung von Abfallgemischen in der BRD eine weite Verbreitung gefunden. So werden „leichte“ Massenabfälle wie Siedlungsabfall, Gewerbeabfälle, Verpackungsabfälle und biomassereiche Stoffströme in großem Umfang in mehr oder weniger automatisierten Aufbereitungsanlagen, mechanischen Prozessen von der Zerkleinerung bis zur Trennung nach unterschiedlichen Kriterien unterzogen. Die Nachfrage nach verfahrenstechnischen Lösungen mit Zielsetzungen wie hohem Ausbringen oder hoher Reinheit einzelner Produkte hat zu einem sehr guten Kenntnis- und Erfahrungsstand beigetragen sowie zu neuen oder stark verbesserten technischen Lösungen geführt.
    Erfahrungen mit der Realisierung von EBS-Kraftwerken aus der Sicht des Planers
    Dipl.-Ing. Bernd Dibke, Dipl.-Ing. Margret Rauschnabel, Dipl. Ing. Hendrik Seeger
    In den letzten Jahren ging es bei dem Einsatz von EBS vornehmlich um technische Konzepte und um deren planerische Umsetzung (siehe z. B. Thomé-Kozmiensky, 2007). Der Fokus lag dabei zunächst auf der Mitverbrennung in Industriefeuerungen und Kraftwerken, verschob sich aber zunehmend hin zu eigenen EBS-Kraftwerken, in der Regel als Ersatz für bestehende fossile Feuerungen an Industriestandorten. Nach wie vor befinden sich zahlreiche EBS-Kraftwerksprojekte in der Planungsphase, aber für den Großteil des derzeit am Markt verfügbaren EBS sind die Anlagen im Bau oder sind bereits in Betrieb gegangen. Vor diesem Hintergrund sollen im Rahmen unseres Beitrages einige, aus Sicht des begleitenden Planers wesentliche Aspekte bei der Realisierung von EBS-Kraftwerken dargestellt werden.
    Ersatzbrennstoffherstellung und -verwertung in Deutschland
    Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h. c. Karl J. Thomé-Kozmiensky, Dr.-Ing. Stephanie Thiel
    Anlagen, in denen gemischte Siedlungsabfälle – Hausmüll, häufig mit anderen Abfallarten wie Gewerbeabfall, Sperrmüll, Sortierresten – mit mechanischen, mechanisch- biologischen oder mechanisch-physikalischen Verfahren unter Erzeugung einer heizwertangereicherten Fraktion zur Nutzung als Ersatzbrennstoff behandelt 250 werden, werden unter dem Oberbegriff mechanisch(-biologische) Abfallbehandlungsanlagen (kurz M(B)A-Anlagen) zusammengefasst.
    Verschärfung der emissionsschutzrechtlichen Anforderungen an die Müllverbrennung – Planungen der Bundesregierung
    Prof. (apl.) Dr. Uwe Lahl
    Neueste Untersuchungen der EU zeigen, dass die Belastung der Menschen mit Luftschadstoffen wie PM, NO2 und NH3 auch dann noch in deutlichem Maße bestehen bleiben, wenn die Implementierung der bestehenden gesetzlichen Regelungen effizient umgesetzt wird. Die Kommission hat deshalb eine sogenannte Thematische Strategie entworfen. Ziel der Strategie soll nach dem 6. Umweltaktionsprogramm der EU3 das Erreichen einer Luftqualität sein, von der keine inakzeptablen Auswirkungen bzw. Gefahren für Mensch und Umwelt ausgehen. Daher sind die Anstrengungen zur Emissionsreduzierung zu verstärken.
    Citizen Value Controlling: Ökoeffizienz in der kommunalen Abfallwirtschaft
    Prof. Dr. Karl H. Wöbbeking, Dipl.-BW Wolfgang Schaubruch
    Der Begriff des Shareholder Value ist in vielen ökonomischen Diskussionen umstritten. Den besonderen Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge wird er kaum gerecht. Wohl auch deshalb hat der VKS (im VKU) mit Citizen Value im Sommer 2006 einen zentralen Begriff in die abfallwirtschaftliche Diskussion eingebracht (vgl. [9]). Citizen Value umschreibt die strategischen Zielsetzungen eines kommunalen Abfallwirtschaftsbetriebes: Es geht darum, allen Bürgern langfristige Entsorgungssicherheit zu bieten, auf einem hohen Serviceniveau, auf hohem ökologischen Niveau und das zu sozialverträglichen Gebühren. Citizen Value als Zielsetzung bedeutet mehr als z. B. kurzfristige Kostensenkung, Billigentsorgung oder Ökodumping.
    Abfallwirtschaft und Bioenergie – Gestaltungsräume aus Sicht eines Landkreises
    Dipl.-Ing. Henry Thiele
    Restabfall enthält zu einem großen Anteil abbaubaren Kohlenstoff. Je nach Siedlungsstruktur oder Vorhandensein der Biotonne sind Gehalte von 20 % und mehr ermittelt worden. Bis 2005 wurde der Restmüll unbehandelt auf unserer Kreismülldeponie abgelagert. Die Technische Anleitung Siedlungsabfall (TASi – Juni 1993) hat mit dem Grenzwert von Glühverlust 5 % den Weg zur klimaneutralen Deponie gelegt. Nach und nach wird die Produktion von klimarelevantem Methangas abnehmen und in einigen Jahrzehnten zum Erliegen kommen.
    Erfahrungen mit der Umsetzung von Schnellpyrolyseanlagen für Biomasse
    Dr. Ludolf Plass, Dipl.-Ing. Thomas Raussen
    Die Biotreibstoffe der ersten Generation – das sind Biodiesel und Bioethanol – nutzen lediglich die Früchte der jeweiligen Pflanzen. Die übrige Biomasse – dies sind mehr als 50 % – bleibt ungenutzt für die Treibstofferzeugung. Der starke Anstieg der Produktionskapazitäten in Deutschland/Europa für Biodiesel sowie in den USA für Bioethanol hat, verbunden mit anderen Faktoren, zu einem erheblichen Anstieg der Rohstoffpreise geführt und damit die Wirtschaftlichkeit derartiger Anlagen in jüngster Zeit deutlich in Frage gestellt. Hinzu kommt, dass durch Änderung von Rahmenbedingungen für die Förderung derartiger Biotreibstoffe die Wirtschaftlichkeit – sozusagen über Nacht – sich ganz erheblich gewandelt hat.
    Stand und Perspektiven von ORC-Anlagen für die energetische Nutzung von Biomasse
    Andrea Duvia
    Häufig bieten kleinere Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Biomasse Vorteile. Diese benötigen insbesondere keine komplexe Biomasse-Logistik, sondern können mit regional verfügbaren Biomassen ohne zusätzliche Kosten für Biomasse-Handel, Transport und Lagerung betrieben werden. Die Errichtung von großen Biomasse- oder Ersatzbrennstoffanlagen erfordert umfangreiche Studien, um den richtigen Ort zu finden sowie die Zustimmung der lokalen Gemeinden zu erreichen.
    Stand und Perspektiven der energetischen Nutzung von fester Biomasse in Deutschland
    Prof. Dr. Michael Nelles, Dipl.-Ing. Nils Engler, Dr. Andrea SchĂĽch
    Die aktuelle Energieversorgung weltweit und in Deutschland stützt sich derzeit zu ca. 90 % auf fossile Energieträger (Welt 2003: 87 % [28, 29], Deutschland 2006: 94 % [12]), was aufgrund der Ressourcenendlichkeit und des durch den CO2-Ausstoß verursachten Klimawandels nicht aufrechterhalten werden kann. Die Energieversorgungsstruktur unterliegt derzeit aber auch aufgrund der Liberalisierung des Energiemarktes und der Verfügbarkeit neuer Technologien einem raschen Wandel [19].
    Indikatoren zur Früherkennung von Preisentwicklungen auf Rohstoffmärkten
    Dr. Peter Buchholz
    Die derzeitige Rohstoff-Hausse bricht alle Rekorde der vergangenen Jahrzehnte. Das fünfte Jahr in Folge überschlagen sich die Nachrichten über neue Preishöchststände bei Energie und Metallrohstoffen. Und, aufgrund der nach wie vor bestehenden positiven Weltkonjunktur, ist ein Ende der Rohstoff-Hausse nicht in Sicht. Im Vergleich zu den Hochpreisphasen in den 60er- bis 90er-Jahren, die nicht länger als 34 Monate andauerten und zu einer maximalen Verdoppelung der Rohstoffpreise führten, befinden wir uns seit Anfang des 21. Jahrhunderts inmitten eines Rohstoff- Superzyklus. Die Preisausschläge dieser Rohstoff-Hausse von mehreren hundert Prozent galten noch vor wenigen Jahren als unvorstellbar. Selbst vor einem Jahr erschienen Preisanstiege, wie wir sie seit Ende 2007/Anfang 2008 für Erdöl, Platin, Gold, Chrom oder Koks erleben, auch Insidern unmöglich.
    Sekundärrohstoffatlas Europa – Bedeutende Stoffströme zum Recycling und zur energetischen Verwertung in 27 EU-Ländern
    Holger Alwast, Dr. Bärbel Birnstengel
    "Abfall" war bisher immer noch sehr stark mit einem negativen Image behaftet: schmutzig, übel riechend und sowohl gesundheitliche als auch Umweltprobleme verursachend. Die Hauptfrage war daher vorrangig, wie dieses "Problem" beseitigt werden kann. Nach wie vor ist Deponierung von Abfällen Europas dominierende Behandlungsmethode. Im Jahr 2004 wurden innerhalb der EU 27 immer noch deutlich mehr als die Hälfte (50 % bis 60 %) der gesamten Abfälle abgelagert, darunter auch mehr als 45 % der Siedlungsabfälle. Diese Zahlen verweisen jedoch auch bereits auf eine andere Seite des „Abfalls“. In den letzten Jahren ist in der Sicht auf Abfall ein deutlicher Paradigmenwechsel erkennbar. Zunehmend wird von Abfall als Sekundärrohstoff gesprochen, der wertvolle Rohstoffe bzw. (vorrangig fossile) Primärenergie ersetzen kann.
    Chancen interkommunaler Beschaffungskooperation nutzen!
    RA Hartmut GaĂźner
    Öffentliche Auftraggeber, die ihren Bedarf an Gütern oder Dienstleistungen alleine und daher nur in kleinen Mengen befriedigen, verschenken häufig erhebliche Effizienz- und Kostenvorteile, die durch Beschaffungskooperationen entstehen können. Wird der Beschaffungsbedarf mehrerer Auftraggeber gebündelt, so können eine stärkere Nachfragemacht erlangt und damit auch bessere Preise und Bezugskonditionen durchgesetzt werden. Darüber hinaus kann eine Beschaffungskooperation auch dazu beitragen, spezialisiertes Know-how aufzubauen und interne Arbeitsprozesse besser und effektiver zu gestalten. Gerade dann, wenn auf der Marktgegenseite starke und große Anbieter gegenüber stehen, ist es sinnvoll, durch eine entsprechende Kooperation mehrerer öffentlicher Auftraggeber wieder "die gleiche Augenhöhe" herzustellen.
    Integrierte Vorhabengenehmigung nach dem Referentenentwurf für das Umweltgesetzbuch – Konsequenzen für thermische Verfahren der Abfallbehandlung
    Prof. Dr. Andrea Versteyl
    Das geltende Anlagenzulassungsrecht gewährleistet nach beständigen Anpassungen an europäische Vorgaben und verschiedene Beschleunigungsinstrumente sowohl für den gebundenen immissionsschutzrechtlichen Teil wie auch für die separate wasserrechtliche Zulassung ein rechtssicheres und zügiges Verfahren. Durch das ehrgeizige Projekt eines einheitlichen Umweltgesetzbuches wird dieses System grundsätzlichen Änderungen unterworfen, deren Vorteile für die Genehmigung thermischer Abfallbehandlungsanlagen vergleichsweise gering erscheinen.
    Gewerbliche Abfallsammlung – was, wie viel und wo dürfen Private sammeln?
    Dr. Andreas Kersting, Dr. Jens Tobias Gruber
    Die Zulässigkeit der Erfassungstätigkeit eines privaten Entsorgungsunternehmens kann sich sowohl aus § 13 Abs. 1 Satz 1 KrW-/AbfG (s. sogleich unter Gliederungspunkt 1.1) als auch aus § 13 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 KrW-/AbfG (s. unter Gliederungspunkt 1.2) ergeben. Schon aus § 13 Abs. 1 Satz 1 letzter Halbsatz KrW-/AbfG folgt, dass ein privates Entsorgungsunternehmen in abfallrechtlich zulässiger Weise Verwertungsabfälle aus privaten Haushaltungen erfassen darf. Grundsätzlich sieht § 5 Abs. 2 KrW-/AbfG für Verwertungsabfälle eine Pflicht der Erzeuger/Besitzer vor, die Abfälle nach Maßgabe des § 6 KrW-/AbfG zu verwerten.
    Rechtliche Grenzen und Freiräume zur Umsetzung eines landesweiten Stoffstrommanagements
    MinDirig. a. D. Prof. Dr. Gottfried Jung
    Die Preise für viele industrierelevante Rohstoffe sind vor allem seit Beginn des neuen Jahrhunderts drastisch gestiegen. Allein zwischen 2000 und 2005 haben sich die Weltmarktpreise für importierte Rohstoffe im Euro-Raum um über 80 % verteuert. Dieser Trend setzt sich auch aktuell fort. Als rohstoffarmes Land ist Deutschland vom Import vieler Rohstoffe abhängig. Da ein Großteil der Wertschöpfung und der Arbeitsplätze unmittelbar mit dem industriell-gewerblichen Sektor im Zusammenhang steht, ist Deutschland direkt von dieser Preisentwicklung betroffen. Für den BDI war dies im Frühjahr 2007 ein Anlass dazu, auf einem Rohstoffkongress die Notwendigkeit und die Bedeutung einer ressortübergreifenden strategischen Rohstoffpolitik zu betonen.
    Die Novelle der Abfallrahmenrichtlinie – Stand und Perspektiven für die 2. Lesung des Europäischen Parlaments
    Ministerialrat Dr. Frank Petersen
    Obwohl die umfassende Novellierung des mittlerweile über 30 Jahre alten EGAbfallrechts bereits seit 1997 von der Gemeinschaft als notwendig anerkannt1 worden ist, hat die Umsetzung erhebliche Zeit in Anspruch genommen. Die Grundlage des Novellierungsprozesses legte die Kommission mit der am 27.05.2003 verabschiedeten Mitteilung zur thematischen Strategie für Abfallvermeidung und -recycling2, in der sie die Probleme der europäischen Abfallpolitik intensiv analysierte und den Änderungsbedarf – insbesondere die Verbesserung von Umweltstandards und die Modernisierung des rechtlichen Rahmens – festlegte. Die Umsetzung der Strategie erfolgte in zwei Schritten: In einem ersten Schritt nahm die Kommission die Novellierung der EG-Abfallverbringungsverordnung3 in Angriff.
    Klimawandel und Klimaschutz – Gesellschaftliche und ökonomische Herausforderung des 21. Jahrhunderts?
    Dipl.-Met. Sven Ploeger
    Zu Beginn des Vortrags steht die Erkenntnis, dass das für uns fühlbare Wetter etwas grundsätzlich anderes ist als das Klima. Klima können wir nämlich nicht fühlen, da es sich um das räumlich und zeitlich gemittelte Geschehen in der Atmosphäre handelt!
    Vom Abfallbeseitigungsgesetz zum Umweltgesetzbuch – des Klimaschutzes und der Ressourcenschonung
    RA Prof. Dr. Martin Beckmann
    Klimaschutz, Energieversorgungssicherheit und Ressourcenschonung entwickeln sich in Deutschland und Europa zu entscheidenden Themen der Umwelt- und Wirtschaftspolitik. In der deutschen Umweltpolitik gibt es einen breiten Konsens über die Ziele sowie über die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen, die effektiv, wirtschaftlich und verursachergerecht sein und die Leistungsfähigkeit der einzelnen Betroffenen angemessen berücksichtigen sollen. Dazu heißt es in Übereinstimmung mit Art. 2 der Klima-Rahmenkonvention der Vereinten Nationen in § 2 Abs. 3 UGBE, zur Veränderung einer gefährlichen anthropogenen Störung des Klimasystems solle die Freisetzung von Treibhausgasen insbesondere durch kosteneffiziente Maßnahmen verringert und zugleich eine umweltgerechte Energieversorgung durch einen effizienten Einsatz von Energien und die Nutzung erneuerbarer Energien ermöglicht werden.
    20 Jahre Abfallwirtschaft in Hessen – Rückblick und Ausblick
    MDgt.a.D. Dipl.-Ing. Edgar Freund
    Die Entwicklung der Abfallwirtschaft in Hessen ist in den letzten 20 Jahren – ebenso wie in den übrigen Bundesländern – sehr wechselhaft verlaufen. Wechselhaft waren vor allem die politischen Verhältnisse in dieser Zeit, in der jeder Regierungswechsel mit einem Politikwechsel verbunden war. Dies galt auch für die abfallwirtschaftlichen Ziele und Grundsätze, die im Rahmen der abfallwirtschaftlichen Planung und des abfallbehördlichen Vollzug umgesetzt wurden. Am Anfang standen kontroverse Debatten der politischen Parteien und Bürgerinitiativen über den richtigen Weg zur Lösung der immer drängender werdenden Abfallprobleme.
    Nationale und internationale Perspektiven des Urban Mining aus Sicht der privaten Entsorgungswirtschaft
    Dipl.-Ing. Peter Hoffmeyer
    Vor über 100 Jahren (1897) befand sich der Goldrausch am Klondike River auf dem Höhepunkt. Auch viele Deutsche schürften in Minen oder in Flüssen nach dem kostbaren Edelmetall. Der Goldrausch ist lange vorbei, aber ein relativ neuer Begriff für einen möglichen neuen Boom ist aufgetaucht. "urban mining" – die Stadt wird zur Mine. Die Mülltrennung in Deutschland mit den hohen Umweltstandards, vor vielen Jahren oft im Ausland belächelt, hat die Entsorgungswirtschaft zu einer deutschen Zukunftsbranche gemacht. Der Abfall wird nicht nur eingesammelt, sondern auch schon seit langem verwertet. Moderne Behandlungsanlagen haben tausende von Müllkippen ersetzt und das nicht erst seit dem Stichtag 1. Juli 2005 – der Einführung der TASi.
    Nationale und internationale Perspektiven des Urban Mining aus Sicht der kommunalen Entsorgungswirtschaft
    Prof. Dr.-Ing. RĂĽdiger Ulrich Siechau
    Aktuell wird die bundesdeutsche Wirtschaft von einer positiven Grundstimmung geprägt. Vielerorts ist vom lang ersehnten Aufschwung die Rede und viele wirtschaftliche Eckdaten bestätigen dieses. Jeder möchte natürlich teilhaben an diesen positiven Entwicklungen und so ist es nicht zufällig, dass aktuell auch eine Reihe von Tarifpartnern um höhere Löhne und Gehälter für Beschäftigte ringen. In der Abfallwirtschaft wird der Tarifkonflikt noch durch die Mindestlohndiskussion verstärkt, sodass im Rahmen dieser Auseinandersetzungen auch dem Image dieser Branche noch einiges bevor steht. Mögliche Bestreikungen der Betriebe, insbesondere der kommunalen Abfallwirtschaftsbetriebe, könnten das mühevoll aufgebaute positive Image wieder arg beschädigen.
    Was kann die Abfallwirtschaft zum Klima- und Ressourcenschutz beitragen?
    MinDir Dr. Helge Wendenburg
    Die Abfallwirtschaft leistet einen enormen Beitrag zum Klimaschutz und zur volkswirtschaftlichen Ressourcenproduktivität. Die schädlichen Emissionen sind zudem weitgehend im Griff und moderne Infrastruktur ist flächendeckend vorhanden – sehen wir von einigen Zwischenlagern ab. Die Umsetzung der Abfallablagerungsverordnung und hohe Verwertungsquoten zeigen, dass nachhaltige Abfallwirtschaft möglich ist. Das duale Entsorgungssystem von Wirtschaft und Kommunen hat sich bewährt. Also alles in bester Ordnung? Nein!
    20. Kasseler Abfallforum – Rückblick und Ausblick
    Prof. Dr.-Ing. habil Klaus Wiemer, Dr.-Ing. Michael Kern
    Das 20. Kasseler Abfallforum gibt Anlass, einen Blick zurück zu werfen und eine Zwischenbilanz zu ziehen. Wir schrieben das Jahr 1989, als die Mauer fiel und bei Michael Kern und mir der Gedanke reifte, in einem gemeinsamen Forum beider deutscher Staaten die maßgebenden Experten der Abfallwirtschaft zu einem gemeinsamen Kongress zusammenzuführen. Als dann im April des Jahres 1990 das erste deutsch-deutsche Abfallforum begann, war es Freude und Abenteuer zugleich, Fachleute aus den Ministerien beider deutscher Staaten, Vertreter der Umweltgruppen der DDR sowie der Wissenschaft und Praxis in der Stadthalle Kassel begrüßen zu dürfen.Es trafen Menschen mit gleicher Sprache, aber völlig verschiedenen Lebensgeschichten zusammen, um Bilanz zu ziehen und gemeinsame Visionen zu erarbeiten. Es herrschte Aufbruchstimmung.
    Die Qualitätssicherung von Klärschlamm durch QLA
    Dipl.-Ing.agr. Thomas Langenohl
    Klärschlamm ist ein wirkungsvoller Dünger, der neben für den Boden wertvoller organischer Substanz vor allem Nährstoffe, wie Stickstoff oder Phosphor, enthält. Von besonderer Bedeutung ist hierbei eine nachhaltige Nutzung der Ressource Phosphor, dessen schadstoffarme und zur Produktion von Düngemitteln geeignete Vorkommen bereits in 30 Jahren erschöpft sein können. Etwa 20 % des gesamten Phosphorverbrauchs in Mineraldüngern in Deutschland könnten durch eine landwirtschaftliche Klärschlammverwertung erbracht werden. Klärschlamm kann damit ein Düngepotenzial zur Verfügung stellen, dessen Nährstoffwert mit mehreren Millionen Euro zu bewerten ist.
    Technisch-wirtschaftliche Optimierungspotenziale der mechanischbiologischen Abfallbehandlung in Deutschland
    Dipl.-Ing, Dipl.-Wirt.-Ing. Daniel Rohring
    In vielen Veröffentlichungen und gerade bei Firmen im Bereich des Qualitätsmanagements gilt: Wer aufhört sich zu verbessern, hört auf, gut zu sein. Diese These beinhaltet, dass mit jeder neuen und guten Idee ein weiterer Entwicklungsschritt unternommen wird. Die Idee eine stoffspezifische Abfallbehandlung zu entwickeln, ist nicht neu, aber für die kommenden Generationen sehr wichtig. Mit der Aufbereitung und Nutzung der einzelnen Stoffströme, ergeben sich neue Perspektiven zur Wiederverwertung. Mit der stoffspezifischen Abfallbehandlung findet, aufgrund der Erzeugung der hochkalorischen Fraktion, eine Einsparung von fossilen Brennstoffen statt. Mit der Substitution von den fossilen Brennstoffen wird aktiver Klima- und Ressourcenschutz betrieben.
    Perkolationsverfahren MBA Kahlenberg
    Dr.rer.nat. Georg Person, Dipl.-Ing. Matthias Schreiber, Dipl.-Ing. Georg Gibis
    Der Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK) ist ein öffentlich-rechtliches Unternehmen mit derzeit ca. 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der Geschäftssitz und der Betriebsstandort befinden sich auf dem Kahlenberg in Ringsheim. Zwei Landkreise, Emmendingen und der Ortenaukreis, bilden den Zweckverband. Seit 1973 betreibt der ZAK die Deponie Kahlenberg, auf der insgesamt etwa sechs Millionen Tonnen Abfälle eingelagert wurden.
    Novelle der Klärschlammverordnung – Stand und Konsequenzen für die Praxis
    RDir Dr. Claus-Gerhard Bergs, Ricky Fischer
    Zur Aktualisierung der Anforderungen an die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung hat das Bundesumweltministerium nach Durchführung einer Expertentagung nunmehr in einem „Arbeitsentwurf“ (19.11.2007) Vorschläge zur Neufassung der Klärschlammverordnung unterbreitet. Durch die vorgeschlagenen neuen Anforderungen sollen einerseits die Weichen für eine längerfristig angelegte bodenbezogene Klärschlammverwertung gestellt, andererseits aber auch die Belange des vorsorgenden Bodenschutzes berücksichtigt werden. Um beiden gesetzlich vorgegebenen Zielen zu entsprechen, schlägt das Bundesumweltministerium eine deutliche Absenkung von Schadstoffgrenzwerten vor.
    Nachrüstung von MBA durch Vorschaltung von Vergärungsanlagen
    Dipl.-Ing. Thomas Turk, Dipl.-Geoökol. Tobias Bahr, Prof. Dr.-Ing. Klaus Fricke, Dipl.-Ing. Jürgen Hake
    Die Abfallwirtschaft steht vor großen Umwälzungen. Allein die Anstöße aus dem Klimaschutz sowie der Rohstoffverknappung wirken sich massiv auf die zukünftige Entwicklung der Branche aus – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Bedarfssteigerungen und Ressourcenverknappung, insbesondere im Energiesektor, bewirken deutlich steigende Rohstoffpreise.
    Das Qualitätssicherungssystem der Bundes-Qualitätsgemeinschaft Sero-Dünger e. V. (BQSD)
    Dr. Petra Maria Bloom
    Das Bundesumweltministerium (BMU) hat im November 2007 ein Arbeitspapier zur Novellierung der Klärschlammverordnung (AbfKlärV) vorgelegt, durch das die Position von anerkannten Qualitätssicherungssystemen gestärkt und Anreize für die Teilnahme an solchen Systemen geschaffen werden sollen [1]. Durch die Einbindung der Qualitätssicherung soll die behördliche Überwachung flankiert und die Akzeptanz der Düngung mit Klärschlamm erhöht werden. Als Anreize zur Teilnahme an Qualitätssicherungssystemen hat das BMU unter anderem reduzierten Analysenaufwand, Ausnahmen bei den Hygieneanforderungen und Vereinfachungen im Dokumentationsverfahren angekündigt.
    Betriebserfahrungen mit der Vollstromvergärung „MBA Schaumburg“ in Sachsenhagen
    Dr. Markus Schaefer, Dipl.-Ing. B. Insinger
    Die MBA Schaumburg wurde Mitte 2005 in Betrieb genommen. Die Komponenten zur trockenmechanischen Aufbereitung, zur biologischen Umsetzung einschließlich Gasaufbereitungs- und Verwertungstechnik und zur Abluftreinigung erfüllen seit Betriebsbeginn die an sie gestellten Anforderungen. Die Ablagerungskriterien werden durchgängig sicher eingehalten. Im Bereich der nassmechanischen Aufbereitung wurden Modifizierungen und Nachrüstungen, insbesondere zur Störstoffabscheidung, im erheblichen Maße vorgenommen. Nach diesen Nachrüstungen läuft die Gesamtanlage zwischenzeitlich betriebssicher und erfüllt neben den technischen Anforderungen auch die betriebswirtschaftlichen Erwartungen.
    VGVA – Modell zur Gütesicherung von Klärschlammveredlungsprodukten und Klärschlamm – Erfahrungen mit dem RAL-GZ 258 „AS-Humus“ für Klärschlammkomposte
    Dr. Ingrid Berkner
    Der VGVA e. V., in dem vorwiegend Kompostierungsunternehmen als Abwasserschlammaufbereiter und damit Veredler organisiert sind, vertritt mit dem RAL-GZ 258 „AS-Humus“ selbst bereits ein Gütesicherungssystem. Die Gütesicherung erfolgt unter dem Dach der Bundesgütegemeinschaft Kompost und basiert auf dem Gütesicherungssystem nach RAL.
    Wetterauer Modell – 20 Jahre Erfahrung mit der landwirtschaftlichen Verwertung von gütegesichertem Klärschlamm
    Dipl.-Ing.agr. Rainer Wagner
    Die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung unterliegt schon seit Jahren einer kontroversen Diskussion. Viele betrachten Klärschlamm eher als Abfall und weniger als Dünger, da er Stoffe enthält, die nicht unbedingt in der Landwirtschaft erwünscht sind. Es bestehen Ängste, dass durch eine verbesserte Analytik und einhergehender Absenkung der Grenzwerte eine Belastung von Böden und Ernteprodukten zustande kommen kann. Landwirte befürchten einen Wertverlust ihrer Böden und die Nahrungsmittelindustrie sowohl Imageverluste als auch wirtschaftliche Schäden.
    Novellierung des Deponierechts – Konsequenzen für die Praxis
    BD Dipl.-Ing. Karl Wagner
    Mit der Deponierichtlinie hat sich die Europäische Gemeinschaft verfahrensrechtliche und materielle Anforderungen vorgegeben, durch die negative Auswirkungen, die von einer Deponierung von Abfällen ausgehen können, vermieden oder verringert werden sollen. Die EU-Kommission hat im Jahr 2005 mit der Überprüfung der Umsetzung der Richtlinienvorgaben begonnen. Sie hat gegen alle Staaten Vertragsverletzungsverfahren wegen unzureichender Umsetzung der europäischen Vorgaben eingeleitet. Auch Deutschland ist hiervor betroffen.
    Die Neuregelung zur Verwertung mineralischer Abfälle – Konsequenzen für die Rohstoffindustrie
    RA Peter Wessel
    In den Diskussionen über die Verwertung mineralischer Abfälle und Ersatzbaustoffe drängt sich die Frage auf, warum die Wirtschaft so intensiv Vorschläge und Kritik artikuliert. Die Antwort ist recht einfach, denn fast die gesamte Verwertungsleistung bei mineralischen Abfällen und Ersatzbaustoffen wird von den Unternehmen erbracht. Der Anteil des Staates kann vernachlässigt werden; Verwertungsmaßnahmen bei mineralischen Abfällen und Ersatzbaustoffen durch staatliche Stellen sind praktisch nicht relevant.
    Verwertung mineralischer Abfälle im Bergbau über Tage
    MinR Kurt Bartke
    In der Bundesrepublik Deutschland besteht die gesetzliche Vorgabe, Abfälle soweit wie möglich zu vermeiden. Können Abfälle nicht vermieden werden, so sind sie zu verwerten. Die wichtigste Verwertungsmöglichkeit für mineralische Abfälle, in der auch die mit Abstand größten Mengenströme verwertet werden, ist die Verwertung in Abgrabungen und Tagebauen im Bergbau über Tage.
    Beurteilungskriterien für die Rückgewinnung von Metallen aus mineralischen Abfällen
    Professor Siegfried Kalmbach
    Nach den Grundpflichten der Kreislaufwirtschaft hat die Verwertung von Abfällen´Vorrang vor deren Beseitigung. Dabei ist eine der Art und Beschaffenheit des Abfalls entsprechende hochwertige Verwertung anzustreben (§ 5 Abs. 2 des Kreislaufwirtschafts-und Abfallgesetzes – KrW-/AbfG) [1]. Somit ist also auch noch innerhalb der „Verwertung“ eine Differenzierung in mehr oder weniger hochwertige Verwertungen vorzunehmen.
    Nutzungskonzepte fĂĽr Deponieschwachgas aus technischer und wirtschaftlicher Sicht
    Prof. Dr.-Ing Gerhard Rettenberger
    Die Deponiegasindustrie stellt derzeit ein komplettes Programm zur Nutzung und Entsorgung unterschiedlich methanreicher Deponiegase bis zu Konzentrationen unter die untere Explosionsgrenze zur Verfügung. Wichtig ist aber zu klären, ob notwendigerweise Schwachgase auftreten müssen oder ob diese durch andere Entgasungstechniken verhindert werden könnten und wie lange, falls Schwachgases auftreten, mit solchen zu rechnen ist.
    Ăśberblick ĂĽber ORC-Prozesse fĂĽr die Stromerzeugung aus Geothermie
    Daniel Depta
    Der vorliegende Aufsatz befasst sich mit den neuesten Trends zur Nutzung von Heißwasserquellen aus der tiefen Geothermie in Deutschland. Es werden moderne und effektive Verfahrensvarianten der ORC-Technologie sowie das Kreislaufberechungsprogramm EnBiPro der Technischen Universität Braunschweig vorgestellt. Mit diesem Programm sind die in diesem Aufsatz gezeigten Kreisläufe erstellt und deren Berechnungen durchgeführt worden.
    Sickerwasserkreislauf zur Behandlung von Sickerwässern der aerob-biologischen Restabfallbehandlung (Restabfallrotte)
    Dr.-Ing. Peter Degener
    Für die durch die europäische Deponierichtlinie geforderte Behandlung von Restabfällen vor der Deponierung wurde in Deutschland die mechanisch-biologische Restabfallbehandlung zusätzlich zu etablierten thermischen Verfahren mit der im Jahr 2001 verabschiedeten Verordnung über die umweltverträgliche Ablagerung von Siedlungsabfällen und über biologische Abfallbehandlungsanlagen zugelassen. Dabei stellt die aerob-biologische Behandlung von Restabfällen, die sogenannte Restabfallrotte, einen wichtigen Teilprozess in mechanisch-biologischen Verfahrenskonzepten dar.
    Untersuchungen zur Feststellung der Durchfeuchtung von Abfalldeponien mittels geophysikalischer Methode
    Prof. Dr.-Ing Gerhard Rettenberger, Dipl.-Ing. Norberth Kloos
    Nach der Umsetzung der EU-Richtlinie in Form der Deponieverordnung ist es erlaubt, eine Infiltration von Wasser in den Deponiekörper unter Zuhilfenahme technischer Hilfsmittel vorzunehmen. Die gesetzlichen Regelungen zur Wasserinfiltration finden sich in der Deponieverordnung (DepV) vom 24. Juli 2002. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass nach der Aufbringung der Oberflächenabdichtung eine Austrocknung des abgelagerten Abfalls (Mumifizierung) stattfindet. Seit Juni 2005 muss auf allen Deponieabschnitten, die nach der TA Siedlungsabfall (TASi) Hausmüll abgelagert hatten, die Ablagerung beendet und der Deponieabschnitt mit einer Oberflächenabdichtung versehen werden.
    Biologische Methanoxidation in Deponieabdeckschichten –Leistungspotenzial und Treibhausgasbilanzierung
    Jan Berger, Prof. Dr. rer. nat. Johannes Jager
    Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen sind Deponiebetreiber verpflichtet, anfallendes Deponiegas zu fassen und zu verwerten. Auch nach der Stilllegung der Deponie sind die Maßnahmen solange fortzuführen, bis schädliche Einwirkungen auf die Umgebung ausgeschlossen werden können. Dauer und Umfang der Maßnahmen in der Nachsorgephase sind (bislang) nicht konkret definiert, sie bestimmen jedoch erheblich die Kosten. Es besteht daher über eine unbestimmte Dauer von mehreren Jahrzehnten der Bedarf an einer effizienten, wartungsarmen und damit kostengünstigen Schwachgasbehandlungstechnologie.
    Untersuchungen zum Aufbau einer funktional optimierten ekultivierungsschicht auf einer hochbasischen Aschendeponie
    Dr.-Ing. Frank Braunisch
    Zahlreiche Hausmüll- und Industrieabfalldeponien werden in naher Zukunft stillgelegt oder befinden sich in der Stilllegung. Im Rahmen der Schließung ist eine geeignete Oberflächenabdichtung auf die Deponie aufzubringen. Der Gesetzgeber hat deshalb einen Regelaufbau für eine Deponieoberflächenabdichtung vorgesehen. Aufgrund der Kritik von zahlreichen Fachleuten wurden und werden zunehmend Alternativen gesucht, die die Kriterien bezüglich der Langzeitsicherheit und der geforderten Nachsorgefreiheit erfüllen. Das System Rekultivierungsschicht und Bewuchs kann hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten, es reduziert die Sickerwassermenge und hält diese konstant (Schmeisky und Hofmann 2005; Brechtel 1978).
    Thermisch gespritzte Funktionsschichten als Korrosionsschutzbarriere in thermischen Anlagen zur Energieerzeugung
    Dipl.-Ing. Torsten Neddemeyer, Dipl.-Ing. Gerhard Wolf, Prof. Dr. Mario Mocker, Prof. Dr.-Ing. Dietmar Bendix, Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich
    Das ATZ Entwicklungszentrum beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Entwicklung bzw. Weiterentwicklung thermisch gespritzter Funktionsschichten auf Wärmetauscherrohren zum Korrosionsschutz in thermischen Anlagen zur Energieerzeugung.
    Bioenergetische Nutzung von Presssäften aus Grünlandsilagen extensiver Standorte
    Dr. Felix Richter, Dr. Rüdiger Graß, Dipl.-Ing. Walter Zerr, Prof. Dr. Michael Wachendorf
    Im Hinblick auf einen global wachsenden Energieverbrauch bei gleichzeitiger Verknappung fossiler Energieträger sowie einem Anstieg weltweiter CO2-Emissionen und dem damit verbundenen anthropogen bedingten Klimawandel besteht höchste Dringlichkeit für eine Wende hin zu einer nachhaltigen, umweltschonenden Energieversorgung. Energie aus Biomasse kann dabei einen erheblichen Beitrag leisten.
    Stoffstromanalyse der Verwertung von Elektro- und Elektronikaltgeräten – Eine Methode zur Optimierung von Verwertungsstrategien und zur Ableitung von Qualitätskriterien
    Dr.-Ing. Perrine Chancerel, Prof. Dr.-Ing. Vera Susanne Rotter
    In den letzten Jahren ist in der Umweltpolitik ein Paradigmenwechsel zu beobachten gewesen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat 1999 innerhalb des sogenannten „5-Punkte-Programmes“ das Ziel formuliert, dass bis zum Jahr 2020 die Siedlungsabfälle der Bundesrepublik vollständig und umweltverträglich verwertet werden sollen. Seit dem 1. Juni 2005 dürfen in Deutschland unbehandelte Abfälle nicht mehr deponiert werden [TASi]. Im Rahmen des Umweltaktionsprogramms 2001–2010 der europäischen Gemeinschaft schlug am 21. Dezember 2005 der Kommission der europäischen Gemeinschaft eine Strategie für nachhaltige Ressourcennutzung, Abfallvermeidung und -recycling vor [KOM, 2005].
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