In der mechanischen Aufbereitung gemischter Gewerbeabfälle stellen Vorzerkleinerer für gewöhnlich den ersten Verfahrensschritt dar und sorgen nicht nur für den nötigen Aufschluss, sondern wirken auch als primäres Dosierag-gregat. Entsprechend groß ist ihr Einfluss auf das Verhalten des Gesamtprozesses. Aufgrund der hohen Variabilität der Gewerbeabfälle erscheint die Gewinnung theo-retischer Modelle nicht sinnvoll, um solche Vorzerkleinerer zu optimieren, da die nö-tigen Informationen über das Material für solche Modelle in der Praxis nicht wirt-schaftlich gewonnen werden können. Zugleich erfordert die Ermittlung signifikanter empirischer Modelle den Aufwand von viel Arbeit und Geld und wurde daher bisher für die Vorzerkleinerung gemischter Gewerbeabfälle noch nicht gemacht. Diese Arbeit gibt einen Überblick sowohl über die Forschungstätigkeiten bezüglich der Datenqualität aufgrund der Probenahme bei Zerkleinerungsversuchen mit Gewerbeabfällen, als auch über Arbeiten zur Beeinflussung und potentiellen Optimierung der Zerkleinerung hinsichtlich Durchsatzverhalten, Energieverbrauch und Materialqualität mittels einstellbarer Parameter. Abschließend werden erste Überlegungen und Forschungen zur dynamischen Prozessführung der Vorzerkleinerung vorgestellt.
Die Durchführung von Zerkleinerungsversuchen im Industriemaßstab führt aufgrund der heute noch nötigen händischen Analyse der Zerkleinerungsprodukte unweigerlich zur Notwendigkeit von Probenahmen. Diese führen schon bei korrekter Durchführung zu einem Verlust an Präzision der Analysen, welcher für gewöhnlich weit höher liegt als der Fehler, welchen die eigentliche Analytik einbringt. Noch größer werden die Fehler bei falscher Probenahme. Dementsprechend gibt es international einige Normen, welche der korrekten Beprobung fester Abfälle dienen. In Österreich wird hier häufig die ÖNORM S 2127 „Grundlegende Charakterisierung von Abfallhaufen oder von festen Abfällen aus Behältnissen und Transportfahrzeugen“ angewandt. Allerdings wird in der Praxis zu selten hinterfragt, ob die Probenmengen welche diese vorgibt, auch tatsächlich zur benötigten Datenqualität für den jeweiligen Zweck führen, beziehungsweise gibt die Norm auch keinen Aufschluss über die an-gestrebte Datenqualität.
Daher wurde zunächst die Theorie der Probenahme (theory of sampling, kurz TOS), federführend seit den 1940ern entwickelt von Pierre Gy, studiert. Diese wurde in die Planung der Vorgehensweise bei der primären Probenahme, aber auch bei Sub-Beprobungen in Form von Verjüngungen (Massenreduktion) bei der Abfallanalytik einbezogen. Jeder Schritt wurde dabei detailliert hinsichtlich potentiell auftretender Probenahmefehler analysiert, insbesondere bezüglich der sogenannten ISE (incorrect sampling errors), also vermeidbarer Probenahmefehler, welche aus falscher Durchführung resultieren.
| Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben | |
| Quelle: | Recy & Depotech 2020 (November 2020) | |
| Seiten: | 6 | |
| Preis inkl. MwSt.: | € 3,00 | |
| Autor: | Karim Khodier Christoph Feyerer Dipl.-Ing. Dr. mont. Renato Sarc | |
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