Deponierung umweltrelevanter Schlämme in geosynthetischen Schläuchen

Schlämme können sowohl im Zuge natürlicher Sedimentationsvorgänge, häufig jedoch als ein ungewolltes Nebenprodukt industrieller Prozesse entstehen. Sowohl im Hinblick auf den Transport als auch hinsichtlich der stofflichen Verwertung (z.B. bei Kontamination) bereiten Schlämme Probleme.
Industriell entstandene Schlämme werden häufig in der Nähe des Produktionsstandortes in Becken deponiert. Aus jüngerer Vergangenheit sind Fälle bekannt, bei denen Lagerflächen unter den jeweiligen örtlichen politischen und ökonomischen Randbedingungen nach derzeitigem technischen Verständnis möglicherweise unzureichend geplant, ausgeführt und bewirtschaftet wurden. Die Schlammentwässerung in geotextilen Schläuchen stellt ein alternatives Verfahren zur Lagerung bei gleichzeitiger positiver Veränderung der mechanischen Eigenschaften der Schlämme
dar.

Schlämme kommen sowohl im Zuge natürlicher Sedimentationsvorgänge, häufig jedoch als ein ungewolltes Nebenprodukt industrieller Prozesse vor. Sowohl der Transport (u.a. thixotropes Verhalten und hoher Wassergehalt) als auch die stoffliche Verwertung eines schadstoffbelasteten Schlammes bereiten Probleme. Bei verbesserten Eigenschaften können die Schlämme jedoch unter Umständen als Baustoff in technischen Bauwerken verwertet werden, andernfalls werden sie entsprechend ihrer Belastung mit der erforderlichen Sicherung deponiert. Becken zur Deponierung industriell entstandener Schlämme können in Abhängigkeit von der Menge des anfallenden Schlammes, der vorgesehen Betriebsdauer und der vorgesehenen Endnutzung Volumina von mehreren 1.000 m³ fassen. Bekannte Beispiele für große industrielle Schlammablagerungsflächen in Deutschland sind die Gewinnungsgebiete für Bauxit in Norddeutschland oder die Hinterlassenschaften der Urangewinnung der Wismut in Sachsen und Thüringen. Leider sind aus jüngerer Vergangenheit Fälle bekannt, bei denen Lagerflächen unter den jeweiligen Randbedingungen nach derzeitigem technischen Verständnis möglicherweise unzureichend geplant, ausgeführt und bewirtschaftet wurden. Die Rotschlamm-Katastrophe in Kolontarin Ungarn ist ein tragisches Beispiel für die Folgen, welche mit der unzureichenden Lagerung von umweltrelevanten Schlämmen entstehen können. Die Commission Internationale des GrandsBarrages zählt mehr als einen Dammbruch mit großen Ausmaßen pro Jahr (ICOLD COMMITTEE ON TAILINGS DAMS AND WASTE LAGOONS 2001) in den letzten Dekaden.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Depotech 2014 (November 2014)
Seiten: 27
Preis: € 11,00
Autor: Hendrik Geißler
Herbert Lassnig
Markus Wilke

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