Aachener Leitfaden zur Bewertung von Eingriffen in das Schutzgut Boden

Die Belange des Bodens sind in allen raumwirksamen Planungspro-
zessen und Genehmigungsverfahren von Bedeutung. Im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplans „Hochschulerweiterung Campus Melaten“ wurde von der Stadt Aachen ein allgemeines Bewertungssystem für das Schutzgut Boden erarbeitet. Auf dieser Grundlage wurde dann der „Aachener Leitfaden“ zur Bewertung von Eingriffen in das Schutzgut Boden entwickelt.

Der Boden ist eine wertvolle und nicht vermehrbare Ressource. Nur über einen schonenden und nachhaltigen Umgang mit dem Boden kann es gelingen, auch für künftige Generationen den Boden als notwendige Existenz- und Lebensgrundlage zu erhalten und zu sichern. Der Erhalt der Ressource Boden, d. h. die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme, die Wiedernutzung industrieller Brachflächen, die Förderung der Innenentwicklung sowie die Schonung schutzwürdiger Böden sind wichtige Instrumente einer nachhaltigen Flächenentwicklung.
Während für die Bewertung von Eingriffen in Natur und Landschaft die Stadt Aachen bereits 1990 eine Arbeits- und Entscheidungsgrundlage für die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung (Schwerpunkt im Bereich des Arten- und Biotopschutzes) herausgegeben hat, fehlte für das Schutzgut Boden bisher ein fachlich fundiertes Verfahren zur Bewertung von Eingriffen. 2006 hat die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO) einen Praxisleitfaden „Bodenschutz in der Umweltprüfung nach BauGB" (LABO, 2009) erarbeitet. In dem Leitfaden konnten jedoch Umfang und Detaillierungsgrad zur Berücksichtigung von Bodenschutzbelangen nicht verbindlich und abschließend vorgegeben werden. Der Leitfaden gibt nur allgemeine Hinweise, welche Bodenschutzbelange eine Rolle spielen und wie diese in die bauleitplanerische Abwägung Eingang finden können.



Copyright: © Bayerisches Landesamt für Umwelt
Quelle: 8. Bodenschutztage Marktredwitz 2014 (Oktober 2014)
Seiten: 6
Preis: € 0,00
Autor: Dr. Susanne Frey-Wehrmann

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