Inspektion und Zustandserfassung von Abwasserdruckleitungen – Ergebnisse aus Forschung und Praxis (Teil 2)

Dichtheitsprüfungen an Abwasserdruckleitungen stellen für einen Großteil der Inspektionsdienstleister weiterhin eine erhebliche und oft nicht zu bewältigende Herausforderung dar – das ist eine der zentralen Erkenntnisse einer vom IKT durchgeführten Untersuchung. Nachdem im ersten Teil des Beitrags (vgl. bbr 6/2015) einzelne Inspektionstechniken erläutert und die Probleme bei der Auswahl eines geeigneten Sanierungsverfahrens aufgezeigt wurden, wird nachfolgend ein qualitatives Risikomodell für den Praxiseinsatz vorgestellt.

Das IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur konnte zusammen mit mehr als zwanzig Netzbetreibern das Projekt „Inspektion und Zustandserfassung von Abwasserdruckleitungen und Dükern – Phase II“ erfolgreich abschließen. Die wesentlichen Arbeitsergebnisse unterstreichen erneut die Forderung nach klaren Regelwerken sowohl für Kanalnetzbetreiber als auch für Hersteller verschiedenster Techniken (Sanierungsmethoden, Inspektionstechniken, Dichtheitsprüfungen etc.). Beschrieben werden einzelne untersuchte Inspektionstechniken, die Problematik bei Dichtheitsprüfungen im Bestand sowie die Schwierigkeiten zur Auswahl einer richtigen Sanierungstechnik. Ebenso wird zur Priorisierung der netzeigenen Leitungen ein qualitatives Risikomodell vorgestellt, welches im Zuge umfangreicher Interviews direkt bei Kanalnetzbetreibern angewendet wurde. Als richtungsweisend zeigt sich auch die Entwicklung einer verkürzten Dichtheitsprüfung für PE-Druckleitungen im Bestand – entwickelt an der IKT-eigenen Testdruckleitung.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 07/08 - 2015 (August 2015)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 5,00
Autor: Dr. Sissis Kamarianakis
Prof. Dr.-Ing. Bert Bosseler

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