Vom Aufschluss zum Baugrundmodell

Baugrundaufschlüsse können nur stichprobenartige Informationen über den Baugrund liefern. Die Aufgabe eines Geotechnischen Sachverständigen besteht deshalb darin, aus diesen Einzelinformationen ein Baugrundmodell zu erstellen, das dann die Grundlage aller Berechnungen und Planungen für ein Bauvorhaben darstellt. An einem Beispiel wird der Weg vom Aufschluss zum Baugrundmodell bei komplexen Baugrundverhältnissen erläutert.

Nach DIN 4020 „Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke – Ergänzende Regelungen zu DIN EN 1997-2“ sind als Ergebnis einer Baugrunderkundung „vereinfachte Berechnungsmodelle des Baugrunds auszuarbeiten“. Die DIN EN 1997-2 erläutert darüber hinaus: „[Die Kenntnis der Baugrundverhältnisse ist] … im Allgemeinen wichtiger … als die Genauigkeit der Rechen - modelle und Teilsicherheitsbeiwerte.“ In der Praxis beinhalten Geotechnische Berichte jedoch häufig an Stelle eines zusammen fassenden Baugrundmodells nur Einzeldarstellungen von Bohrsäulen, Sondierdiagrammen und aufgelisteten Versuchsergebnissen, die jeweils für sich genommen textlich beschrieben werden. Nicht selten führt diese Art der Ergebnispräsentation zu widersprüchlichen Aussagen. Sofern der Baugrundaufbau überhaupt in Profilschnitten dargestellt wird (Abb. 1), sind diese oft unvollständig (kein durchgängiger Verlauf von Schichtgrenzen; keine einheitliche oder gar keine Benennung der Schichten) und erlauben somit keine zweifelsfreie Zuordnung von Bodenkenngrößen zum räumlichen Baugrund.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 10 - 2011 (Oktober 2011)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Dipl.-Geol. Anne Heeling

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