Schleusenneubau mit innovativer Messtechnik

Der Neubau der Kaiserschleuse in Bremerhaven ist derzeit eines der größten Schleusenprojekte Europas. Nach einer Bauzeit von mehr als drei Jahren wird sie voraussichtlich im Frühjahr 2011 fertig gestellt. Bei der Auswahl der verbauten Komponenten wurde vor allem Wert auf die Zuverlässigkeit und eine lange Lebensdauer gelegt, um die Betriebssicherheit der Schleuse zu garantieren und Unterhaltskosten zu minimieren. Die Positionsmessung in der Antriebshydraulik übernehmen magnetostriktive Temposonics Sensoren. Sie sind in verschiedene
Sonderzylinder integriert, die sowohl die Schleusentore als auch die Hubdecken antreiben.

Mit dem „Masterplan zur Optimierung des Automobile-Logistics-Centers“ gab bremenports GmbH & Co. KG, die Hafenmanagementgesellschaft der Freien Hansestadt Bremen, den Startschuss zum Bau einer neuen Großschleuse in Bremerhaven. Die alte Kaiserschleuse erfüllte nach mehr als hundert Jahren Betriebszeit nicht mehr die Anforderungen der modernen Schifffahrt. Große Automobiltransportschiffe konnten die 185 m lange, 25 m breite und 8,5 m tiefe Schleuse nicht mehr passieren. Auch die altersbedingte hohe Reparaturanfälligkeit machte einen Neubau unumgänglich. Die neue Kaiserschleuse, die zusammen mit der Nordschleuse die Überseehäfen von Bremerhaven mit der Weser verbindet, kann mit einer Länge von 305 m, einer Breite von 55 m und einem Tiefgang von bis zu 11 m in Zukunft die größten Autocarrier der Welt aufnehmen. Aufgrund enger Platzverhältnisse wird sie um die alte Schleuse herum gebaut. Wichtigste Rahmenbedingung ist die Betriebssicherheit, da die Schleuse die Deichlinie kreuzt und stets die doppelte Deichsicherheit mit einer Schutzhöhe von +7,60 m über NN an Außen- und Binnenhaupt gewährleisten muss. Die Tore müssen die Schleusenkammer jederzeit sicher schließen und die in der Schleuse befindlichen Schiffe müssen sie immer verlassen können. Alle funktional wichtigen Komponenten sind redundant ausgelegt, so dass der Schleusenbetrieb – wenn auch mit reduzierter Geschwindigkeit – stets aufrecht erhalten werden kann. Bei der Vergabe des Bauauftrages erstellte bremenports für den wettbewerblichen Dialog zunächst einen Bauherrenentwurf mit Leistungsverzeichnis, auf deren Basis die Bietergemeinschaften ihre Entwürfe entwickelten. So floss sowohl das Planungs- und Betriebswissen des Bauherrn als auch Know-How der Bieter mit ein.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 5 / 2011 (Mai 2011)
Seiten: 4
Preis: € 10,90
Autor: Hanserdmann von Biedersee

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