Hygienische Sicherheit im Verteilungsnetz – Teil 1: Verhinderung des Eintrages von Krankheitserregern

Das technische Regelwerk des DVGW beinhaltet Anforderungen, die bei Planung, Bau und Betrieb von Wasserverteilungsanlagen zu berücksichtigen sind. Ziel ist es, das Risiko des Eintretens von Gefährdungen zu eliminieren oder zu minimieren und damit die hygienische Sicherheit zu gewährleisten. Im folgenden Beitrag werden die wesentlichen Anforderungen zusammenfassend dargestellt und mögliche Auswirkungen erläutert, falls die allgemein anerkannten Regeln der Technik nicht beachtet werden. Teil 2 des Beitrags (Ausgabe 11/2016 der „DVGW energie | wasser-praxis“) befasst sich anschließend mit dem Erkennen und Beseitigen der Ursachen mikrobiologischer Güteveränderungen und gibt damit Hinweise, wie im konkreten Fall bei einer Beeinträchtigung vorgegangen werden sollte.

Die Sicherung einer hygienisch einwandfreien Trinkwasserbeschaffenheit am Zapfhahn erfordert neben dem Schutz der Trinkwasserressource und einer den Anforderungen entsprechenden Trinkwasseraufbereitung, dass die hygienische Sicherheit auch bei der Wasserverteilung gewährleistet ist. Gefährdungen für die Trinkwasserbeschaffenheit im Verteilungsnetz ergeben sich insbesondere aus

  • dem Eintrag von Krankheitserregern von außen,
  • dem Eintrag von Stoffen aus für die Errichtung der Verteilungsanlagen verwendeten Materialien,
  • der Störung biologischer Prozesse und damit verbundenen Aufkeimungserscheinungen sowie
  • der Bildung und Mobilisierung von Ablagerungen.

Die größte mikrobiologische Gefährdung für die Trinkwasserbeschaffenheit besteht im Eintrag von Krankheitserregern von außen. Gefährdungspunkte für den Eintrag sind:

  • Trinkwasserbehälter
  • Be- und Entlüftungsventile
  • Rohrbrüche bei Unterdruck und Entleerung von Leitungen
  • Bauarbeiten im Verteilungsnetz
  • Fremdanschlüsse



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 10 - 2016 (Oktober 2016)
Seiten: 6
Preis: € 4,00
Autor: Dr.-Ing. Burkhard Wricke
Dr. rer. nat. Andreas Korth

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