Potenziale und Grenzen der Deponiebelüftung

Maßnahmen zur aeroben in situ Stabilisierung von Deponien (Deponiebelüftung) verfolgen das Ziel, die biologischen Ab- und Umbauprozesse im Deponiekörper kontrolliert zu beschleunigen. Die in der Folge reduzierten Methangasemissionen stellen einen Beitrag zum (globalen) Klimaschutz dar, während sich die Verbesserung der Sickerwasserqualität, je nach den örtlichen Gegebenheiten und technischen Einrichtungen, positiv auf den (lokalen) Boden- und Grundwasserzustand oder auf die Dauer und den Umfang der notwendigen Reinigungsaufwendungen auswirkt.

Realisierte Treibhausgas- (THG) Reduktionen in Größenordnungen von mehreren Zehntausend Tonnen CO2-Äquivalente je Standort bestätigen das große Potenzial der Belüftung. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass die biologischen Prozesse als Triebkraft der Stabilisierung stark von den Milieubedingungen abhängig sind (Beeinflussung z.B. durch steigende Temperaturen). Darüber hinaus limitieren chemisch-physikalische Zusammenhänge den Stoffumsatz in den belüfteten Abfällen, wodurch insbesondere bei sehr großen Deponien teilweise lange Stabilisierungszeiten notwendig werden.

folgen das Ziel, die biologischen Ab- und Umbauprozesse im Deponiekörper kontrolliert zu beschleunigen. In der Folge kommt es sowohl während der Belüftung als auch nach erfolgter Stabilisierung zu signifikant verringerten Emissionen in Form von Deponiegas und belastetem Sickerwasser. Die Reduzierung der Methangasemissionen leistet einen Beitrag zum (globalen) Klimaschutz, während sich die Verbesserung der Sickerwasserqualität, je nach den örtlichen Gegebenheiten und technischen Installationen, positiv auf den (lokalen) Boden- und Grundwasserzustand oder auf die Dauer und den Umfang der notwendigen Reinigungsaufwendungen auswirkt (Ritzkowski & Stegmann 2010). In Bezug auf die ökologische Nachhaltigkeit von verfüllten Siedlungsabfalldeponien leistet die Belüftung einen wesentlichen Beitrag hinsichtlich der angestrebten Entlassung aus der Nachsorge innerhalb einer Generation.


Aufgrund der skizzierten positiven Auswirkungen der in situ Stabilisierung wurden und werden seit etwa 15 Jahren viele deutsche und europäische Deponien belüftet. In Deutschland etwa werden Investitionen in die Belüftungsinfrastruktur sowie in die not-wendigen Voruntersuchungen (Potenzialanalysen) im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative finanziell gefördert (Butz 2020) und auch in der Schweiz können Projekte zur saugenden Aerobisierung (sog. Übersaugung oder auch passive Belüftung) über die Stiftung KLiK finanzielle Zuschüsse erhalten (Hahm 2017). 
 




Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Recy & Depotech 2020 (November 2020)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 2,00
Autor: Dr.-Ing. Marco Ritzkowski
Prof. Dr.-Ing. Kerstin Kuchta

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