Kreislaufwirtschaft im Batteriesektor - Experten fordern mehr Engagement

FEAD-PrĂ€sident Peter Kurth: „Kreislaufwirtschaft kommt nicht von allein“


FĂŒr den Ausbau der Kreislaufwirtschaft im Batteriesektor sind mehr Engagement und stĂ€rkere Impulse nötig. Das ist das Ergebnis einer Online-Debatte von Experten, die sich auf Einladung des europĂ€ischen Dachverbandes der Entsorgungswirtschaft (FEAD) am vergangenen Dienstag mit dem Vorschlag der EuropĂ€ischen Kommission fĂŒr eine Verordnung ĂŒber Batterien und Altbatterien befasst haben.

„FĂŒr eine funktionierende Kreislaufwirtschaft im Batteriesektor auf europĂ€ischer Ebene sind die richtigen Rahmenbedingungen nötig, damit sie ihr volles Potenzial entfalten kann. Dazu gehören praxisorientierte Ziele bei den Effizienzquoten, ehrgeizige Mindesteinsatzquoten bei Recyclingrohstoffen fĂŒr Batterien und ambitionierte Sammelziele, die mit einem praxistauglichen Pfandsystem fĂŒr Batterien gekoppelt sind. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann das Batterierecycling fĂŒr Europa ein SchlĂŒsselprojekt beim Übergang zu einer wirklichen Kreislaufwirtschaft sein“, erklĂ€rte FEAD-PrĂ€sident Peter Kurth in seiner EinfĂŒhrung. Kurth ist auch PrĂ€sident des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V.

Die Expertenrunde war mit Hartmut Stahl (Senior Researcher, Öko-Institut), Jose Rizo Martin (Senior Expert, EuropĂ€ische Kommission), MEP Maria Spyraki (EVP Berichterstatterin fĂŒr die ITRE-Stellungnahme zum Vorschlag der Kommission), Ralf Mittermayr (CEO, Saubermacher Dienstleistungs AG), Alessandro Danesi (Commerical Director, S.E.VAL Group), Janne Koivisto (Public Affairs Manager, Fortum) und Valerie Plainemaison, GeneralsekretĂ€rin der FEAD, hochkarĂ€tig besetzt.
Moderatorin Claire Doole fĂŒhrte die GesprĂ€chsgĂ€ste souverĂ€n durch die Debatte, die insbesondere auf die Themenschwerpunkte Mindestrezyklateinsatz, Sammelquoten, Batteriepfand und Recyclingeffizienz einging.

In der Runde bestand Einigkeit, dass fĂŒr den Übergang zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft die StĂ€rkung der Nachfrage nach Rezyklaten eine große Bedeutung hat. Hier mĂŒsse der verpflichtende Einsatz von Rezyklaten einen grĂ¶ĂŸtmöglichen Anwendungsbereich finden. Die FEAD fordert deshalb, den vorgeschlagenen Anwendungsbereich der Mindesteinsatzquoten nicht nur auf Industrie-, Fahrzeug- und Starterbatterien, sondern auch auf GerĂ€tebatterien festzulegen.
Mehr Mut forderten die Diskutanten bei der Festlegung der Sammelziele und machten sich fĂŒr eine ambitioniertere Sammelquote stark, die man nur durch eine ordnungsgemĂ€ĂŸe Handhabung und korrekte Entsorgung von Batterien erreichen könne. Aus Sicht der FEAD ist dafĂŒr eine Quote von mindestens 80 Prozent auf GerĂ€tebatterien erforderlich.

Eine besondere Bedeutung hat nach Ansicht der Experten auch das Thema Batteriepfand. Batterien mĂŒsse ein Wert im Sinne eines Pfandes beigemessen werden, weil höhere Sammelziele und Informationskampagnen nur einen begrenzten Beitrag zur Vermeidung von FehlwĂŒrfen leisten könnten. Mit einem Batteriepfand ließe sich auch das Brandrisiko eindĂ€mmen. Eine Pfandpflicht auf Batterien erhöhe die Sammelbereitschaft der Verbraucher und stelle damit eine wirksame Lenkung insbesondere kritischer Batterieströme dar. Deshalb macht sich die FEAD auch weiterhin fĂŒr die EinfĂŒhrung einer Pfandpflicht fĂŒr Lithium-Batterien und -Akkumulatoren auf europĂ€ischer Ebene stark.

Auch in Fragen der Recyclingeffizienz sah die Runde Nachbesserungsbedarf. So wurde deutlich, dass die vorgeschlagenen Zielvorgaben nach dem derzeitigen Stand der Technik nicht eingehalten werden können. Da die Quotenberechnung jedoch erst bis Ende 2023 festgelegt werden soll, sei die Vorgabe der Quoteneinhaltung bereits zu Beginn des Jahres 2025 unrealistisch, da bestehende Technologien erst darauf eingestellt oder gar neue Verfahren entwickelt werden mĂŒssten. Die FEAD fordert daher eine praxisgerechte und frĂŒhzeitige Festlegung der Methodik fĂŒr die Berechnung.

Zusammenfassend ging Kurth abschließend auch auf die Verantwortung der Politik ein: „Kreislaufwirtschaft kommt nicht von allein. Der europĂ€ische Gesetzgeber ist gefragt, starke ordnungspolitische Maßnahmen fĂŒr den Mindestrezyklateinsatz, fĂŒr eine bessere Sammlung, fĂŒr ein Batteriepfand und fĂŒr eine praxisgerechte Ausgestaltung der Recyclingeffizienzquoten zu treffen.“

Die Originalpressemitteilung finden Sie hier.



Copyright: © BDE Bundesverband der deutschen Entsorgungswirtschaft e.V. (25.03.2021)
 
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