Nachhaltige Verwertungsstrategie für Porenbeton-Bruch

Ein neuer Verwertungsweg ermöglicht groben Porenbeton-Granulaten einen weiteren Lebenszyklus als hochwertiger Baustoff

Abbruchströme in Deutschland enthalten nach Schätzungen bis zu 1 Million Tonnen Porenbetonbruch aus Gebäuden und Industriestrukturen pro Jahr. Es wird erwartet, dass der Porenbetonbruch in Bau- und Abbruchabfällen weiter zunimmt und sogar die entsprechenden jährlichen Produktionsraten von Bauelementen übersteigen wird.

 Die vorgestellten Ergebnisse des laufenden Forschungsvorhabens stellen einen Verwertungsweg für grobe Porenbeton-Granulate vor, bei dem diese in eine porosierte Matrix mit Eigenschaften eingebettet werden, die dem Porenbeton angepasst wurden. Vorgeschlagen werden drei Bindemittelvarianten. Eine Porenbeton-Feinmörtel- Variante, die an die Herstellung von klassischem Porenbeton angelehnt ist, ermöglicht es, einen sehr homogenen Recycling-Baustoff herzustellen. In Anlehnung an den R-Beton, wobei das R nicht für Recycling, sondern für ressourceneffizient steht, kann der vorgestellte Leichtbaustoff mit mehr als 50 Volumenprozent Porenbeton-Granulaten aus der Bauschuttaufbereitung als R-Porenbeton bezeichnet werden. Dieser nachhaltige Arbeitsansatz ermöglicht den groben Porenbeton-Granulaten einen weiteren Lebenszyklus in derselben Funktion wie im primären Einsatz. Natürliche Ressourcen für die Herstellung von primärem Porenbeton und wertvolle Deponiekapazitäten können geschont werden. Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens bieten Porenbeton-Herstellern die Basis für Werksentwicklungen, um mit entsprechenden Recycling-Produkten den wachsenden Volumenstrom von Porenbetonbruch aufzunehmen.
Aufgrund der flexiblen Fertigungstechnologie eignet sich das vorgestellte Konzept besonders für unregelmäßig geformte Sonderbauteile.



Copyright: © Rhombos Verlag
Quelle: ReSource 2019 - 02 (Juni 2019)
Seiten: 10
Preis: € 5,00
Autor: Dipl.-Ing. Frank Hlawatsch
Dipl.-Ing. Ricarda Kuestermann
Prof. Dr.-Ing. Jörg Kropp

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