Lösung einer Herausforderung: Sammlung und Verwertung von Elektroaltgeräten mit geringem Materialwert in China – am Beispiel Leuchtstofflampen

Die Sammlung von Elektroaltgeräten (EAG) wird in China hauptsächlich von informellen Abfallsammlern bewerkstelligt. Der Fokus liegt dabei auf wertstoffreichen Geräten. Da mit den aus Leuchtstofflampen wiedergewinnbaren Materialien derzeit keine hohen Erlöse erzielbar sind und sie darüber hinaus gefährliches Quecksilber beinhalten, werden Lampen von informellen Sammlern nicht gesammelt. Ziel der Arbeit ist es, mögliche Wege aufzuzeigen, um die Sammlung von ausgedienten Leuchtstofflampen unter chinesischen Gegebenheiten zu fördern.

Status quo der Elektroaltgerätesammlung in China
China ist nicht nur einer der größten Produzenten von elektr(on)ischen Geräten, auch die Nachfrage nach solchen im Land selbst steigt stetig. Steigende Nachfrage und die immer kürzer werdenden Nutzungsdauern von elektr(on)ischen Geräten führen zu einer wachsenden Menge an EAG (Wang et al., 2013). Sammlung und Verwertung von EAG in China sind derzeit, trotz umfangreicher Bemühungen von offizieller Seite einen formellen Sektor zu etablieren (Salhofer et al., 2013, Lestander, 2009), noch immer fest in informeller Hand: Endnutzer verkaufen ihre obsoleten Elektrogeräte an der Türschwelle an informelle Sammler (Steuer et al., 2013, Streicher-Porte and Yang, 2007). In China werden EAG von Endverbrauchern daher großteils als verkaufbare Wertstoffe angesehen, da die Konsumenten gewohnt sind, für ihre obsoleten Geräte bei der Abgabe Geld zu erhalten. Dies stellt eines der Haupthindernisse für die Sammlung von Leuchtstofflampen dar: Da die naturverträgliche Behandlung des enthaltenen Quecksilbers mit Entsorgungskosten verbunden ist und mit den Materialien aus dem Lampenrecycling im Moment keine hohen Marktpreise erzielbar sind, ist es informellen Abfallsammlern derzeit unmöglich, den Endverbrauchern für ausgediente Leuchtstofflampen entsprechende Preise zu bezahlen.



Copyright: © DGAW - Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V.
Quelle: 4. Wissenschaftskongress März 2014 - Münster (März 2014)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 2,00
Autor: Mag.a Gudrun Zecha

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Optimierte kommunale Erfassung von Elektroaltgeräten, Lithium-Jonen Akkus und Waren zur Wiederverwendung
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2022)
Die Idee, Elektrogeräte überdacht am Annahmetisch anzunehmen sowie gut erhaltene Dinge aus dem Abfallstrom zu retten und für die Wiederverwendung zu erhalten, wurde im Modellprojekt Dasing realisiert. Alle Beteiligten im Landkreis Aichach-Friedberg, von Politik bis Presse, von den Mitarbeiter:innen bis zu den Besucher:innen der Wertstoffhöfe sind mit der Materie vertraut und der Umsetzung mehr als zufrieden.

Sammlung und Verwertung von Elektroaltgeräten- Mengen, Kosten, Konsequenzen
© ASK-EU (7/2022)
ForumZ Benchmark

Sicherung ausreichender Deponiekapazitäten in Baden-Württemberg
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (3/2021)
Spätestens seit 2015 zeichnete sich auch in Baden-Württemberg eine zunehmende Verknappung der Deponiekapazitäten ab. Daher erarbeitete das Land in Zusammenarbeit mit den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern und den kommunalen Spitzenverbänden eine landesweite Gesamtbetrachtung der Deponiesituation, um ausreichende Deponiekapazitäten für Baden-Württemberg sicherzustellen.

Sekundärressourcen aus Photovoltaik, Windturbinen und E-Autos
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
Ziel dieses Tagungsbeitrags ist es, die Situation von Photovoltaik- und Windkraftanlagen sowie Elektro-Fahrzeugen in Österreich im Hinblick auf dessen Sekundärressourcenpotential unter Betrachtung von derzeit sowie in naher Zukunft verfügbaren Recyclingtechnologien zu bewerten.

Energieversorgung 2050 – Herausforderungen für die Abfallwirtschaft
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
Die Erreichung der Ziele des Pariser Klimaübereinkommens be-dingt in verschiedenen Bereichen große Änderungen, etwa in der Energieaufbringung, im Verkehrswesen oder im Gebäudesektor. Bei der Energieaufbringung wird von einem massiven Ausbau der Windkraft sowie der Photovoltaik ausgegangen, bei der Mobilität von einem weitgehenden Umstieg auf Elektromobilität. Dies wird auch massiven Einfluss auf das Abfallaufkommen in der Zukunft haben. In einem Szenario des Umweltbundesamtes steigt die installierte Leistung von Photovoltaikanlagen zwischen 2017 und 2050 von 1.270 MW auf 26.400 MW, jene von Windkraftanlagen von 2.844 auf 10.500 MW und die Anzahl an batteriegetriebenen Pkws von 18.500 auf 5,3 Mio. Stück. Entsprechend werden nach der Nutzungsdauer zunehmend größere Mengen an Abfällen anfallen, für die teilweise Recyclingtechnologien noch in Entwicklung sind.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?