Terroir – Bodenbewusstsein aus dem Weinglas

Der Zusammenhang zwischen Bodeneigenschaften und Weincharakter ist Teil der Terroir-Idee. Die Tatsache, dass sich bestimmte Bodeneigenschaften im Weingeschmack niederschlagen, eröffnet die Möglichkeit einer sinnlichen Erfahrung der Bedeutung und der Vielfalt von Böden. So entsteht Bodenbewusstsein primär durch Erleben, statt durch Belehrung.

Im Rahmen der Bemühungen des deutschen Weinbaus Marktpositionen zu stabilisieren bzw. auszubauen, wird derzeit verstärkt über Möglichkeiten nachgedacht, die Besonderheiten der deutschen Weine zu betonen und diese als Qualitätsmerkmal zu etablieren. Ein viel versprechender Ansatz zu dieser Identitäts- und Imagebildung ist das in Frankreich entstandene „Terroirkonzept", das die Charakteristika einzelner Weinbaugebiete und Weinbergslagen beschreibt. Der Begriff „Terroir" kann in diesem Zusammenhang sinngemäß als „Herkunft" oder „Heimat" des Weines übersetzt werden. Er steht für das Wirkungsgefüge von anthropogenen und natürlichen Faktoren (Einflüssen) auf die Eigenschaften des Produktes Wein. Vereinfacht gesagt setzt sich das „Terroir" aus den drei Bausteinen „Winzer", „Klima" und „Boden" zusammen. Regional- oder Lagencharakterisierungen sind im Weinbau weit verbreitet. Das Hauptaugenmerk gilt hierbei meist dem Boden. Der Winzer beeinflusst seine Weine, aber nicht zwingend die Region oder die Lage.



Copyright: © Bayerisches Landesamt für Umwelt
Quelle: 8. Bodenschutztage Marktredwitz 2014 (Oktober 2014)
Seiten: 4
Preis: € 0,00
Autor: Ernst Dieter Spies

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