Hochwasser 2013 an der niederbayerischen Donau - was wurde seither gemacht?

Das im Juni 2013 bestehende Hochwasserschutzsystem an der niederbayerischen Donau zwischen Straubing und Vilshofen wurde überwiegend in den 1930er-Jahren errichtet und war auf ein etwa 30-jährliches Hochwasserereignis ausgelegt. Es besteht aus ca. 240 km Deichen und Wänden, etwa 600 km Binnenentwässerungsgräben und 42 Schöpfwerken. Dieses System schützt rund 100 000 Einwohner auf einer Fläche von etwa 240 km2.

Das staatliche Hochwasserschutzsystem am niederbayerischen Donauabschnitt Straubing-Vilshofen wurde weitgehend in den Jahren 1930-1940 gebaut und war zunächst nur auf ein Hochwasser mit etwa 30-jährlicher Wiederkehr ausgelegt. Die Anlagen wurden seit den 80er-Jahren verstärkt und vor allem in Stadtgebieten auf ein Hochwasser mit hundertjährlicher Wiederkehr (HQ100) erhöht. Das Hochwasserereignis im Juni 2013 verursachte nach mehreren Deichbrüchen aufgrund überströmter Deiche verheerende Schäden vor allem im Polder Fischerdorf-Natternberg (Stadt Deggendorf) und Niederalteich. Unmittelbar anschließend wurden vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf im Rahmen eines Sofortprogramms beschädigte Hochwasserschutzanlagen instandgesetzt und Deiche auf  einer Länge von ca. 59 km durch massive Innendichtungen verstärkt. Zwischenzeitlich wurden durch Investitionen in Höhe von mehr als 600 Mio. € insbesondere im Rahmen des Donauausbaus umfangreiche Abschnitte auf ein HQ100 ausgebaut. Weitere große Abschnitte sind bereits im Bau oder im Genehmigungsverfahren. Bauherren sind die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Bayern, jeweils gemeinsam vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf (vorgezogene Maßnahmen) und die WIGES GmbH (Donauausbau). Die vom Schutz profitierenden Kommunen sind an den Maßnahmen beteiligt.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 09 (September 2023)
Seiten: 7
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Siegfried Ratzinger

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