Europäisches Abfallverzeichnis - Quo vadis?”

Das Europäische Abfallverzeichnis (EAV; engl.: List of Waste – LoW) ist seit mehr als einer Dekade der maßgebliche Katalog von Abfällen innerhalb der Europäischen Union (EU). Mit Ausnahme von Österreich und Finnland haben alle anderen 26 Mitgliedstaaten der Staatengemeinschaft dieses Abfallverzeichnis in nationales Recht umgesetzt. Dieser Beitrag zeigt die Hintergründe für die notwendige Anpassung und Novellierung des EAVs auf und beschreibt Probleme und Defizite der Umsetzung auf Gemeinschaftsebene. Der Beitrag setzt dabei auf den Stand der Diskussion im Juni 2014 auf.

Am 20. Dezember 1993 wurde das erste gemeinsame europäische Abfallverzeichnis, der Europäische Abfallkatalog (EAK), in Form der Entscheidung 94/3/EG veröffentlicht. Da Entscheidungen der Europäischen Kommission (EK) in allen ihren Teilen verbindlich und an alle Mitgliedstaaten gerichtet sind, waren die damaligen Mitgliedstaaten der Europäischen Union verpflichtet, diesen Abfallkatalog in ihrem Hoheitsgebiet einzuführen. Ein Jahr später wurde von der EK am 22.Dezember 1994 die Entscheidung über ein Verzeichnis über gefährliche Abfälle (94/904/EG) vorgelegt. Jeder im Verzeichnis gefährlicher Abfälle gelistete Abfall war auch im gemäß der Entscheidung 94/3/EG aufgestellten Europäischen Abfallkatalog enthalten.

Mit der Entscheidung 2000/532/EG legte die EK am 3. Mai 2000 die erste Novelle des EuropäischenAbfallkataloges und des Verzeichnisses der gefährlichen Abfälle vor. Um die Transparenz der beiden Verzeichnisse zu erhöhen und bestehende Bestimmungen zu vereinfachen, wurde ein neues, inhaltlich verbessertes und konsolidiertes Gemeinschaftsverzeichnis aufgestellt, welches das Abfallverzeichnis gemäß Entscheidung 94/3/EG sowie das Verzeichnis gefährlicher Abfälle gemäß Entscheidung 94/904/EG ersetzte.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Depotech 2014 (November 2014)
Seiten: 22
Preis: € 8,00
Autor: Dr. Peter Hodecek, MBA

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