Grenzwertige Abfälle Update 2017

Bereits mit dem Inkrafttreten der TA-Siedlungsabfall [1] wurde richtungsweisend auf das En-de der Ablagerung von organikreichen Abfällen eingestimmt. In Verbindung mit der Abfallablagerungsverordnung (AbfAblV) [2] galt seit dem 1. Juni 2005 ein flächendeckendes Ablagerungsverbot für organische, biologisch abbaubare Siedlungsabfälle ohne eine Vorbehandlung auf Deponien. In diesem Kontext stand ein deutlicher Einschnitt in der bisherigen Deponieablagerungspraxis an.

Für die von dieser Regulierung betroffenen organischen Hauptmassenströme der Deponie, insbesondere unvorbehandelter Rest- und Hausmüll, bestanden durch entsprechend Vor- und Behandlungsmöglichkeiten genügend Verwertungs- bzw. Beseitigungstechniken zur Verfügung.

Jedoch gab es auch andere Abfälle, deren organische Bestandteile über den nach der Ratsentscheidung 2003/33/EG festgelegten Grenzwerten lagen, die aber durch Art und Beschaffenheit innerhalb der Deponieverordnung (DepV) [3] Ausnahmereglungen zugestanden wurden. Diese lagen zum einen fehlende Behandlungstechniken und zum anderen der auch bei einer Ablagerung dieser Abfälle auf Deponien geringeren nachteiligen Auswirkungen auf das Wohl der Allgemeinheit zu Grunde.

In Baden-Württemberg wurden diese Abfälle unter dem Begriff der „Grenzwertigen Abfälle" formuliert. Diese bezeichnen Abfälle, die für eine Ablagerung vorgesehen sind, bei denen jedoch die Zuordnungswerte der Tabelle 2 in Anhang 3 der für den Organikgehalt (Glühverlust oder TOC) überschritten sind, zugleich aber eine Zulassung zur Ablagerung aufgrund der Ausnahmeregelungen (Fußnoten) in der DepV [3] nicht ausgeschlossen erscheint. So-weit eine Ablagerung auf einer Deponie nicht möglich ist, sind vom Entsorgungspflichtigen andere Entsorgungswege oder zusätzliche Behandlungsverfahren zu wählen.

Damit einhergehend traten in der Entsorgungspraxis oft Fragen zu den möglichen Entsorgungswegen für die so genannten „Grenzwertigen Abfälle" auf.




Copyright: © Universität Stuttgart - ISWA
Quelle: Deponieforum 2017 (März 2017)
Seiten: 13
Preis inkl. MwSt.: € 6,50
Autor: Dipl.- Ing. Falk Fabian

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Der zukunftssichere Wertstoffhof – Was ist bei der Planung alles zu beachten?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (5/2017)
Neue Produkte und Gesetze wie das ElektroG werden auch zukünftig dafür verantwortlich sein, dass sich Betreiber und Entwickler von Wertstoffhöfen neuen Herausforderungen zu stellen haben. Aber auch Aspekte wie Unfallprävention und die Vorbereitung zur Wiederverwendung nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz sollten in der Planung von Wertstoffhöfen berücksichtigt werden. Der Beitrag zeigt an einigen Beispielen, wie ein zukünftiger Wertstoffhof aussehen kann. Hierbei werden von planerischer Seite auf die Aspekte räumliche Trennung des Bürgerverkehrs und der Containerlogistik, Annahmestelle für EAG und Güter zur Wiederverwendung auf einem Wertstoffhof eingegangen.

„Sachliche Richtigkeit“ bei Abfallexportbegleitdokumenten
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH (3/2017)
Abfallverbringungen nach Art. 3 Abs. 2 und 4 VO (EG) Nr. 1013/2006 müssen mit Begleitdokumenten einhergehen, die „sachlich richtig“ sind. Zählen dabei alle Formalien oder müssen die Angaben nur eine effektive Nachverfolgbarkeit und Kontrolle gewährleisten?

Nachweis der langfristigen Wirksamkeit einer Deponiesicherung. Erste Erfahrungen mit der neuen Schweizer Abfallverordnung (VVEA)
© Wasteconsult International (11/2016)
In der Schweiz ist am 01. Januar 2016 die „Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen“ (Abfallverordnung, VVEA) in Kraft getreten, die die „Technische Verordnung über Abfälle“ (TVA) aus dem Jahr 1990 ersetzt.

Waste Management in India and Experience with the Implementation of Projects Based on Public Private Partnership Model
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (9/2016)
Decades of improper Municipal Solid Waste (MSW) Management has resulted in the creation of huge dumpsites in cities. These dumpsites are causing considerable environmental pollution and are full to capacity in most cities. Land for new disposal sites is not easily available due to increasing urbanization and population pressure. In many cases there is considerable protest from surrounding villages for setting up of a new MSW disposal site.

Enhancing of the Energy Efficiency of an Existing Waste Incineration Plant by Retrofitting with a District Heating Network
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (9/2016)
The German Cycle Economy Act (Kreislaufwirtschaftsgesetz KrWG) and discussions on the turn of local energy policies led to intensive examination of options for optimising utilisation of heat produced by the waste incineration plant (MKW) in Weißenhorn. This has been carried out by the waste management firm(Abfallwirtschaftsbetrieb – AWB) of the district of Neu-Ulm over a long period of time. This was also prompted by knowledge that utilisation of already generated energy in the form of combined heat and power generation (CHP) is one of the most efficient ways of achieving climate protection targets. This results from considering which courses of action are available for climate protection.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Abfallausstellung
Nur wer die Geschichte kennt,
siegt im ewigen Kampf
gegen den Müll