Berichtswesen im Umfeld des kommunalen Versorgers

Warum auch kommunale Versorger über ein modernes Controlling und Berichtswesen verfügen sollten: Komplexität und Tempo des Marktumfelds sowie regulatorische Vorgaben bestimmen zunehmend den Takt des internen Rechnungswesens. Die sinnvolle und strategische Steuerung der Unternehmensaktivitäten auf Basis von ausgewählten und benutzerorientierten Kennzahlen entwickelt sich zum Kernarbeitsbereich des Controllers.

Innerhalb von nicht einmal zwei Jahrzehnten hat sich das Aufgabenfeld der Beschäftigten im internen Rechnungswesen eines Stadtwerks hinsichtlich Umfang und Komplexität deutlich verändert. Insbesondere die Wettbewerbspolitik der Europäischen Union und ihre Umsetzung in nationales Recht waren und sind verantwortlich für die tiefgreifenden Veränderungen in Massenmärkten wie Telekommunikation und Energie. Versorgungsunternehmen der öffentlichen Hand waren als alleiniger Grundversorger vor Ort gewohnt, aus einer marktbeherrschenden Stellung heraus zu operieren. Aus der fehlenden Notwendigkeit heraus waren in vielen Stadtwerken Controller daher eine seltene Spezies. Erfahrungsgemäß war es häufig der Anspruch der Unternehmensführung, der darüber entschied, ob es zusätzlich zum externen Rechnungswesen, der Buchhaltung, auch ein internes Pendant gab. Es gab ja relativ wenig, über das sich zu berichten lohnte. Ebenso wenig gab es außer einigen wenigen Vorständen und Geschäftsführern jemanden, dem man hätte berichten können.

Doch das änderte sich, als 1998 das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) beschlossen wurde. Nicht nur in der Form einer AG gegründete Gesellschaften waren Zielgruppe des Gesetzes, das einen wesentlichen Teil der Haftung auf Unternehmensleitung und Aufsichtsräte delegierte, auch ähnlich strukturierte Kommanditgesellschaften oder GmbHs waren angesprochen. Hiermit war bereits ein Grundstein für eine Ausprägung des erweiterten Berichtswesens gelegt worden: dem Risikomanagement, das in den letzten fünf Jahren ein Megatrend der Branche geworden ist.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 09 - 2014 (September 2014)
Seiten: 3
Preis: € 0,00
Autor: Thomas Radzun

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