Bioabfall als Ressource – Ist die Pflichtbiotonne sinnvoll?

Der sinnvolle Umgang mit getrennt erfassten Bioabfällen unter besonderer Berücksichtigung des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes wird dargestellt. Verschiedene Argumente zur Steigerung der erfassbaren Mengen sowie ein strategisch vernünftiges Vorgehen bei der Verwertung dieser Bioabfälle werden diskutiert.

Die effiziente Verwertung getrennt erfasster Bioabfälle unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten ist ein aktuelles Thema nachhaltiger Kreislaufwirtschaft. Verschiedene Argumente zur Steigerung der erfassbaren Mengen sowie sinnvolle Verwertungswege für diese Bioabfälle werden überall diskutiert. Obwohl es während der Novelle zum KrWG heftige Diskussionen über diese Trennpflicht gab, kann es keinen ernsthaften Zweifel an der Richtigkeit dieser Forderung geben. Wer die wertvollen Inhaltsstoffe biogener Abfälle wie zahlreiche Haupt- und Spurennährstoffe sowie organische Substanz effizient nutzen möchte, kann dies nur mit einer getrennten Erfassung am Anfallort sowie anschließender stofflicher Verwertung des Kompostes bewerkstelligen.
Bereits die EU-Abfallrahmenrichtlinie (AbfRRL) 2008 formuliert das Ziel einer „europäischen Recyclinggesellschaft“ und stärkt das Recycling durch die neue erweiterte Abfallhierarchie. Den Bioabfällen kommt hierbei schon auf Grund der anfallenden Menge eine besondere Bedeutung zu. Die AbfRRL fordert von den Mitgliedsstaaten geeignete Maßnahmen zur Förderung der getrennten Sammlung von Bioabfällen zum Zwecke der Kompostierung und Vergärung.



Copyright: © IWARU, FH Münster
Quelle: 13. Münsteraner Abfallwirtschaftstage (Februar 2013)
Seiten: 6
Preis: € 3,00
Autor: Dr. Hubert Seier

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