Naturbasierte Lösungen für den Schutz der Halligen vor dem steigenden Meeresspiegel

Die nordfriesischen Halligen sind vor dem steigenden Meeresspiegel zu schützen. In einem Multi- Stakeholder-Ansatz sollen langfristige naturbasierte Lösungen zur Verringerung der Kantenerosion und nachhaltigen Förderung des Oberflächenwachstums gefunden werden

Die nordfriesischen Halligen, flache Marschinseln im Nordfriesischen Wattenmeer, stehen vor erheblichen Herausforderungen durch den steigenden Meeresspiegel. Diese Inseln sind auf regelmäßige Überflutungen angewiesen, um durch Sedimentablagerungen zu wachsen. Traditionelle Schutzmaßnahmen wie Steindeckwerke und Igel haben sich als unzureichend erwiesen, um mit den aktuellen hydrodynamischen Veränderungen Schritt zu halten. Der Artikel untersucht innovative, naturbasierte Lösungen, die in Pilotprojekten wie dem Lüttmoor-Projekt auf Nordstrandischmoor erfolgreich getestet wurden. Maßnahmen wie die „Stöpe“ und der „Rohrkoog“ fördern die Sedimentakkumulation und tragen zur Stabilisierung der Halligen bei. Das EU-Pilotprojekt ECOHAL baut auf diesen Erfahrungen auf und zielt darauf ab, die Maßnahmen im größeren Maßstab zu implementieren. Ein Multi-Stakeholder-Ansatz, der Wissenschaftler, Anwohner, Verbände und Behörden einbindet, stellt sicher, dass die Lösungen sowohl ökologisch als auch sozial nachhaltig sind. Die Ergebnisse zeigen, dass naturbasierte Küstenschutzmaßnahmen das Potenzial haben, die Resilienz der Halligen und ihrer Ökosysteme zu erhöhen, während sie gleichzeitig den Naturschutz und die landwirtschaftlichen Interessen berücksichtigen. Der Artikel bietet einen umfassenden Einblick in die Herausforderungen und Lösungsansätze für den Schutz der Halligen und unterstreicht die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit und innovativer Ansätze im Küstenschutz.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 06 (Juni 2025)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: M. Sc. Luisa Rieth

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