Sicherung / Sanierung von Altdeponien – Gefahrenabwehr - contra Vorsorgeprinzip? Unterschiedliche Ansätze und Vorgehensweisen bei der Altlasten- und Deponiesanierung

Bei der Altlastenbearbeitung versteht man unter dem Oberbegriff „Altlasten“ gemeinhin Altablagerungen und Altstandorte.

Dabei sind Altablagerungen stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen, i.d.R. alte Müllplätze und Auffüllungen. In der Abfallwirtschaft / Deponietechnik sind Altdeponien Abfallentsorgungsanlagen, deren Betrieb zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der TA Siedlungsabfall (01.06.1993) zugelassen war. Im Prinzip unterscheiden sich Altablagerungen von Altdeponien oft nur dadurch, dass die einen vor dem Stichtag 01. Juni 1993, dem Inkrafttreten der TA Siedlungsabfall, stillgelegt wurden und die anderen weiterbetrieben wurden. Aus technischer Sicht hingegen unterscheiden sich Altablagerungen und Altdeponien oft kaum oder gar nicht. Beide beinhalten in der Regel gleiche oder ähnliche Abfälle, haben i.d.R. keine Basisabdichtung und besitzen häufig nur einfache Bodenabdeckungen als Deponieabschluss. Altablagerungen unterlagen dem Altlastenrecht bzw. seit dem Inkrafttreten des Bundesbodenschutzgesetz und der Bundesbodenschutz- und Altlastenverordnung dem Bodenschutzrecht. Altdeponien hingegeben unterliegen dem Abfallrecht (KrW-/AbfG 1994) bzw. den Allgemeinen Verwaltungsvorschriften zum Abfallgesetz (TA Abfall 1991 / TA Siedlungsabfall 1993) und seit neuestem der Abfallablagerungsverordnung (AbfAblV 2001) und der Deponieverordnung (DepV 2002).



Copyright: © ICP Ingenieurgesellschaft Prof. Czurda und Partner mbH
Quelle: 4. Karlsruher Altlastenseminar - 2003 (Mai 2003)
Seiten: 19
Preis inkl. MwSt.: € 9,50
Autor: Dr. Dipl.-Geol. Thomas Egloffstein
Dipl.-Ing. Gerd Burkhardt

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Erfahrungen bei Umlagerung und Rückbau von Deponien
© Wasteconsult International (12/2010)
Rückstandhalden wurden vereinzelt im Rahmen von Maßnahmen zum Flächenrecycling aufbereitet und Rohstoffe konnten gewonnen werden. Die in den Jahrzehnten 1970 bis 2005 verfüllten Hausabfalldeponien haben in Einzelfällen Anforderungen an die Basisdichtung oder von Dichtungen zwischen unterschiedlichen Ablagerungsbereichen nicht erfüllt und erforderten infolgedessen, dass der Abfall umgelagert werden musste, um diese technischen Maßnahmen nachträglich umzusetzen.

Umwelthaftung im Insolvenzverfahren
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH (9/2008)
Hinter dem Thema „Umwelthaftung im Insolvenzverfahren“ verbirgt sich in der Praxis vor allem eine ganz bestimmte Fragestellung, nämlich die der insolvenzmäßigen Bewältigung des Problems der Altlasten. Es geht dabei in der Regel um langjährig betrieblich genutzte Grundstücke, die jetzt kontaminiert sind, sei es durch Akkumulierung von Abfällen, sei es durch schädliche Bodenveränderungen. Der gesamtwirtschaftliche Umfang des Problems ist beträchtlich: Auf ganz Deutschland bezogen setzte man den einschlägigen Sanierungsbedarf schon vor zehn Jahren bei 500 Milliarden Euro an.

Begrünungskonzeptionen für Deponien – Entwicklungs- und Erfahrungsprozesse am Beispiel der Wasserhaushaltsschicht der Kreismülldeponie Eisenberg
© ICP Ingenieurgesellschaft Prof. Czurda und Partner mbH (10/2007)
Im März 2000 wurde durch L.A.U.B. GmbH eine Rekultivierungsplanung zur Begrünung der Kreismülldeponie Eisenberg (Fläche ca. 2,2 ha) in Abstimmung mit der SGD-Süd sowie diversen Fachbehörden (Geologisches Landesamt, Forstliche Versuchsanstalt, Landespflegebehörden) erstellt.

Die Förderung der Altlastenforschung im UFG-Regime
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2018)
Altlastensanierung erfolgt üblicherweise ohne große öffentliche Aufmerksamkeit, was durchaus im Sinn von Altlastenbesitzern und -sanierern ist. Bei den betroffenen Stakeholdern gibt es jedoch das klare Bekenntnis, alle Altlasten innerhalb von 30 Jahren zu sanieren. Im Vergleich zur Anzahl der bisher sanierten Altlasten stellt dies eine vielfach größere Aufgabe dar zu deren Erledigung entsprechende Werkzeuge entwickelt werden müssen.

Novelle des Altlastensanierungsgesetzes – Entscheidungshilfen
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2016)
In diesem Beitrag werden Arbeitshilfen – sogenannte Entscheidungshilfen – vorgestellt, die zurzeit vom Umweltbundesamt im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) in Zusammenhang mit den Entwürfen zu einer Novelle des Altlastensanierungsgesetzes („ALSAG neu“) erstellt werden.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?