Wasserwirtschaft - Heft 05


Finowkanal 3.0 - Wiederbelebung einer historischen Wasserstraße
Dr. Adolf Maria Kopp
Der Finowkanal ist die älteste künstliche Wasserstraße Deutschlands. Seit seiner wirtschaftlichen Blütezeit im 18. und 19. Jahrhundert verlor der Finowkanal an Bedeutung. Nach intensiven Verhandlungen mit dem Bund setzen sich die Anrainerkommunen über den von ihnen gegründeten Zweckverband Region Finowkanal für die Grundinstandsetzung der Schleusenanlagen und seine wassertouristische Entwicklung ein. Damit wird die Basis für die dauerhafte Schiffbarkeit für Muskel und motorbetriebene Boote sowie die Vernetzungsmöglichkeiten des Finowkanals als Teil des brandenburgischen Wasserstraßennetztes gesichert.
Die Lausitzer Wasserwirtschaft unter den Bedingungen von Klimawandel und Kohleausstieg
Karin Kuhn, Prof. Dr.-Ing. Thomas Grischek
Der beschleunigte Kohleausstieg und Auswirkungen des Klimawandels erfordern eine schnelle länderübergreifende Überarbeitung der Sanierungspläne, eine vorbehaltlose Diskussion von Maßnahmen zur zukünftigen Gestaltung der Wassernutzungen bzw. eine klare Kommunikation zu erwartender Entwicklungen bezüglich des Wasserhaushaltes in der Region.
Der Elsterfloßgraben - ein einzigartiges technisches Denkmal der Wasserbaukunst
Dr. Frank Thiel
Der Artikel befasst sich mit der historischen Entwicklung und den Chancen zur Sicherung des Elsterfloßgrabens als technisches Denkmal. Die Floßgräben in der Region sind durch den Braunkohletagebau in der Mitte des vorigen Jahrhunderts teilweise zerstört worden. Es werden Vorschläge zur Revitalisierung und nachhaltigen Nutzung gemacht.
Regenwasser aufbereiten und nutzen
Ernst Deiss
Wasser stellt eine unsere wichtigsten Ressourcen im alltäglichen Leben dar. Obwohl die Erde zu zwei Dritteln aus Wasser besteht, sinken unsere Süßwasserreserven mit der zunehmenden Bevölkerung und den klimatischen Veränderungen. Experten warnen, dass auch in Deutschland die Süßwasservorräte in den kommenden Jahren knapp werden könnten. Ein Weg, um dieser Entwicklung entgegenzutreten, ist die Aufbereitung von Regenwasser.
Das Gesamtkonzept Elbe - Gemeinsam für einen Lebens- und Wirtschaftsraum mit Zukunft
Dipl.-Ing. Tobias Gierra
Das Gesamtkonzept Elbe (GKE) ist das strategische Konzept für die Entwicklung der deutschen Binnenelbe und ihrer Auen. Zwei Bundesministerien und neun Bundesländer haben das GKE 2017 verabschiedet, um den Zustand der Elbe im Hinblick auf die wertvolle Naturlandschaft, die wasserwirtschaftlichen Anforderungen und die Schifffahrt nachhaltig zu verbessern. Das GKE enthält Leitlinien für fünf thematisch eigenständige Bereiche sowie 55 gemeinsam erarbeitete Maßnahmenoptionen, um eine koordinierte und nachhaltig positive Entwicklung der Elbe zu gewährleisten.
Wenn Wasser die Natur verlässt … - Wie Humanwissenschaften mit Wasser denken
Prof. Dr. Ina Dietzsch
Im Rahmen von Konzepten, die in den Geistes-, Sozial- bzw. Kulturwissenschaften gebraucht werden, um Wasser zu erforschen, skizziert der Text eine Sichtweise aus der Empirischen Kulturwissenschaft. Es wird auf der Basis der Annahme argumentiert, dass Menschen und Wasser zahlreiche Beziehungen zueinander eingehen, an denen Technologien ebenso wie mehr-als-menschliche Organismen beteiligt sind. Vier Arten, wie solche Beziehungen strukturiert sein können, werden unter den Begriffen modernes Wasser, urbanes Wasser, virtuelles Wasser und digitales Wasser vorgestellt.
Abkehr von der Steinkohle - Die Transformation von Ha Long, Vietnam
Dr.-Ing. Katrin Brömme, Dr.-Ing. Sandra Greassidis, Univ.- Prof. Dr. Harro Stolpe, Mien Tran
Das größte Steinkohlenrevier von Vietnam befand sich Jahrzehnte lang nicht nur im Konflikt mit den natürlichen Ressourcen, sondern insbesondere auch mit Siedlungsgebieten und dem Tourismus, da sich die Bergwerke innerhalb der Stadtgrenzen von Ha Long und direkt angrenzend an das UNESCO Weltnaturerbe Ha-Long-Bucht befinden. Dieser Umstand und die beginnende Umweltgesetzgebung in Vietnam haben dazu geführt, dass der Bergbau umfangreiche Umweltmaßnahmen umgesetzt hat und die Region sich immer mehr zu einem beliebten Tourismusziel entwickelt.
Planung zum Stadthafen Leipzig nimmt Gestalt an
Dipl.-Arch. Jens Betcke, Dipl.-Ing. Dr. techn. Michael Reichel
Nach einem langen Vorlauf nehmen die Planungen für Leipzigs neuen Hafen konkrete Gestalt an. Fußläufig von der Innenstadt erreichbar, gut mit öffentlichem Nahverkehr erschlossen, kann von dort aus künftig ins Leipziger Gewässer- und Kanalnetz mit Kanu und Boot gestartet und angelandet werden. Ein Planungsteam in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Nutzer gestaltet einen offenen, vielfältig nutzbaren und einladenden Ort als weiteren Baustein der Leipziger Wasserlandschaft.
Eine Vision für den Finowkanal 2035
Prof. Hartmut Ginnow-Merkert
Unter Verwendung der Methode des Storytelling webt der Autor seine Erkundungen in den Wasserregionen Europas, Asiens und den USA auf der Grundlage seiner beruflichen Praxis als Industrial Designer, den Kenntnissen digitaler Technologien und seinen Erfahrungen als ehrenamtlicher Schleusenwärter zum Bild einer Zukunft für den ältesten Wasserweg Deutschlands, der mit neuen Schleusen und Managementstrukturen zu einer attraktiven, nachhaltig orientierten Wassertourismusregion entwickelt wird.
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