Netzpumpen: Vom Arbeits- zum Rassepferd

Ein erheblicher Teil des Energieaufwands eines Wasserwerks entfällt auf die Netzpumpen, die das Trinkwasser ins Rohrnetz fördern. Bei diesen handelt es sich in vielen Fällen um sogenannte Normpumpen. Obwohl der Begriff dies suggeriert, gibt es bei dieser Pumpenart trotz der zu beachtenden Standards große Unterschiede – in der Qualität ebenso wie in den verfügbaren Funktionalitäten. Dabei ist nicht zuletzt die Energieeffizienz ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.

Für Wasserversorger hat die Versorgungssicherheit der Bürger mit einwandfreiem Trinkwasser klare Priorität. Die Energiewende stellt die Unternehmen vor die zusätzliche Herausforderung, die dafür aufzuwendende Energie so effizient wie möglich zu nutzen.

Damit dies nicht nur auf dem Papier ernst genommen wird, hat die Bundesregierung im März 2015 ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Unternehmen dazu verpflichtet, ihren Energieverbrauch zu erfassen und effizienter zu gestalten: Das Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDLG) setzt die EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED) fast 1:1 um. Demnach müssen alle Nicht-KMU (kleine und mittlere Unternehmen) bis zum 5. Dezember 2015 Energieaudits nach EN 16247-1 durchgeführt oder aber ein zertifiziertes Energiemanagementsystem (EMS) nach DIN EN ISO 50001 eingeführt haben. Von dieser Regelung sind auch kommunale Unternehmen betroffen, da diese gemäß EU-Definition nicht zu den Klein- und Mittelbetrieben zählen und somit den besagten Nachweiserbringen müssen.

Die Energieeffizienz lässt sich in vielen Fällen durch sogenannte Energieverbrauchs-Checks verbessern. Ziel dieser Maßnahmen ist es u. a., Pumpen-Systeme zu identifizieren, bei denen mit einem möglichst geringen finanziellen und technischen Aufwand der Energieverbrauch gesenkt werden kann. Dabei ist auch der Austausch alter Pumpen gegen neue, energieeffizientere Aggregate eine geeignete Maßnahme.

Bei Normpumpen ist ein Austausch von Altpumpen gegen moderne Technik besonders leicht, sind dabei doch wichtige Konstruktionsmerkmale standardisiert: Die Norm legt z. B. die Hauptabmessungen so fest, dass ein Austausch gegen Normpumpen verschiedener Fabrikate ohne Änderungen an Rohrleitung und Grundplatte möglich ist. Die Antriebstechnik– Standardmotor oder drehzahlregelbarer Hocheffizienzmotor – und die in der Steuerung hinterlegten Funktionalitäten sind herstellerspezifisch und können die für den Betreiber wichtigen Lebenszykluskosten maßgeblich beeinflussen.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 10 - 2016 (Oktober 2016)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Thomas Gierlich

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Schnellenthärtungsanlagen der neuen Generation erfordern moderne Messtechnik und intelligente Steuerungen
© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (11/2011)
Der Grad der Wasserhärte ist ein wichtiger Faktor für Kundenzufriedenheit und mittelbar auch für die Umwelt. Durch moderne Schnellentkarbonisierungsanlagen können hohe Wasserhärtegrade effizient und wirtschaftlich gesenkt werden.

Corporate Responsibility in der Wasserversorgung Premium
© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (6/2008)
Die Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH (KWL) hat einen Bericht zur gesellschaftlichen Verantwortung (Corporate Responsibility Report – CR) veröffentlicht, in dem die verantwortliche Unternehmensführung und die Nachhaltigkeitsleistungen des Unternehmens dargestellt werden. Eine erste wichtige Grundlage für die Strukturierung und Themenfindung dieses Berichts war ein im Rahmen eines Forschungsvorhabens entwickeltes ganzheitliches Kennzahlensystem zur Messung und Bewertung von Nachhaltigkeitsleistungen der Wasserversorgung.

Deutsch-indische Forschungskooperation: Wasser- und Abwasserinfrastruktursysteme für smarte Zukunftsstädte
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (8/2019)
Ein deutsch-indisches Projektteam entwickelt im Kooperationsprojekt SMART&WISE Planungsmethoden und -werkzeuge für nachhaltige und zukunftsfähige Wasser- und Abwasserinfrastruktursysteme. In der ersten Projektphase wurden Smart City-Konzepte für die Siedlungswasserwirtschaft untersucht und die länderspezifischen Ausgangssituationen und Vorstellungen zusammen mit den indischen Projektpartnern und Stakeholdern erörtert.

Herausforderungen und Möglichkeiten der neuen hydrologischen Messnetze
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (8/2019)
Im Beitrag werden die Möglichkeiten der Vernetzung von Sensoren und Datenloggern bei hydrologischen Sondermessnetzen mit IP-basierenden Protokollen und dem neuen Low-Power- Netz LoRaWAN vorgestellt. Die Vor- und Nachteile von direkten LoRa-Verbindungen im Vergleich zu privaten LoRaWAN-Netzwerken mit eigenen Gateways, der Nutzung von öffentlichen LoRaWAN-Infrastrukturen und die Beachtung der sicherheitstechnischen Aspekte der IP-basierenden Protokolle werden erläutert.

Die geotechnische Sanierung des Speichers Borna
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (5/2019)
Bei geotechnischen Untersuchungen wurde festgestellt, dass weite Teile der aus Abraummaterialien hergestellten Böschungen des Speicherbeckens Borna nicht ausreichend standsicher im Sinne der gültigen Normen sind. Wegen der lockeren Lagerung der nichtbindigen Lockergesteine in Verbindung mit einer vollständigen Wassersättigung (geringen Grundwasserflurabständen) besteht hier eine latente Verflüssigungs- und Setzungsfließgefahr. Zur Vermeidung eines Initialeintrages von außen ist die Nutzung des Sees durch die Einrichtung eines Sperrbereiches stark eingeschränkt worden. Durch umfangreiche geotechnische Sanierungsarbeiten, überwiegend durch Rütteldruckverdichtung und schonende Sprengverdichtung, soll die bestehende Gefährdungslage beseitigt und eine restriktionsarme Nutzung des Speichers ermöglicht werden.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?