Die Nachsorgedauer von Deponien geht zum Teil weit über die Ablagerungsphase
hinaus. In Österreich sind die Betreiber so lange für die Deponie verantwortlich, bis die zuständige Behörde entscheidet, dass keine Nachsorgemaßnahmen mehr erforderlich sind um Umweltgefährdungen auszuschließen. Die entsprechenden finanziellen Rücklagen sind je nach Deponietyp und abgelagerten Abfällen für Zeiträume zwischen 5 (Bodenaushubdeponien) bis 40 Jahren (ehemalige Hausmülldeponien) zu bilden. Da die tatsächliche Nachsorgedauer (vor allem
von ehemaligen Hausmülldeponien) deutlich länger sein kann als der gesetzliche vorgeschriebene Zeitraum für die Sicherstellungsberechnung, besteht das Risiko einer Unterfinanzierung der Deponienachsorge.
Beobachtungen in Österreich haben gezeigt, dass einzelne Deponiebetreiber ihren Nachsorgepflichten aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht nachkommen konnten,
wodurch zum Teil die öffentliche Hand einspringen musste. Im vorliegenden Beitrag wird ein Simulationsmodell (Softwaretool) vorgestellt, das es ermöglicht, Dauer und Kosten der Deponienachsorge unter Berücksichtigung der Abfallart, der Deponietechnik (z.B. technische Barrieren) und der örtlichen Gegebenheiten (z.B. Gefährdung vorhandener Schutzgüter, wie Grundwasser, Oberflächengewässer) zu bewerten. Das Softwaretool beruht weitgehend auf vorhandenen Modellen, die in den letzten zehn Jahren an der TU Wien entwickelt wurden, und die im Rahmen des Forschungsprojekts NaDemO (Nachhaltiges Deponienachsorgemodell für Österreich) um eine ökonomische Betrachtungsweise erweitert wurden. Neu ist auch, dass in Abhängigkeit der Nachsorgestrategie (z.B. Art und Zeitpunkt der Aufbringung der Oberflächenabdichtung) die Nachsorgekosten abgeschätzt werden können und somit jene Strategie gewählt werden kann, die in Summe am kosteneffizientesten ist. Dadurch können Betreiber oder Behörden wertvolle
| Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben | |
| Quelle: | Recy & Depotech 2022 (November 2022) | |
| Seiten: | 8 | |
| Preis inkl. MwSt.: | € 4,00 | |
| Autor: | Stefanie Holy Ass. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Johann Fellner Prof. Dr. David Laner Dipl.-Ing. Martin Schuster | |
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Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zum Rückbau von Deponien in
Brandenburg
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2022)
Im Rahmen eines COCOON-Projektes wurde im Jahr 2020 von der Universität
Kassel, Fachgebiet Ressourcenmanagement und Abfalltechnik eine Studie zur Machbarkeit des Rückbaus von Deponien im Berliner Umland zur Gewinnung von Grund und Boden durchgeführt.
In der Fortführung der Machbarkeitsstudie wurden 9 vorausgewählte Standorte im „Speckgürtel“ von Berlin detaillierter im Hinblick auf Lage, Ausdehnung, Ablagerungsvolumen, abgelagerte Abfallarten sowie aktuelle Rückbau- und Entsorgungskosten einerseits und Baulandkosten/potenziellen Erlös andererseits untersucht. Im Ergebnis wurden 3 Altlablagerungen/Deponien identifiziert,
an denen ein Rückbau der abgelagerten Abfälle wirtschaftlich sinnvoll sein kann. Eine Empfehlung zur Detailbetrachtung dieser Standorte wurde ausgesprochen. Im nächsten Schritt sollte die jeweilige Gemeinde feststellen, ob sie das Rückbauprojekt weiter planen lassen möchte.
Von der Deponie zur integrierten Biogasanlage: Einbeziehung einer Biogasanlage in eine bestehende Deponieinfrastruktur
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2010)
Für die Errichtung von Biogasanlagen zur energetischen Verwertung von biogenen Abfällen (Rest- oder Bioabfall) oder gezielt angebauten Energiepflanzen eignen sich zum einen Standorte mit einem jahreszeitlich konstanten Wärmebedarf oder der Möglichkeit des Gasaufbereitung und Einleitung ins Erdgasnetz. Ein Deponiestandort mit der entsprechenden Infrastruktur bietet sich hier in mehrfacher Hinsicht an.
Pilotprojekt zur Verkürzung der Nachsorgezeit auf der Deponie Konstanz-Dorfweiher
© Universität Stuttgart - ISWA (3/2009)
In den letzten vier Jahren wurden allein in Baden-Württemberg von den 48 vorhandenen Hausmülldeponien 16 in die Stilllegungsphase überführt. Ab dem Jahr 2009 sind höhere Anforderungen an den Deponiestandort zu erfüllen, so dass mit weiteren Stilllegungen zu rechnen ist. Nach der Stilllegungsphase, dem Zeitraum vom Ende der Ablagerungsphase bis zur endgültigen Stilllegung der Deponie, folgt die Nachsorgephase. Die Deponie kann aus der Nachsorge entlassen werden, wenn aus dem Verhalten der Deponie zukünftig keine schädlichen Umwelteinwirkungen, erhebliche Nachteile oder Belästigungen für das Wohl der Allgemeinheit und der Nachbarschaft zu erwarten sind. Wissenschaftliche Auswertungen und Prognosen von Deponieemissionen zeigen, dass das Emissionsverhalten eine Deponienachsorge über sehr lange Zeiträume von vielen Jahrzehnten und Jahrhunderten erforderlich machen wird.
Erfahrungen beim Bau von Wasserhaushalts-/Rekultivierungsschichten, Bodenqualität und -verfügbarkeit, unverdichteter Einbau, Erosions- und Setzungsverhalten, erste Langzeiterfahrungen
© Universität Stuttgart - ISWA (3/2009)
In Rheinland Pfalz werden durch das Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz (LGB-RLP) seit einigen Jahren in niederschlagsarmen Gebieten mit N < 650 mm/a Wasserhaushaltsschichten als Ersatz für die mineralische Dichtung als zweite Dichtungskomponente nach DepV propagiert, wenn die Gleichwertigkeit mit Hilfe von Modellrechnungen (z.B. HELP) nachgewiesen wird LGB (2006). So sind in Rheinland Pfalz mehrere Deponien, i.d.R. der Deponieklasse II, mit einer Kombinationsdichtung aus Kunststoffdichtungsbahn und Wasserhaushaltsschicht ausgeführt worden (s. z.B. Egloffstein et. al. 2003).
Wie verhalten sich Deponien im Vorruhestand?
© Universität Stuttgart - ISWA (3/2008)
Bis 2005 wurden in Siedlungsabfalldeponien i.d.R unvorbehandelte Siedlungsabfälle verfüllt, wodurch diese Deponien demzufolge ein Emissionspotenzial aufweisen. Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen geben unterschiedliche Zeiträume für den Abbau der vorhandenen Restemissionspotenziale nach Deponieabschluss an. Das bisherige Vorgehen, Deponien mittels Kombinationsabdichtung möglichst schnell zu versiegeln und damit dieses Emissionspotenzial zu erhalten, ist heute umstritten. Viel mehr tritt die Funktion der Rekultivierungsschicht als „Langzeitbarriere“ wieder mehr und mehr in den Mittelpunkt der Überlegungen und Planungen, da letztlich jedes Dichtungselement eine endliche Funktionsdauer besitzt und - zumindest langfristig - versagen wird.