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Am 11. November 2024 beginnt die 29. Weltklimakonferenz (COP29) in Baku unter der Präsidentschaft Aserbaidschans. Neben der Umsetzung von Vorjahres-Beschlüssen zu Energie-, Minderungs- und Anpassungszielen steht in diesem Jahr die Klimafinanzierung im Mittelpunkt.
Das sogenannte New Collective Quantified Goal (NCQG) soll das
bestehende jährliche kollektive 100 Milliarden Dollar-Ziel der
Industriestaaten nach 2025 ablösen und die internationale
Klimafinanzierung auf eine breitere Grundlage stellen. "Team
Deutschland" wird auf der COP29 durch mehrere Bundesministerinnen und
-minister vertreten sein.Annalena Baerbock, Außenministerin:
"Killerstürme,
Dürren, immer neue Jahrhundertfluten und Hitzerekorde: Die Klimakrise
ist die größte Sicherheitsherausforderung unserer Zeit. Sie wütet
unabhängig von Wahlen. Das zeigen die Überschwemmungen in Spanien und
die jüngsten Hurrikans in den USA auf schmerzhafte Weise. Und sie zeigen
auch: Wir müssen als Weltgemeinschaft gemeinsam alles dafür tun, das
1,5 Grad-Ziel von Paris in Reichweite zu halten.
Die COP29 in Baku
wird eine echte Handwerkerkonferenz. Wir werden auf der
Weltklimakonferenz intensiv daran arbeiten, das gemeinsam umzusetzen und
zu beschleunigen, was wir als Staatengemeinschaft bereits beschlossen
haben, wie die vollständige Abkehr von fossilen Energien und den raschen
Ausbau der Erneuerbaren. Hier geht es auch darum, voneinander zu
lernen, um gute Lösungen im Bereich Solar, Wind, Netze oder Speicher
auch anderswo zu nutzen.
Die globale Klimafinanzierung wollen wir
vom Kopf auf die Füße stellen. Alle, die es sich leisten und beitragen
können, sind nun gefragt – traditionelle Industrieländer genauso wie
alle Länder, die wirtschaftlich dazu in der Lage sind. Damit wir
gemeinsam auch die vulnerabelsten und verletzlichsten Staaten bei der
klimagerechten Transformation unterstützen können. Klar ist auch, dass
öffentliche Gelder allein nicht ausreichen werden, auch die Wirtschaft
braucht Anreize, um ihre Investitionen zu erhöhen.
Dass dies keine
leichten Verhandlungen werden, ist allen klar. Doch sie lohnen sich:
Jedes verhinderte Zehntelgrad Erderwärmung bedeutet weniger Krisen,
weniger Leid, weniger Vertreibung. Und neue Chancen für uns alle, die
die grüne Transformation mit sich bringt."Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz:
"Die
globale Energiewende schreitet so schnell voran wie noch nie. Fast ein
Drittel des Stroms weltweit stammt mittlerweile aus erneuerbaren,
klimafreundlichen Quellen. Auch in Deutschland tragen wir dazu bei:
Deutlich über die Hälfte des Stroms wird hierzulande mittlerweile aus
Wind- und Solarkraft produziert. Eine Verdreifachung der Erneuerbaren
Energien bis 2030, wie sie die COP28 beschlossen hat, ist also möglich.
Gleichwohl brauchen wir weitere Schritte. Wir müssen dafür sorgen, dass
die Erneuerbaren Energien verlässlich in das Netz integriert werden
können und noch mehr Länder in die Lage versetzt werden, ihre
Energieversorgung klimaneutral auszubauen. Hierfür muss die
Weltklimakonferenz in Baku die richtigen Weichen stellen.
Zugleich
läuten wir eine neue Umsetzungsphase ein, in der die industrielle
Dekarbonisierung in das Blickfeld rückt. Der Klimaklub unter Vorsitz von
Deutschland und Chile mit 42 Mitgliedern aus Industrie-, Schwellen- und
Entwicklungsländern leistet dafür eine grundlegende Arbeit. Unser
gemeinsames Ziel ist es, erfolgreich die weltweite Bedrohung des
Klimawandels abzuwenden und einen dauerhaften Schutz unserer Natur zu
sichern. Nur so können wir für kommende Generationen eine lebenswerte
Welt bewahren. Erneuerbare Energien und eine weitgehend kohlenstofffreie
Wirtschaft sind dafür die Voraussetzung."Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:
"Zwei
Drittel der Treibhausgasemissionen kommen inzwischen aus Schwellen- und
Entwicklungsländern. Darum ist es so wichtig, dass weltweit daran
gearbeitet wird, den Klimawandel zu stoppen. In Paris hat die
Weltgemeinschaft 2015 ein Solidaritätsversprechen gegeben: Wer den Weg
in die klimaverträgliche Zukunft nicht aus eigener Kraft schafft,
bekommt Unterstützung. Dieses Versprechen gilt es in Baku zu bekräftigen
und zu aktualisieren.
Das bedeutet erstens: Auch Staaten, die
bislang nicht zu den klassischen Gebern gehörten, aber die nötige
Wirtschaftskraft haben, sollten künftig dazu beitragen. Zweitens:
Angesichts der angespannten öffentlichen Haushalte werden private
Klima-Investitionen eine zentrale Rolle spielen müssen. Die richtigen
politischen Rahmenbedingungen dafür werden also umso wichtiger – bei uns
in Deutschland, aber auch in unseren Partnerländern. Hier gibt es viel
Potenzial für internationale Zusammenarbeit. Deutschland wird sich
tatkräftig einbringen und ein verlässlicher Partner bleiben."Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz:
"Die
Auswirkungen der Dreifachkrise aus Klimakrise, Biodiversitätsverlust
und Umweltverschmutzung werden bedrohlicher und zunehmend sichtbar.
Nicht nur in den besonders betroffenen Ländern des Südens, sondern auch
bei uns in Deutschland und Europa. Die Weltnaturkonferenz in Cali hat
noch einmal deutlich gemacht: wir können der Klimakrise nur dann etwas
entgegensetzen, wenn wir konsequent die Natur schützen, den globalen
Wasserhaushalt stabilisieren und die Übernutzung unserer natürlichen
Ressourcen eindämmen.
In Dubai konnten wir die Kreislaufwirtschaft
in der Abschlusserklärung verankern. In Baku setzen wir uns jetzt dafür
ein, dass sich die Vertragsstaaten Maßnahmen für eine
Kreislaufwirtschaft vornehmen. Dies bedeutet auch, im Anschluss an Baku
bei den Verhandlungen für ein globales Plastikabkommen in Busan für ein
Ende der Plastikverschmutzung einzutreten. Denn Plastik schadet nicht
nur der Umwelt und der menschlichen Gesundheit, sondern auch dem Klima.
Schon heute emittiert der Plastiksektor weltweit dreimal so viele
Treibhausgase wie Deutschland. So will ich auf der diesjährigen
Weltklimakonferenz eine Brücke schlagen von Cali über Baku nach Busan."
Im vergangenen Jahr hat sich die Weltgemeinschaft auf der COP28 in
Dubai neben der langfristigen Abkehr von fossilen Energieträgern unter
anderem darauf geeinigt, die globalen Erneuerbare-Energien-Kapazitäten
bis 2030 zu verdreifachen und die jährliche
Energieeffizienz-Verbesserungsrate zu verdoppeln. Die
Staatengemeinschaft hat sich auch darauf verständigt, die globale
Entwaldung bis 2030 zu beenden und die Bedeutung der Ressourceneffizienz
im Sinne einer Kreislaufwirtschaft hervorzuheben. Die Bundesregierung
setzt sich – gemeinsam mit den europäischen Partnern – dafür ein, diese
ehrgeizigen Ziele rasch umzusetzen.
| Copyright: | © Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) (10.11.2024) | |