Unkonventionelle Gasgewinnung in Deutschland – Was bedeutet das für das Wasser?

Der große Energiebedarf der modernen Gesellschaft und die damit verbundene Suche nach wirtschaftlich attraktiven Energieträgern einerseits und der Umweltschutz andererseits führen zu einem Interessenkonflikt, dessen Lösung zu den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gehört. Das „Hydraulic Fracturing“ (kurz HF oder „Fracking“) zur unkonventionellen Erdgasgewinnung durch hydraulische Rissbildung ist ein neueres Beispiel für das Dilemma, das sich aus dem Einsatz einer speziellen Technik und ihrer Auswirkung auf den lebensnotwendigen Gewässerschutz ergibt. Um den Anforderungen der nachhaltigen Entwicklung gerecht zu werden, müssen somit neben der technischen Machbarkeit und der Wirtschaftlichkeit dieser innovativen Technik auch die ökologischen und sozialen Aspekte ihrer Anwendung ausreichend berücksichtigt werden [1]. Bei den ökologischen Gesichtspunkten stehen das Wassermanagement und besonders die Wasserqualität im Vordergrund [2]. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Trinkwasserversorgung in Deutschland überwiegend auf der Nutzung von Grundwasser beruht [3]. Ausgewiesene Schutzzonen und das gesamte Wassereinzugsgebiet gelten damit als besonders sensibel.

In Erschließungsbereichen von Energieträgern und beim Schutz des Wassers als lebensnotwendige Ressource zeichnen sich Interessenkonflikte ab. Ihre Auflösung erfordert eine systemare Betrachtung, umsichtiges Planen und einen kritischen Umgang mit den technischen Fakten und Möglichkeiten. Der Beitrag befasst sich mit der kontrovers diskutierten unkonventionellen Erdgasförderung durch das „Hydraulic Fracturing“ (kurz: „Fracking“) und betrachtet die dabei wichtigen Aspekte der Wassernutzung sowie des Schutzes von Gewässern und Trinkwasser. Im einzelnen geht es um das Verfahrens prinzip des „Frackings“ und der eingesetzten Fluide, um deren Inhaltsstoffe und ihre Beurteilung, um die Lagerstättenwässer, ihre mögliche Aufbereitung und Entsorgung, um Leckagen und andere Risiken.
Schlussfolgerungen und Empfehlungen: Die Aspekte des Gewässerschutzes und der Umweltverträglichkeit sind prioritär zu berücksichtigen; wesentliche Kenntnislücken zur technischen Nutzung von hydrogeologischen Systemen sind zu schließen; hierzu sind bei Erkundungsbohrungen umfassende Monitoringsysteme aufzubauen und der gesamte Erschließungsvorgang ist in transparenter Form unter Einbindung aller betroffenen Behörden und Interessensgruppen zu betreiben.
 
 



Copyright: © DIV Deutscher Industrieverlag GmbH
Quelle: GWF Gas Erdgas 01-02/2013 (Februar 2013)
Seiten: 7
Preis inkl. MwSt.: € 7,00
Autor: Professor Dr. Dr. habil. Fritz H. Frimmel
Dr. Birgit Gordalla
Prof. Dr. Ulrich Ewers

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