Was können Kompost und Humus zur Lösung der Klima- und Ressourcenkrise beitragen?

Die Vergärung von Biogut ist ein Verwertungsverfahren zur Erzeugung von Energie, ohne dabei auf Masse für die Herstellung von humusreichem organischem Dünger verzichten zu müssen. Die Bioabfall- und Kompostwirtschaft leistet bereits heute einen bedeutenden Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz. Ein Ausbaupotenzial ist jedoch insbesondere durch eine Steigerung der getrennt erfassten Bioabfälle aus privaten Haushalten gegeben. Für Unternehmen der Bioabfall- und Kompostbranche ist es empfehlenswert, sich einen Überblick über die betriebliche Treibhausgasbilanz anhand anerkannter Normen zu verschaffen. Dazu hat der VHE in Zusammenarbeit mit der AWADO Agrar- und Energieberatung einen Leitfaden erstellt.

Ist es möglich, gleichzeitig Klimaschutz und Ressourcenschonung mit nur einem Rohstoff zu bedienen? Die Petrochemie sagt „Nein“. Ihr kostbarer Kohlenstoffrohstoff –das Erdöl – lässt sich entweder zur Synthese von hochwertigen organischen Verbindungen nutzen, oder es wird nach Raffinationsprozessen schlichtweg zur Erzeugung von Kraft oder Wärme verbrannt. Im letzteren Fall vergleichmäßigt sich die umgewandelte Energie nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik in ein nicht weiter nutzbares Energiepotenzial und es entsteht als Abfall Kohlendioxid, das in der Regel in der Atmosphäre entgegen dem Grundgedanken des Kreislaufwirtschaftsgesetzes „entsorgt“ wird. Das klingt nicht nach Nachhaltigkeit.

Die Bioabfall- und Kompostwirtschaft beantwortet die oben gestellte Frage mit „Ja“. Die „eierlegende Wollmilchsau“ scheint eine Wunschvorstellung der Fabelwelt zu sein. Diese seltsame Sau, die Komponenten von Huhn, Schaf und Rind vereint, wird als Metapher zur Verdeutlichung des Prinzips verwendet, dass sich mit einer einzigen Sache in der Regel nicht mehrere entgegengerichtete Nutzen gleichzeitig erzeugen lassen. Doch der Naturkreislauf von Biomasse kann das. Die Abfallwirtschaft hat sich das Prinzip der Natur abgeguckt und in der Verwertung von Bioabfällen verwirklicht. Heutzutage werden aus häuslichen Bioabfällen Gas, Strom, Wärme, Nährstoffe und der Kohlendioxid bindende Humus hergestellt.



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: Biomasse-Forum 2022 (November 2022)
Seiten: 12
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Dipl. agr. Ing. Michael Schneider
Alice Schumacher

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

bifa-Text Nr. 65: Eigenverwertung von Bioabfällen - Eigenkompostierung, Eigendeponierung, illegale Eigenentsorgung
© bifa Umweltinstitut GmbH (12/2015)

Gute Entwicklungschancen
© Rhombos Verlag (1/2008)
Die deutsche Entsorgungswirtschaft verfügt über ein großes Potential für Umwelttechnik und Arbeitsplätze

Steigerung des Komposteinsatzes im Ökolandbau in Hessen – Halbzeitbilanz NÖK Hessen
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2024)
Das NÖK Hessen, als Vernetzungsprojekt zwischen Ökolandbau und Kompostwirtschaft im Januar 2022 gestartet, hat nach der Hälfte seiner Laufzeit in sieben Handlungsfeldern zahlreiche Aktivitäten mit Akteuren aus Praxis, Beratung, Verbänden, Forschung und der Öffentlichkeit durchgeführt.

Aufbereitung von Siebüberlauf aus der Bioabfallbehandlung zu biogenem Restbrennstoff
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2022)
Vor dem Hintergrund steigender Mengen von Bioabfällen und dem damit verbundenen Siebüberlauf aus der Bioabfallbehandlung wird im Projekt BioRestBrennstoff ein energieeffizienter Einsatz im Biomasseheizkraftwerk untersucht. Durch Variation der Aufbereitungsstrecke konnte eine Aufkonzentration der holzigen Fraktionen erreicht werden. Hohe Konzentrationen von Chlor, Kalium und Natrium im Siebüberlauf-Holz führen allerdings zu einem erhöhten Verschlackungsrisiko bei der Verbrennung. Um die kritischen Inhaltsstoffe zu entfernen, werden in einer aktuellen Kampagne nasse Aufbereitungsverfahren eingesetzt.

Der Einsatz digitaler Werkzeuge zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen – ein Umweltvergleich
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2022)
In diesem Konferenzbeitrag werden die Auswirkungen der Vermeidung von Lebensmittelabfällen den Auswirkungen der Nutzung digitaler Werkzeuge gegenübergestellt, wobei Umweltkategorien wie Klimawandel, Versauerung, Eutrophierung, Landnutzung, Wasser und Ressourcennutzung berücksichtigt werden. Die Umweltbilanz wird anhand von Beispielen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen aus der Praxis erläutert.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Abfallausstellung
Nur wer die Geschichte kennt,
siegt im ewigen Kampf
gegen den Müll