Den Spurenstoffen auf der Spur in Dülmen

Wirkstoffe in Arzneimitteln werden in Kläranlagen nur teilweise zurückgehalten. Restbestände gelangen mit dem gereinigten Abwasser in die Oberflächengewässer. Die Emission dieser Spurenstoffe ist daher bereits an Verwendungsstellen zu reduzieren. Hierfür bedarf es einer Aufklärung der Bevölkerung sowie der medizinischen Akteure. Über eine Kampagne zur Sensibilisierung wird berichtet.

Rückstände von Humanmedikamenten gelangen maßgeblich über drei Wege ins Abwasser: durch die natürlichen Ausscheidungen des Menschen, durch das Abwaschen von Salben sowie durch die Entsorgung von nicht mehr benötigten Resten über Spüle und Toilette. Wirkstoffe in Arzneimitteln werden in Kläranlagen nur teilweise zurückgehalten, so dass Restbestände mit dem gereinigten Abwasser in die Oberflächengewässer gelangen. Aus Sorge vor möglichen negativen Wirkungen für die Umwelt besteht Einvernehmen darüber, dass die Emission dieser Spurenstoffe bereits an Verwendungsstellen zu reduzieren ist. Hierfür bedarf es einer Aufklärung der Bevölkerung sowie der medizinischen Akteure, die eine Schlüsselrolle in diesem Zusammenhang spielen. Das hier beschriebene Projekt „Den Spurenstoffen auf der Spur in Dülmen" zeigte, dass eine solche Aufklärungsarbeit geboten ist und zur Reduzierung unerwünschter Spurenstoffe in Gewässern beitragen kann. Denn immerhin fast ein Viertel der befragten Haushalte in dieser Stadt gaben an, zumindest gelegentlich alte Medikamente bzw. Reste über das Abwasser zu entsorgen. In diesem Projekt wurden gezielte Kommunikationskampagnen durchgeführt, um Bevölkerung und Akteure des Gesundheitswesens über das Thema zu sensibilisieren. Die Wirkungen dieser Maßnahmen wurden durch sozial-empirische Untersuchungen ermittelt. Die Ergebnisse zeigten, dass die Zielgruppen grundsätzlich bereit sind, durch einen anderen Umgang mit Medikamenten mehr zum Gewässerschutz beizutragen, dass die im Projekt durchgeführten Kommunikationsmaßnahmen geeignet sind, entsprechende Verhaltensänderungen anzustoßen und dass dies mit einem angemessenen Aufwand ein Beitrag zur Verringerung der Gewässerbelastung durch Medikamentenreste an der Quelle leisten kann.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 03 2017 (März 2017)
Seiten: 8
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr. Issa Nafo

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