In der angepassten Freibordbemessung an Dammbauwerken im Binnenbereich wird der Wasserübertritt infolge des Wellenauflaufs grundsätzlich nicht toleriert. Liegt ein Freiborddefizit an einer Stauanlage vor, so kann die Umlenkung des Wellenauflaufschwalls mittels entsprechender Kronenelemente den Wasserübertritt unterbinden. Bestehende Dimensionierungsansätze für Wellenumlenker basieren aktuell stets auf theoretischen Ansätzen zum Wellenüberlauf. Im Rahmen unabhängiger Untersuchungen erfolgte die Entwicklung eines Dimensionierungskonzepts
unter Nutzung hydrodynamisch-numerischer Modellierung zur Abschätzung der erforderlichen Wellenumlenkergröße ohne planmäßigen Wasserübertritt.
1 Einleitung
Die Optimierung des Freibords an Stauanlagen tritt nicht zuletzt aufgrund von Klimaänderung, Gewährleistung des Hochwasserrückhalteraumes oder Anpassung der Staulamelle zunehmend in den Fokus der Betreiber von Stauanlagen. Im Allgemeinen setzt sich die Freibordbemessung aus dem Windstau, dem Wellenauflauf, unter Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten auch dem Eisstau und einem Sicherheitszuschlag zusammen. Diese Einflussfaktoren werden im Allgemeinen ausreichend genau mittels analytischer Berechnungsverfahren prognostiziert. Aufgrund der begrenzten Seeflächen und in der Regel großen Wassertiefen an Speicherbecken und Stauhaltungen liegt der Windstau meist bei wenigen Zentimetern. Weiterhin stellt der Sicherheitszuschlag in der Regel einen unveränderlichen Wert dar, welcher unter anderem im Hinblick auf das bestehende Restrisiko festgelegt wird. Maßgebenden Einfluss auf die Zusammensetzung des Freibords nimmt somit grundsätzlich die Wellenauflaufhöhe. Mit Hilfe von Seegangprognoseverfahren können windinduzierte Wellenbelastungen und darauf aufbauend, unter Berücksichtigung lokaler Uferbeschaffenheiten, die maßgebenden Wellenauflaufhöhen abgeschätzt werden.
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| Quelle: | Wasserwirtschaft - Heft 09 (September 2022) | |
| Seiten: | 5 | |
| Preis inkl. MwSt.: | € 10,90 | |
| Autor: | Max Heß | |
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