Einsatz von Glaskugeln als Ersatz für Filterkies in Brunnen

Ringraumverfüllung ■ Für die Abstützung von Bohrlöchern zur Wassergewinnung wurden als Ringraumverfüllung zwischen Bohrlochwand und Ausbaurohr bisher ausschließlich Sand und Kies gemäß DIN 4924 verwendet. Dieses natürlich vorkommende Material wird immer knapper, die gelieferte Qualität genügt oft nicht den Mindestanforderungen für den Ausbau von Brunnen. Auf der Suche nach Alternativen ist die Firma Ochs Bohr GmbH überzeugt, mit Kugeln aus Glas das ideale Verfüll- bzw. Stützmaterial für den modernen Brunnenbau gefunden zu haben. Seit September 2007 werden deshalb überwiegend Glaskugeln anstelle von Sand oder Kies in Bohrungen zur Wassergewinnung eingebaut.

Für die Gewinnung von Grundwasser oder für die Messung von Grundwasserspiegeln ist es notwendig, vertikale Bohrungen in den Grundwasserleiter abzuteufen. Je nach Anforderung werden genormte Ausbaurohre aus Stahl oder PVC in das Bohrloch gehängt. Anschließend wird der Ringraum zwischen Filterrohr und Bohrlochwand mit genormten Sanden oder Kiesen verfüllt. Der gemäß DVGW-Merkblatt W 113 ermittelte Kies/Sand, manchmal auch sinngemäß falsch als Filterkies/-sand bezeichnet, soll Folgendes gewährleisten:
• optimale hydraulische Erweiterung der Filtereintrittsfläche bis zur Bohrlochwand,
• Zurückhalten des anstehenden Grobkornanteils,
• Durchlassen des Feinstkornanteils beim Entwickeln oder Entsanden,
• Bildung eines Stützkornes zwischen Brunnenrohr und Bohrlochwand, aber keinesfalls
• Filtern von Unterkorn oder Trübstoffen.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 5 - 2008 (Mai 2008)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 4,00 Kostenlos für Premium Mitglieder
Autor: Dipl.-Ing. Frank Herrmann
Dipl.-Ing. Xaver Stiegler

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