Heft 07-08 2014


Sanierung einer Trinkwasserleitung mittels Close-Fit-Relining in Nordhorn
Dipl.-Ing. (FH) Markus Warmuth-Baron, Dipl.-Ing. (FH) Klaus Hilchenbach
Im nieders√§chsischen Nordhorn wurde eine rund 800 m lange PVC-Trinkwasserleitung DN 300 mit der grabenlosen Close-Fit-Lining Methode saniert. Die Leitung liegt im Bereich eines Damms, auf dem ein stark frequentierter Radweg verl√§uft, der von wertvollem Baumbestand ges√§umt wird. Die Entscheidung fiel deshalb auf die grabenlose Methode. Beschrieben werden der Sanierungsprozess sowie die Besonderheiten des Einsatzes, etwa die Beschaffenheit der Liner, das Aufdampfen des eingezogenen Liners, die Einbindung der neuen Leitung in das bestehende Leitungssystem sowie die Druckpr√ľfung.
HDD-Technik f√ľr Flussunterquerung einer √Ėlpipeline in Italien
Dr. Giovanni Polloni
Die √Ėl-Pipeline Trecate-Quiliano (DN 200 - 8‚Äú) kreuzt den Fluss Bormida nahe der Stadt Mombalone (Provinz Asti, Norditalien). Die Leitung ist oberirdisch an eine bestehende Bahnbr√ľcke montiert. Um diese oberirdische Kreuzung zu beseitigen und die Leitung in ausreichender Tiefe, gesch√ľtzt vor Hochw√§ssern und Freisp√ľlungen, unter der Flusssohle zu verlegen, wurde im M√§rz 2014 eine grabenlose Unterquerung des Flusses im Horizontal-Sp√ľlbohr-Verfahren (HDD) hergestellt.
Fels und Boden: Kernbohrverfahren zur Probengewinnung
Dipl.-Geol. Martin Happel
Fels und Boden werden allgemein und auch in der Normung als zwei Themenbl√∂cke dargestellt. Der √úbergang von kompaktem Fels zu lockerem Boden ist immer eine Herausforderung an die Beurteilung und ebenso an das Werkzeug zur Gewinnung der Probe. Trockenrammen und -drehen, Einsatz einer Trockensp√ľlung oder Nasssp√ľlung: Hier ist das Fingerspitzengef√ľhl des Ger√§tef√ľhrers gefragt, ebenso das geeignete Bohrwerkzeug. Gutachter und Bauherr verlangen eine m√∂glichst ungest√∂rte Probe. Dazu geh√∂ren f√ľr alle Beteiligten auch die Kenntnis der Probennahme-Techniken sowie die Anerkennung von Grenzen einer optimalen Durchf√ľhrbarkeit.
Gr√ľndungsarbeiten f√ľr das h√∂chste Geb√§ude der Welt
Dipl.-Ing. Harald Heinzelmann
An der n√∂rdlichen K√ľstenlinie von Jeddah in Saudi Arabien entsteht auf einer Fl√§che von f√ľnf Millionen Quadratmetern die sogenannte Kingdom City. Deren Kernst√ľck ist der Kingdom Tower, der mit 1.001 m in wenigen Jahren das h√∂chste Geb√§ude der Welt sein wird. Die Gr√ľndungs-, Verbau- und Wasserhaltungsarbeiten f√ľr dieses Bauwerk umfassten u. a. die Herstellung von 270 fl√ľssigkeitsgest√ľtzten Gro√übohrpf√§hlen ‚Äď auszuf√ľhren in schwierigstem, extrem heterogenem Baugrund ‚Äď, vier Pfahltests mit Osterberg-Zellen, eine Baugrube im Kernbereich und die Entw√§sserung dieses Bereiches.
Sanierungsbedarf bei (Trinkwasser-) Quellwasserfassungsanlagen: Ursachen - Risikoanalyse - Minimierungsstrategien
Professor Dr. habil. Christoph Treskatis
Die Nutzung von Quellwasser ist eine ressourcenschonende und energieeffiziente Art der Trinkwassergewinnung. Die Bauwerkssubstanz ist bei vielen Fassungen mehrere Dekaden alt und wurde, im Gegensatz zu Bohrbrunnen, kaum grundlegend ver√§ndert oder instand gehalten. In der Praxis ergeben sich Sanierungsbed√ľrfnisse, nachdem sich herausgestellt hat, dass die meisten Qualit√§tsminderungen des Quellwassers durch undichte oder defekte Bauwerke und deren unmittelbares Umfeld ausgel√∂st werden. Oft reichen Teilsanierungen und einfache Aufbereitungsverfahren aus, um das Quellwasser f√ľr die Trinkwasserversorgung weiter wirtschaftlich nutzen zu k√∂nnen.
Tracergest√ľtzte Ermittlung von Str√∂mungsbeitr√§gen stimulierter Gesteinsformationen
Dr. Julia Ghergut, Prof. Dr. Martin Sauter
An der Bohrung Gro√ü Sch√∂nebeck-4 in der Schorfheide erweist sich die relative Unsensitivit√§t der in Einbohrlochtests gewonnenen Tracersignale gegen√ľber Gesteins- und Rissparametern als hilfreich f√ľr die Ermittlung der Str√∂mungsbeitr√§ge einzelner stimulierter Formationen in Vulkanit- und Sandsteinschichten. An der ehemaligen Gasexplorationsbohrung Horstberg-Z1 in der S√ľdheide, seit 2003 zum Erproben innovativer Einbohrlochtechniken zur Erdw√§rmegewinnung aus dichtem Gestein umgewidmet, erm√∂glicht eine Rissmarkierung trotz Unsensitivit√§t der Tracersignale gegen√ľber der Rissapertur die Prognose der thermischen Lebensdauer des in Ton- und Sandsteinschichten k√ľnstlich erschlossenen Reservoirs. Die in Horstberg initiierte "Einbohrlochgeothermie" kann, mit Anpassungen, an der Bohrung Gro√ü-Buchholz beim Geozentrum Hannover weiterverfolgt werden.
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