Heft 08 - 2016


Wasserrecht aus Sicht der Brunnenbau- und -betriebspraxis
Dr. Till Hagedorn-Rubbert
Die rechtliche Grundlage jeder Brunnenbohrung und Grundwasserförderung ist ein zugehöriges Wasserrecht. Dieses muss durch den jeweiligen Brunnenbetreiber bei der zustÀndigen Genehmigungsbehörde beantragt werden. Die Inhalte des Wasserrechts und die damit in der Regel verbundenen Auflagen werden in einem schriftlichen Wasserrechtsbescheid formuliert, der auf der Grundlage des gestellten Antrags nach einem formellen Verfahren durch die Behörde erlassen wird. Juristische Grundlage des erteilten Wasserrechts sind das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und die jeweiligen Landeswassergesetze. Der vorliegende Artikel stellt die wasserrechtlichen Aspekte der Brunnenbau- und -betriebspraxis aus Sicht eines Fachplaners dar.
Regelkonforme Grundwasserprobenahme
Dr. Nils Cremer, Frank Wilhelms
Der Erftverband untersucht regelmĂ€ĂŸig rund 2.500 Grundwassermessstellen in variierenden ZeitabstĂ€nden. Hierbei können rund 600 verschiedene Inhaltsstoffe untersucht und nachgewiesen werden. Die Probenahmen werden nach exakten Vorgaben unter BerĂŒcksichtigung der Lage und der Beeinflussung der Messstellen durchgefĂŒhrt. Fast 80 % dieser Messstellen haben einen Innendurchmesser von weniger als 80 mm und können unter BerĂŒcksichtigung der Anforderungen des Erftverbandes nach derzeitigem Stand der Technik ausschließlich mit einer leistungsfĂ€higen 2“-Unterwasserpumpe beprobt werden, was die nachhaltige Bedeutung eines solchen Systems unterstreicht.
LĂŒckenschluss U5 in Berlin: Leitungs- und Spezialtiefbau entlang „Unter den Linden“
Ewa Samisch, Torsten Brenner
Bei dem U-Bahn-Bauprojekt „LĂŒckenschluss U5“ in Berlin sind die Zeiten der Tunnelvortriebsmaschine „BĂ€rlinde“ inzwischen zwar vorbei, doch es geht spannend weiter: FĂŒr den Aushub der letzten Baugrube des Projekts im nordwestlichen Bereich der Museumsinsel rĂŒckten noch einmal die Spezialtiefbauer an, um SchlitzwĂ€nde von ĂŒber 17 m in den Boden einzubringen. Zuerst aber mussten zahlreiche Leitungen gesichert werden, um das Baufeld freizurĂ€umen: Der hochfrequentierte Ort zwischen Deutschem Historischem Museum, Spreekanal und Berliner Dom erfordert nicht nur bĂŒrokratisches FeingefĂŒhl und Genauigkeit, sondern auch KreativitĂ€t bei der Umsetzung entsprechender Ingenieurleistungen.
SystemdurchlĂ€ssigkeit von ErdwĂ€rmesonden – Teil 2: Hydraulische SystemdurchlĂ€ssigkeit
Prof. Dr. Ingo Sass, Dr.-Ing. Hauke Anbergen
Seit Jahren wird die SystemdurchlĂ€ssigkeit von ErdwĂ€rmesonden intensiv diskutiert. Eine einheitliche Vorgabe bezĂŒglich der zugelassenen maximalen DurchlĂ€ssigkeit fehlt bis dato. Beleuchtet wird, was in diesem Zusammenhang SystemdurchlĂ€ssigkeit bedeutet, mit welchen GrĂ¶ĂŸenordnungen zu rechnen ist und was sich derzeit technisch umsetzen lĂ€sst. In Teil zwei dieses Beitrags wird der Fokus auf die hydraulische SystemdurchlĂ€ssigkeit gelegt.
Polymere fĂŒr StĂŒtzflĂŒssigkeiten im Spezialtiefbau
Peter Mielenz, Oliver Mielenz
Die Verwendung von PolymerspĂŒlungen ist im Brunnenbau seit mehr als 30 Jahren Stand der Technik und auch im Spezialtiefbau werden die Vorteile polymerer StĂŒtzflĂŒssigkeiten vermehrt genutzt. Trotz der vergleichsweise hohen Produktpreise ergeben sich im Vergleich mit bentonit-basierten Systemen Kosten-Nutzen-Vorteile zugunsten der PolymerstĂŒtzung.
Zementieren von zerklĂŒfteten Felsformationen bei einem HDD-Projekt in Spanien
Hans-Wolfgang Hausmann, GĂŒnter Kruse
FĂŒr eine „Trinkwasser-Autobahn“ musste der Fluss Rio Escalante in seinem MĂŒndungsbereich an der kantabrischen AtlantikkĂŒste Spaniens mit einem Stahlrohr DN 800 mittels HDD gequert werden. Eine besondere Herausforderung stellten dabei die karstigen HohlrĂ€ume im Fels dar, die den Einsatz von Zementpfropfen notwendig machten.
Ausbau des französischen Gaspipeline-Netzes
Dipl.-Ing. Thomas Garçon
Der französische Fernnetzbetreiber GRTgaz fördert die Sicherheit der Energieversorgung und die LeistungsfĂ€higkeit der Gasindustrie in Frankreich und Europa. Um dabei sowohl große Mengen an Energie zu transportieren als auch Kulturlandschaften zu pflegen und die Artenvielfalt zu erhalten, stellen unterirdisch verlegte Rohrleitungen ein sicheres, schonendes und zugleich kosteneffektives Medium fĂŒr die Verteilung von Erdgas dar. Die MAX STREICHER GmbH & Co. KG aA wurde mit der AusfĂŒhrung mehrerer Baulose in insgesamt zwei Abschnitten beauftragt.
Dichtwandherstellung fĂŒr den Bagatelle-Damm auf Mauritius
Peter Banzhaf
Der Inselstaat Mauritius liegt etwa 870 km östlich von Madagaskar im Indischen Ozean. Das Land muss trotz ergiebiger RegenfĂ€lle Probleme mit der Frischwasserversorgung bewĂ€ltigen, da es ĂŒber keine ausreichenden SpeicherkapazitĂ€ten verfĂŒgt. Im Laufe der vergangenen zehn Jahre fĂŒhrten der Klimawandel sowie eine erhöhte Nachfrage zu einem steigenden Wasserbedarf auf Mauritius. Zur Deckung dieser Nachfrage wurde ein weiteres Reservoir ca. 8,5 km sĂŒdlich der Hauptstadt Port Louis gebaut – der Bagatelle-Damm. Durch das Dammbauwerk entsteht ein Speicherbecken, das zur Deckung des Wasserbedarfs der Hauptstadt sowie des Bezirks Lower Plaine Wilhems dient. Das Speicherbecken wird zudem das fĂŒr die BewĂ€sserung verfĂŒgbare Wasservolumen erhöhen sowie das fĂŒr eine Reihe großer Infrastrukturmaßnahmen notwendige Wasser bereitstellen.
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