Leitfaden Gärrestverwertung

Oft wird bei der Planung von Vergärungsanlagen für Biogut der Fokus alleine auf das Produkt Biogas gelegt. Ökonomisch und ökologisch von mindestens gleicher Bedeutung für einen erfolgreichen Anlagenbetrieb ist die Nutzung der entstehenden Gärreste. Aufkommen, Qualität und Nutzungsoptionen sind neben dem Inputmix von der eingesetzten Vergärungs- und Aufbereitungstechnik abhängig. Das Aufkommen an Gärresten aus der Vergärung separat erfassten Bioguts liegt in Deutschland aktuell bei 1,5 Mio. Mg pro Jahr, die aus etwa 80 Anlagen generiert werden.

Gegenüber der reinen Kompostierung verändern sich durch die vorangestellte Vergärung zur Biogaserzeugung zwei wesentliche Faktoren in Bezug auf die Gärreste:

  • Häufig entsteht flüssiges Gärprodukt.
  • Durch den vorgeschalteten biologischen Abbau in der Vergärung ist das biologisch abbaubare Potenzial zur biologischen Erwärmung in festen Gärresten in der Rotte begrenzt. Während Biogutkomposten im Rotteprozess teilweise sogar Wasser zugegeben werden muss, kann das Erreichen einer hinreichenden Trocknung des Komposts für eine abschließende Konfektionierung (TS: ca. 60 %) bei festen Gärresten zur Herausforderung werden.

Nachfolgend werden vor allem Handlungsempfehlungen zur optimierten Bewirtschaftung bzw. Reduzierung des Aufkommens an flüssigen Gärresten dargestellt. Diese wurden in der Praxis an zwei baden-württembergischen Biogutvergärungsanlagen, der Anlage Backnang/Neuschöntal der AWG des Rems-Murr-Kreises und der Anlage in Leonberg der Abfallwirtschaft Landkreis Böblingen erarbeitet. Die zu verallgemeinernden Ergebnisse werden in einem Leitfaden Gärrestverwertung veröffentlicht.



Copyright: © Universität Stuttgart - ISWA
Quelle: BioabfallForum 2016 (September 2016)
Seiten: 16
Preis inkl. MwSt.: € 8,00
Autor: Dr.-Ing. Michael Kern
Dipl.-Ing. Thomas Raussen
M.Sc.agr Auke Lootsma

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