Geotechnische Aspekte einer anspruchsvollen Baugrube in der Hamburger HafenCity

Inmitten der Hamburger HafenCity entsteht aktuell ein moderner Gebäudekomplex mit 18 Ober- und zwei Untergeschossen. Die Baustelle liegt unmittelbar an der Elbe, wobei der Tideeinfluss, mögliche Sturmflutszenarien und die Aufhöhung auf ein 3 m höheres Niveau zu berücksichtigen sind. Wegen anstehender lockerer Auffüllungen und tief reichender organischer Weichböden war eine Tiefgründung des Komplexes auf Pfählen erforderlich. Darüber hinaus wird das Baufeld von einer U-Bahn-Trasse durchschnitten, die ihrerzeit in offener Bauweise hergestellt wurde. Nachfolgend werden die geotechnisch anspruchsvollen Aspekte bei der Planung und Ausführung der Baugrube und Gründungsarbeiten betrachtet sowie die baubegleitenden geostatischen Berechnungen und Sicherungen erläutert.

Die HafenCity ist ein komplett neu entstehender Stadtteil in der Hamburger Innenstadt, der seit 2001 im Bereich des ehemaligen Freihafens gebaut wird. Bis ca. 2025 sollen hier auf rund 157 ha vor allem Wohn- und Büroflächen entstehen. Damit ist es das größte innerstädtische Stadtentwicklungsprojekt in Europa und eines der markantesten Stadtentwicklungsvorhaben in Wasserlage weltweit.

Zentral in der HafenCity gelegen befindet sich das Eckgrundstück Magdeburger Hafen/Norderelbe, auf dem ein dreigliedriges Ensemble aus Wohn- und Bürogebäuden errichtet wird. Auf dem ca. 9.300 m² großen Grundstück entsteht eine Bruttogeschossfläche von 32.200 m². Markant positioniert wird als größtes Bauteil ein 70 m hoher Büroturm mit 18 Obergeschossen. Das Grundstück wird vollflächig mit zwei Untergeschossen ausgebaut, die 390 Tiefgaragenplätze umfassen. Das bestehende Geländeniveau an der angrenzenden Überseeallee und auf dem Freigelände der HafenCity-Universität liegt gemäß dem Warftenkonzept der Hafen-City auf einer hochwassersicheren Höhe von 8 m über Normal-Null (mNN). Daher sind gegenüber dem ursprünglichen Geländeniveau bis zu 3 m hohe Auffüllungen erforderlich.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 11 - 2016 (November 2016)
Seiten: 6
Preis: € 6,00
Autor: Stefan Reich

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Braucht der Ökolandbau Biogutkomposte?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2018)
Auch im Ökolandbau entsteht durch die ständige Abfuhr von Nährstoffen über die Verkaufsprodukte ein Nährstoffdefizit. In den Ökoanbauverbänden wird deshalb schon länger darüber diskutiert, wie man hier gegensteuern kann. Der Einsatz von Biogutkomposten als Dünger und zur Bodenverbesserung ist im Rahmen der EU-Ökoverordnung zulässig. Einige Ökoanbauverbände haben Biogutkomposte unter erweiterten Qualitätskriterien, in ihre Liste der zulässigen Zukaufdünger aufgenommen.

Geokunststoffbasierte Lösungen für den Umgang mit kontaminierten subaquatischen Ablagerungen
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2018)
Es kann festgehalten werden, dass unter Berücksichtigung der jeweiligen Standortfaktoren und durch Kombination unterschiedlichster Verfahren mit der Zuhilfenahme von Geokunststoffen nachhaltige Sanierungskonzepte für den Umgang mit kontaminierten subaquatischen Ablagerungen entwickelt werden können.

Drei auf einen Streich – Einführung eines integrierten Managementsystems
© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (5/2015)
DIN EN ISO 9001, SCC, DVGW W 120 ... Die regulatorischen Anforderungen und Erwartungen der Auftraggeber an die Qualifikation ihrer Auftragnehmer steigen auch in der Bohrbranche unaufhaltsam an. Aus diesem Grund hat die Firma H. Anger’s Söhne Bohr- und Brunnenbaugesellschaft mbH in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Hahn ein integriertes Managementsystem eingeführt. Dieses soll im nachfolgenden Beitrag in seinen Grundzügen erläutert werden.

Bodenerlebnispfad Roggenburg Ein Beitrag zur Bodenbewusstseinsbildung
© Bayerisches Landesamt für Umwelt (10/2014)
Durch Erosion, Verdichtung, Auslaugung, Versiegelung oder Schadstoffüberfrachtung können Böden degenerieren und mitunter irreversibel beschädigt werden. Sie verlieren dadurch ihre positiven natürlichen Funktionen und Eigenschaften. Ihre zentrale Bedeutung und Schutzwürdigkeit ist deshalb im Bundes- und Bayerischen Bodenschutzgesetz (BBodSchG und BayBodSchG) festgehalten.

Geotope in Bayern – erhalten und pflegen
© Bayerisches Landesamt für Umwelt (10/2014)
Geotope sind Archive unserer Erdgeschichte, die von regionaler oder nationaler geowissenschaftlicher Bedeutung, Seltenheit oder Schönheit sind. Steinbrüche, Gesteinsfreilegungen an Straßen, Felsen, besondere Landschaftsformen, Höhlen, Quellen oder historische Objekte aus dem Bergbau – die Vielfalt an Geotopen in Bayern ist groß.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?