Mithilfe einer Materialflussanalyse (MFA) konnten die wesentlichen Hauptquellen, Einträge, Transport- und Entsorgungswege von Kunststoffabfällen (KSA) der Donau und den angrenzenden Uferflächen zwischen Wien und der Ländergrenze AT-SK dargestellt werden. Die MFA zeigt, dass jährlich etwa 96.000 t durch die getrennte Kunststoffsammlung und Verwertung im Projektgebiet ordnungsgemäß entsorgt werden, während rund 1.260 t an Plastikmüll vor allem durch Littering in die Umwelt gelangen. Davon werden etwa 890 t KSA durch öffentliche Reinigungsmaßnahmen (z.B. Straßenreinigung) bzw. 200 t durch freiwillige Sammelaktivitäten (wie Flurreinigungsaktionen, etc.) erfasst, rund 170 t verbleiben jährlich in der fluvialen und terrestrischen Umgebung. Als relevante Verschmutzungsquellen konnten die Haushalte (62 Gew.- %), die Binnenschifffahrt (17 Gew.-%) und der Bausektor (12 Gew.-%) identifiziert warden.
Das Donaueinzugsgebiet ist das zweitgrößte Flusseinzugsgebiet Europas und erstreckt sich über 19 Staaten. Rund 81 Millionen Menschen leben in dieser Region, die etwa 10 % der Fläche Europas ausmacht (STMUV, s.a.). Die Bevölkerungszahl sowie der einhergehenden Kunststoffeintrag durch die rasante Marktentwicklung der letzten Jahrzehnte sind mitunter verantwortlich, dass die Umweltverschmutzung der Donau durch Plastik in den Fokus der Wissenschaft rückte. Obwohl Quellen und Eintragswege sowie die negativen Umweltauswirkungen in Flüssen noch unzureichend erforscht sind, geht aus vielen Studien hervor, dass bis zu 80 % des Plastikmülls, der in den Weltmeeren schwimmt, vom Land stammt. Als Hauptverkehrsader trägt die Donau somit erheblich zur Meeresverschmutzung des Schwarzen Meeres bei. Zuverlässige Schätzungen des Aufkommens und der Zusammensetzung von Makroplastik (>5mm) sind unerlässlich, um gezielte Präventionsmaßnahmen zur Verringerung der Plastikverschmutzung zu entwickeln und den Erfolg der ergriffenen Maßnahmen messbar zu machen. Eine Möglichkeit, die wesentlichen Hauptquellen, Einträge, Transport- und Entsorgungswege von Kunststoffabfällen (KSA) der Donau und ihrer Flussufer aufzuzeigen und darzustellen, bietet eine Materialflussanalyse (MFA). Ein solches KSA-Stoffstrommodell wurde für das Projektgebiet zwischen Wien und Bratislava erstellt.
| Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben | |
| Quelle: | Recy & Depotech 2022 (November 2022) | |
| Seiten: | 6 | |
| Preis inkl. MwSt.: | € 3,00 | |
| Autor: | Johannes Mayerhofer Dipl.-Ing. Sabine Lenz Dipl.-Ing. Gudrun Obersteiner | |
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