Klärschlamm ein „nachwachsender“ Energierohstoff?

In kommunalen und industriellen Kläranlagen werden im Abwasser enthaltene gelöste und partikelförmig vorliegende Schadstoffe, die aufgrund ihrer hohen Konzentration eine negative Auswirkung auf Gewässer haben, größtenteils entfernt. Die Anreicherung der Feststoffe wird allgemein als Klärschlamm bezeichnet und erfolgt in mehreren Behandlungsschritten. In der mechanischen Reinigungsstufe entsteht Primärschlamm durch physikalische Verfahren zur Abtrennung des Schlamms von Abwasser. Sekundärschlamm, auch Überschussschlamm genannt, entsteht aus der Lebenstätigkeit der am Reinigungsprozess beteiligten Mikroorganismen in der biologischen Abwasserreinigungsstufe.

Aus Gründen des vorsorgenden Umwelt- und Gesundheitsschutzes ist eine Abkehr von der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung unausweichlich. Um das energetische Potenzial des Klärschlamms optimal zu nutzen, existieren auf dem Markt Vorbehandlungsverfahren und thermische Verfahren. Die optimale Verwertungsmethode des Schlamms hängt von den Randbedingungen der einzelnen Kläranlage ab. Hier ist im Einzelfall zu klären, ob und in welcher Form ein Desintegrationsverfahren sinnvoll ist, auf welche Art eine Entwässerung oder Trocknung wirtschaftlich durchführbar ist und welche Art der thermischen Verwertung zu bevorzugen ist. Bei all diesen Punkten muss die Frage, ob eine dezentrale oder zentrale Lösung favorisiert wird, beantwortet werden. In diesem Beitrag wurden zwei dezentrale Verfahren zur Nutzung des Klärschlamms als „nachwachsender" Energierohstoff vorgestellt. Nachwachsend, da Klärschlamm wie nachwachsende Rohstoffe regenerativ ist. Durch energetische Nutzung des Klärschlamms können somit fossile Rohstoffe geschont werden.



Copyright: © BIUKAT - Bayerisches Institut für Umwelt- und Kläranlagentechnologie e.V.
Quelle: 1. Moosburger Umwelttechnikforum (November 2007)
Seiten: 9
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich
Dipl.-Wi.-Ing. Eva Hamatschek
Prof. Dr. Mario Mocker
Rolf Jung
Prof. Dr.-Ing. Peter Quicker

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