Feldmessungen an grabenlos verlegten Fernwärmeleitungen

Bei der Erzeugung von Strom und Fernwärme in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) wird bei der Energieumwandlung eine hohe Effizienz erreicht. Deshalb sind Fernwärmesysteme eine nachhaltige Lösung für heutige Herausforderungen in Umwelt- und Energiefragen und werden durch die Europäische Gesetzgebung unterstützt. Um Fernwärmenetze ausbauen zu können, ist es erforderlich, technologische Entwicklungen voranzutreiben, die den Netzausbau effizienter und wirtschaftlicher machen.

Durch die Fortentwicklung der grabenlosen Verlegung von Fernwärmeleitungen im Bereich der Kunststoffmantelrohre nach EN 253 erhofft sich die Fernwärmebranche, Vorteile für deren Wettbewerbsfähigkeit zu erarbeiten. Für grabenlos verlegte Kunststoffmantelrohre wurde das Interaktionsverhalten zwischen Leitung, den umgebenden Erdstoffen und dem im Betrieb zu erwartenden Belastungskollektiv noch nicht genau untersucht. Deshalb führt der AGFW | Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V. mit neun Projektpartnern ein durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördertes Forschungsvorhaben mit dem Förderkennzeichen 03ET1063A durch. Die Aufgabenstellung und erste Ergebnisse wurden bereits in drei Artikeln der bbr (6/2013, 4/2014, 1/2015) diskutiert.

Ein wichtiger Teil der Untersuchungen in dem Projekt sind Feldmessungen während eines künstlichen, zyklischen Heizbetriebes im Maßstab 1:1, bei denen zehn Fernwärmeleitungen unterschiedlicher Durchmesser zunächst grabenlos verlegt und sechs davon im Simulationsbetrieb messtechnisch überwacht wurden. Für die Messwerterfassung und die Durchführung der Beheizung war das Fernwärme- Forschungsinstitut in Hannover e. V. zuständig. Die Temperaturen, die Verschiebungen und die Reaktionskräfte an Widerlagern wurden im Feld gemessen. Da bisher keine umfassenden Erkenntnisse über die Mantelreibungskräfte an grabenlos verlegten Fernwärmeleitungen, insbesondere unter Temperaturlast, vorliegen, liefern die durchgeführten Messungen eine wichtige Datengrundlage.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 06 - 2015 (Juni 2015)
Seiten: 6
Preis: € 6,00
Autor: Dr.-Ing. Ingo Weidlich
Ole Eichhorst

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Anpassung von Bestandsgebäuden an die Bedürfnisse effizienter Nahwärmenetze Premium
© ia GmbH - Wissensmanagement und Ingenieurleistungen (5/2011)
Einflussfaktoren und Optimierungsmöglichkeiten

Identifizierung von Sb-, Cd-, Cr-, und Ni-Trägern in gemischten Abfällen auf Basis von Literaturdaten
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2018)
Antimon, Cadmium, Chrom und Nickel werden bei der Herstellung zahlreicher Produkte eingesetzt und am Ende des Produktlebenszyklus in den Abfall eingetragen.

Spirubiose in Deutschland – Ein Abwärmenutzungskonzept nicht nur für Biogasanlagen
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2018)
Die tropische Blaualge Spirulina (Arthrospira platensis/) ist ein hochwertiges Lebensmittel, das in Deutschland in Kombination mit einem Wärmenutzungskonzept im großen Maßstab kultiviert werden kann.

Assessing the Resource Efficiency of Biorefineries Using Organic Residues - Methodology and Examples
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2016)
The IEA Bioenergy Task 42 “Biorefining” has the following definition on biorefining: “Biorefining is the sustainable processing of biomass into a spectrum of bio-based products (food, feed, chemicals, and materials) and bioenergy (biofuels, power and/or heat)”. Various types of organic residues are a sustainable resource that offers great opportunities for a comprehensive product portfolio to satisfy the different needs in a future BioEconomy.

Erdwärmesonden – Temperaturentwicklung im Sondennahbereich
© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (10/2016)
Im Rahmen eines durch das Land Baden-Württemberg geförderten Forschungsprojektes wurde auf der Basis eines großskaligen Versuchsstandes die hydraulischthermisch-mechanische Interaktion zwischen einer Erdwärmesonde und dem umgebenden Mehrphasenmedium Boden experimentell und numerisch untersucht. Hierzu wurde eine Erdwärmesonde mit Temperatursensoren innerhalb des Verfüllbaustoffes ausgerüstet, in den Großbehälter der Versuchseinrichtung zur Grundwasser- und Altlastensanierung (VEGAS) der Universität Stuttgart eingebaut und das Nahfeld der Sonde mit weiteren Temperatursensoren versehen.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben