Brachflächennutzung als Motivation zur Altlastensanierung

Die stetige Neuversiegelung von Grünland in Österreich im Ausmaß von 20 ha pro Tag auf der einen Seite und brachliegende ehemalige Industrie- und Gewerbebetriebe auf der anderen Seite waren Anlass, eine Studie über das vordem unbekannte Ausmaß an Industriebrachen und deren Potenzial zur Wiedernutzung durchzuführen.

Bei 3.000 bis 6.000 brachliegenden Industriestandorten in Österreich und einem Brachflächenausmaß zwischen 8.000 und 13.000 ha sowie einem jährlichen Anfall an Industriebrachen von circa 3 ha pro Tag könnte rund ein Viertel des jährlichen Flächenneubedarfs für Wohnen und Wirtschaft durch Revitalisierung von verlassenen Industriestandorten eingespart werden. Eines der Haupthindernisse der Wiedernutzung stellen (potenzielle) Kontaminationen des Bodens infolge der Vornutzungen dar. Mögliche Sanierungskosten, Zeitverzögerungen und Haftungsunsicherheiten im Umgang mit Verunreinigungen müssen den Vorteilen einer Nachnutzung im Einzelfall gegenüber gestellt werden. Vielfach fällt jedoch die Entscheidung für eine Verbauung von Grünland - auch wenn gleichzeitig wertvolle Flächen brachfallen. Es werden Schritte vorgeschlagen, diese brachliegenden Industriegebiete durch gezielte politische Maßnahmen, nachhaltiges, innovatives Flächenmanagement und fachgebietsübergreifende Konzepte wieder in den Immobilienmarkt zurückzuführen.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: DepoTech 2004 (November 2004)
Seiten: 8
Preis: € 4,00
Autor: M. Wepner
M. Schamann

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