Tagebausanierungen mit Hilfe geotextiler Container

Im Zuge der Rekultivierung von Tagebauen und der häufig damit einhergehenden Flutung des Restlochs sind in der Regel technische Sicherungsmaßnahmen der Böschungen erforderlich. Konventionelle Verbaumaßnahmen stoßen hier an ihre Grenzen, wohingegen geotextile Containersysteme weiterführende Lösungen bieten. Nachfolgend werden beide Arten der Sicherung diskutiert.

Die Umgestaltung und Umnutzung der ehemaligen Tagebaugebiete geht einher mit geotechnischen und wasserbaulichen Herausforderungen. Auf Grund des aufgehenden Wasserspiegels und der bodenmechanischen Eigenschaften des Kippenmaterials stellt vor allem die Sicherung der Böschungen der sich in der Flutung befindenden Restlöcher hohe Anforderungen an Planung und Bauausführung. Die Anfälligkeit der locker geschütteten Böden für Wasser, nachträglich aufgebrachte Lasten und dynamische Einwirkungen in Kombination mit geringer Kohäsion bei gleichzeitiger steiler Böschungsneigung führt vor allem im Zuge der Flutung zu Bodenumlagerungen.
Die Ausmaße dieser Bodenumlagerungen können von kleinen lokalen Erosionserscheinungen bis hin zu einem globalen Versagen von ganzen Böschungsabschnitten reichen. Böschungsbefestigungen werden bei der Tagebauflutung in der Regel viele Jahre vor Erreichen der endgültigen Stauziele und ausschließlich im oberen Bereich der Böschung hergestellt. Zur Stabilisierung der Böschungsoberfläche werden aufgrund der immensen Flächengrößen vorrangig ingenieurbiologische Sicherungen vorgenommen. Diese Maßnahmen kommen häufig in Kombination mit Schüttsteindeckwerken oder technischen Systemen wie Erosionsschutzmatten, Gabionen usw. zum Einsatz. Zunehmend werden aber auch Sonderlösungen auf Basis geotextiler Containerelemente verwendet.

Die Einsatzbereiche sowie Vor- und Nachteile der einzelnen Bauweisen werden näher beleuchtet. Die einfachste Form der biologischen Sicherung sind Grasflächen, bei denen durch den Einfluss des sich ausbildenden Wurzelhorizonts
der Boden gehalten und gegen Umlagerung gesichert wird. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden die unterschiedlichsten Ingenieurbiologischen Maßnahmen systematisch wissenschaftlich in Bezug auf Wirkungsweise, Leistungsfähigkeit, Anwendungsbereiche, Pflege und Unterhaltung untersucht und deren Entwicklung deutlich vorangetrieben [1]. Die Palette der möglichen Maßnahmen erstreckt sich von Röhrichtanpflanzungen über die Anlage von Gehölzen und den Einbau von Faschinen bis hin zur Errichtung von Krainerwänden. Die Herausforderung besteht in der Selektion der für den jeweiligen Standort geeigneten Maßnahme, unter Berücksichtigung der
Jahreszeitabhängigen Konstruktion sowie der erforderlichen Pflege und Unterhaltung.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 01/02 (Februar 2021)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Markus Wilke
Dr. agr. Frank Flügge

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