Ansätze zur Bewertung von Verbrennungskapazitäten für Haushaltsabfälle in Europa

Der Aktionsplan Kreislaufwirtschaft der Europäischen Kommission lässt offen, welche Rolle die thermische Behandlung und energetische Verwertung von Abfällen in Zukunft spielen soll. Deshalb ist es notwendig, die für Haushaltsabfälle in den EU-Mitgliedsstaaten vorhandenen Verbrennungskapazitäten zu analysieren und die damit verbundenen Chancen und Risiken für die angestrebte Kreislaufwirtschaft zu erläutern.

Die Europäische Kommission hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, Europa in eine Kreislaufwirtschaft zu verwandeln, in der lineare Wirtschaftsmodelle des „Produzierens-Nutzens-Wegwerfens“ überwunden und Abfälle so weitgehend wie möglich als Ressource genutzt werden sollen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die grundsätzliche Frage, welche Rolle der Abfallverbrennung in einer solchen Kreislaufwirtschaft noch zukommen wird bzw. welche Kapazitäten zukünftig benötigt werden.

Zu diesen Fragen startete die Generaldirektion Umwelt Anfang 2016 die Initiative „Exploiting the potential of waste and energy under the Energy Union Framework Strategy and the Circular Economy“ als Teil ihrer Rahmenstrategie zur Entwicklung einer Energieunion (COM(2015) 80 final) sowie des 7. Umweltaktionsprogramms. Startpunkt dieser Initiative ist das Konzept der Kreislaufwirtschaft und die Abfallhierarchie, die Abfallvermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling und andere Verwertungen vor der Beseitigung (Deponierung, Verbrennung) priorisiert. Abfall, der aus technischen, ökonomischen oder ökologischen Gründen nicht vermieden, wiederverwendet oder recycelt wird, ist möglicherweise für eine energetische Verwertung geeignet – was die grundsätzliche Frage zur Bedeutung der Abfallverbrennung nur unzureichend beantwortet.

Nach Einschätzung der Europäischen Kommission weisen einige EU-Mitgliedsstaaten Überkapazitäten in der Verbrennung auf, insbesondere für gemischte Siedlungsabfälle, während manche südosteuropäische Länder keine Kapazitäten besitzen und dementsprechend hohe Deponierungsraten haben. Solche ungleichen Verteilungen können zu Abfallverbringungen innerhalb der EU führen, was wiederum zu Zielkonflikten mit der angestrebten Kreislaufwirtschaft führen kann. Vor diesem Hintergrund soll der nachfolgende Beitrag die gegenwärtige Situation – speziell das Management von gemischten Siedlungsabfällen – im Hinblick auf die thermische Behandlung und Verbrennungskapazitäten analysieren.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 04 2017 (April 2017)
Seiten: 6
Preis: € 10,90
Autor: Dr. Henning Wilts
Laura Galinski

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

bifa-Text Nr. 65: Eigenverwertung von Bioabfällen - Eigenkompostierung, Eigendeponierung, illegale Eigenentsorgung
© bifa Umweltinstitut GmbH (12/2015)

The Roadmap of Turkey on Waste Management
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (12/2015)
Industrial and technological developments have increased rapidly throughout the world including Turkey. Furthermore, the population of Turkey is also increasing and the ever-increasing consumption creates larger amounts of waste and adversely affects the environment and human health.

State of Municipal Waste Management in EU Member States Depending on the Standard of Living
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (12/2015)
The Waste Framework Directive of the European Union (EU) from 2008 is the legal framework for waste legislation of the Member States. Article 4 of the Framework sets a five-step hierarchy with regards to the handling of waste in the order of prevention, preparing for reuse, recycling (recycling including reprocessing of organic substances), other kinds of utilization (e.g. thermal) and disposal.

Auf den Punkt gebracht
© Rhombos Verlag (9/2015)
Entwicklung, Stand und geänderte rechtliche Bedeutung der neuen besten verfügbaren Techniken für Hausmüllverbrennungsaschen im Überblick

Wertstoffhof 2020 - Neuorientierung von Wertstoffhöfen
© ia GmbH - Wissensmanagement und Ingenieurleistungen (4/2015)
Im Jahr 2014, zwanzig Jahre nach dem durch das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen organisierten Wettbewerb „Der vorbildliche Wertstoffhof“, ist es sicher angebracht, sich dem Thema erneut zuzuwenden. Was ist aus den prämierten Wertstoffhöfen der Preisträger in den jeweiligen Clustern geworden? Wie hat sich das System grundsätzlich entwickelt? Wo geht es hin, wenn man die gesellschaftlichen Anforderungen aus demografischer Entwicklung, Ressourcenschutz und Klimarelevanz betrachtet?

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der Wertstoffhof
Ihr Kontakt zum Bürger
Ihre Quelle kostbarer Ressourcen
Ihr Zugang zu sharing economy

Abfallausstellung
Nur wer die Geschichte kennt,
siegt im ewigen Kampf
gegen den Müll