Rohstoffrecycling bei der Abwasserreinigung - Phosphorrückgewinnung mit dem REMONDIS TetraPhos-Verfahren

Mit dem REMONDIS TetraPhos-Verfahren ist es erstmalig möglich, den in Klärschlammaschen enthaltenen Wertstoff Phosphor wirtschaftlich zurück zu gewinnen. Das Endprodukt, die Phosphorsäure ist ein hochwertiges und universell einsetzbares Produkt. Es entspricht den Anforderungen der Industrie an einen Sekundärrohstoff.

In kommunalen Kläranlagen werden organische Reststoffe durch die bewährte biologische Behandlung aus dem Abwasser entnommen. Das energetische Potenzial des dabei entstehenden Klärschlamms wird in den meisten Fällen im Rahmen der Klärschlammfaulung (Biogaserzeugung) bereits auf der Kläranlage genutzt, um den erheblichen Energiebedarf bei der Abwasserreinigung zumindest teilweise zu decken. Wird der Klärschlamm im Anschluss (mono)verbrannt wird letztlich das gesamte Energiepotenzial genutzt, der Klärschlamm somit als Brenn- bzw. Rohstoff thermisch verwertet.

Klärschlamm enthält aber neben organischen Inhaltsstoffen auch wertvolle Mineralien und Nährstoffe wie Calcium, Magnesium, Phosphor, aber auch Eisen und Aluminium. Diese reichern sich in den Aschen einer Klärschlammverbrennung an. Insofern kann Klärschlammasche als ein „Basis- Rohstoffgemisch“ angesehen werden, welches Ausgangsstoff für ein industrielles Recycling sein kann und sollte. Dieses kann nur wirtschaftlich sein, wenn der „Basis-Rohstoff“ in einen flexibel einsetzbaren und direkt nutzbaren „Sekundärrohstoff“ umgewandelt wird.

Insbesondere der Phosphor ist in der Natur ein essentieller Rohstoff, dessen Rückgewinnung aus dem Klärschlamm seit vielen Jahren Ziel umfangreicher Forschungsarbeiten ist.

Mittlerweile sind eine Vielzahl von Verfahren und Verfahrensansätzen entwickelt worden, deren Umsetzung aber vielfach an der Wirtschaftlichkeit oder aber an der Zusammensetzung und Erscheinungsform des Recyclingsproduktes scheitern.

Mit dem hier beschriebenen REMONDIS TetraPhos-Verfahren kann gezeigt werden, dass eine wirtschaftliche Phosphat- Rückgewinnung aus Klärschlammaschen möglich ist. Ferner werden bei diesem Verfahren weitere Rohstoffe als Nebenprodukte aus der Asche zurückgewonnen. Dies verbessert einerseits die Wirtschaftlichkeit, andererseits ist dies ein notwendiger Paradigmenwechsel vom „Abfall zur Ressource“.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 04 2016 (April 2016)
Seiten: 5
Preis: € 10,90
Autor: Dr.-Ing. Martin Lebek
M. Sc. Andreas Rak
Dipl.-Ing. Sabrina Lohmar

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