Hochwasserwarnung und -information in Th√ľringen
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Der Freistaat Th√ľringen ist im Gegensatz zu den beiden Fl√§chenl√§ndern Rheinland-Pfalz und Sachsen nahezu ausschlie√ülich als Hochwasserentstehungsgebiet einzuordnen. Gr√∂√üere Zul√§ufe wie Rhein oder Elbe mit Oberliegern in anderen (Bundes-) L√§ndern, gibt es in Th√ľringen nicht. Die bedeutendsten Zufl√ľsse von au√üerhalb sind die Saale sowie die Wei√üe Elster. Das bayerische Einzugsgebebiet der Saale besitzt eine Fl√§che von ca. 1 000 km¬≤. Allerdings findet sich auf dem weiteren Weg der Saale in Th√ľringen schon nach wenigen Kilometern Flie√üstrecke das Talsperrensystem der Saalekaskade, mit dem die Saaleabfl√ľsse unterhalb sehr deutlich reguliert werden k√∂nnen. Die Wei√üe Elster besitzt ein noch etwas gr√∂√üeres Einzugsgebiet von ca. 1 250 km¬≤ oberhalb von Th√ľringen, das zum gr√∂√üten Teil in Sachsen liegt und noch kleinere tschechische Anteile besitzt. Durch die s√§chsischen Talsperren P√∂hl, Pirk und Dr√∂ga kann auch der Hochwasserabfluss der Wei√üen Elster deutlich beeinflusst werden.

Das Juli-Hochwasser 2021 in Rheinland-Pfalz
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Das Hochwasserereignis im Juli 2021 im Ahrtal hat gezeigt, dass eine qualitativ hochwertige Niederschlagsvorhersage entscheidend eine Hochwasservorhersage beeinflusst. Es hat sich aber auch gezeigt, dass Einrichtungen, wie z. B. Br√ľcken, einen wesentlichen Einfluss auf den beobachteten Wasserstand w√§hrend eines Ereignisses haben k√∂nnen. Durch das Versagen von zahlreichen Br√ľcken oberhalb von Bad Bodendorf k√∂nnten Schwallwellen entstanden sein, die dazu beigetragen haben k√∂nnten, dass weitere verlegte Br√ľcken durch einen zus√§tzlichen Impuls gebrochen sind und eine Vielzahl an Br√ľcken in einer Art Dominoeffekt Schaden genommen haben.

Hochwasserfr√ľhwarnung in Rheinland-Pfalz
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Die seit 2008 in Rheinland-Pfalz zun√§chst nur auf der Internetseite dargestellte Fr√ľhwarnkarte wurde in den letzten Jahren um E-Mail-Benachrichtigungen und Meldungen √ľber Warn-Apps erweitert. Eine systematische Analyse der Fr√ľhwarnungen seit 2009 ergab, dass 79 % der insgesamt 47 Warnungen Treffer waren und 21 % Fehlalarme. Bei den 15 verpassten Ereignissen handelte es sich gr√∂√ütenteils um direkt nach Starkregen auftretende Sturzfluten, die mit den vorhandenen Wetterdaten nicht korrekt vorhersagbar waren. Die Kommunikation der Vorhersageunsicherheit als wichtige weitere Zusatzinformation ist aktuell ein zentrales Weiterentwicklungs-Vorhaben.

Das neue DWA-Merkblatt Hochwasserrisikokommunikation
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Dieser Beitrag gibt einen Überblick zum Merkblatt Risikokommunikation der DWA. Es werden wesentliche Akteure und Ziele der Kommunikation beschrieben. Ziele sind u. a. verbesserte Bewusstseinsbildung: Überflutungen als reales Risiko vermitteln; eigene Handlungen der Betroffenen fördern: Eigenvorsorge stärken; neue Risiken meiden: Schadenspotenziale vermeiden; Betroffene von (Schutz-) Maßnahmen vor Ort: Vertrauen entwickeln und Konflikte managen. Zusammenfassend werden wesentliche Schritte einer Kommunikationsstrategie skizziert.

Hochwasserfr√ľhwarnung in Sachsen
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Kleine Gew√§sser k√∂nnen infolge intensiver Niederschl√§ge und/ oder Schneeschmelze innerhalb nur kurzer Zeit stark anschwellen; im Extremfall steigt der Abfluss fast zeitgleich mit dem Einsetzen des Niederschlags an. Pegelbasierte Warnungen (auf Basis von Wasserstandbeobachtungen an Hochwassermeldepegeln) und zentimetergenaue, zeitscharfe Vorhersagen des Wasserstandes sind unter diesen Bedingungen nicht m√∂glich, da einerseits die Zeitspanne zwischen ausl√∂sendem Starkregen und Wasserstandanstieg sehr kurz ist und andererseits Starkniederschl√§ge r√§umlich, zeitlich und mengenm√§√üig derzeit nicht hinreichend genau vorhergesagt werden k√∂nnen. F√ľr kleine Einzugsgebiete ist aber sehr wohl eine regionale Absch√§tzung der aktuellen Hochwassergef√§hrdung m√∂glich.

Herausforderungen im Einsatz des THW bei der Bewältigung der Hochwasserkatastrophe 2021
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Das Technische Hilfswerk (THW) ist die operativ taktische Organisation f√ľr den Zivilschutz des Bundes. Sie untersteht dem Bundeministerium des Innern und f√ľr Heimat (BMI). Seit ihrem Gr√ľndungsjahr im Jahr 1950 gew√§hrleisten THW-Einsatzkr√§fte, dass Menschen in Not so schnell wie m√∂glich Hilfe erhalten. Aktuell engagieren sich bundesweit mehr als 80 000 M√§nner und Frauen ehrenamtlich in 668 Ortsverb√§nden. Davon sind mehr als 12 000 M√§dchen und Frauen. Hauptamtlich besch√§ftigt das THW rund 1 800 Mitarbeitende und es gibt zus√§tzlich bis zu 2 000 Bundesfreiwilligendienst-Pl√§tze pro Jahr. Somit arbeiten 97 % der THW-Angeh√∂rigen als Ehrenamtler und engagieren sich in ihrer Freizeit, um Menschen in Not kompetent Hilfe leisten zu k√∂nnen.

Hochwasser 2021 in Bayern
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In den Sommermonaten des Jahres 2021 ist es, wie in anderen Teilen Deutschlands, auch in Bayern durch Starkniederschläge und langanhaltenden Dauerregen zu Überflutungen und extremen Hochwasserereignissen gekommen. Beispiele sollen das verheerende Ausmaß verdeutlichen. In drei Landkreisen wurde als Folge der Katastrophenfall ausgerufen. Solche Ereignisse können ein enormes Schadenspotenzial entfalten und werden mit fortschreitendem Klimawandel häufiger erwartet. Daher sollen auch Maßnahmen zum Umgang mit der Gefahr durch Überflutungen infolge von Starkregenereignissen aufgezeigt werden.

Einsatz des Copernicus-EMS beim Hochwasser 2021 in Rheinland-Pfalz
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Der Copernicus Emergency Management Service wurde Mitte Juli 2021 von der Wasserwirtschaftsverwaltung des Landes Rheinland-Pfalz in Abstimmung mit weiteren Bundesl√§ndern zur Beobachtung des Hochwasserereignisses aktiviert. Er lieferte daraufhin sehr schnell auf Fernerkundungsdaten basierende Auswertungen zu √ľberfluteten Fl√§chen und Sch√§den an Geb√§uden und Infrastruktur. Diese Informationen waren insbesondere in der Fr√ľhphase ein wesentliches Element f√ľr die Bew√§ltigung des Hochwasserereignisses.

Ein vereinfachtes Verfahren zur Absch√§tzung des Wirkungsgrades von kleinen Hochwasserr√ľckhaltebecken
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Die Berechnung der hochwassermindernden Wirkung (vieler) kleiner R√ľckhaltebecken ist aufw√§ndig, da hierf√ľr mindestens ein ingenieurhydrologisches Niederschlag-Abfluss-Modell erforderlich ist. Vorgestellt wird ein Regionalisierungsverfahren, mit dem die Wirkung von Kleinr√ľckhalten schnell und einfach abgesch√§tzt werden kann.

Was haben wir aus dem Hochwasser 2021 gelernt?
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Das Hochwasser 2021 hat uns insbesondere die Gefahren durch Hochwasser in Mittelgebirgsregionen aufgezeigt. Sturzfluten haben zu schweren Sch√§den an Leib, Eigentum, Geb√§uden und Infrastrukturen gef√ľhrt. Hieraus sind Lehren zu ziehen, um nicht nur in den betroffenen Regionen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, sondern gleichzeitig auch in anderen Mittelgebirgsregionen Deutschlands und seiner Nachbarl√§nder k√ľnftige Katastrophen zu vermeiden oder deren Auswirkungen zu reduzieren. Ausgew√§hlte Lehren werden aufgezeigt und erl√§utert.

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