Phosphor – von der Quelle bis ins Meer

Eutrophierung zählt auch in der Ostsee immer noch zu den größten Problemen für den Gewässerschutz. Obwohl Phosphor an Land oft knapp ist, ist er in Gewässern häufig im Überschuss vorhanden. Im BMBF-Verbundprojekt „PhosWaM“ werden anhand von Prozess- und Modellstudien die Quellen, Transportwege, Umsatzprozesse sowie Rückhaltemaßnahmen von Phosphorverbindungen im Einzugsgebiet der Warnow und den angrenzenden Küstengewässern untersucht.

Phosphor (P) ist in den letzten Jahren insbesondere als Rohstoff unter dem Verfügbarkeitsaspekt immer wieder in den Fokus gerückt. So wurde Phosphatgestein 2014 von der Europäischen Kommission als kritischer Rohstoff eingestuft. Auch wenn die bekannten Reserven noch einige hundert Jahre reichen können, sind geopolitische Verteilungsprobleme absehbar.

Phosphor (bzw. Phosphat) ist neben Stickstoff einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe in aquatischen und terrestrischen Ökosystemen. Während in vielen Gewässern Phosphor (hier und im Folgenden ist mit Phosphor Gesamtphosphor – TP – gemeint) im Überschuss vorhanden ist, liegt auf landwirtschaftlich genutzten Flächen im Hinblick auf Ertragsoptimierung oft ein Mangel vor. Landwirte bringen deshalb Phosphat-Dünger aus, um das Pflanzenwachstum zu unterstützen. Vor allem an hydrologische Prozesse gekoppelt gelangt Phosphor aus der Fläche in die Gewässer, aber auch Industrie- und Haushaltsabwässer spielen eine bedeutende Rolle. In den Oberflächengewässern führt ein übermäßiges Wachstum von Phytoplankton zur Erhöhung der Wassertrübung sowie zu teilweise giftigen Algenblüten, zu Sauerstoffmangel durch Zersetzung von großen Mengen pflanzlicher Biomasse und dadurch zur Freisetzung von im Sediment gebundenem Phosphor. Auf lange Sicht führt Eutrophierung zu einem Verlust der Artenvielfalt.

Eine Reduzierung der Eutrophierung und der ursächlichen Nährstoffeinträge wird durch die EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL, 2000/60/EC), die EG-Meeresstrategierahmenrichtlinie (MSRL, 2008/56EC) und den Baltic Sea Action Plan (BSAP) der HELCOM angestrebt. So fordert der BSAP eine Reduzierung der jährlichen Phosphorausträge aus den deutschen Einzugsgebieten in die Ostsee um 170 t bis 2021.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 09 2016 (September 2016)
Seiten: 5
Preis: € 10,90
Autor: Dr. Inga Krämer
Dr. Monika Nausch
Dr. Günther Nausch
Dr. rer. nat. Dr. agr. Dietmar Mehl
Dr. Barbara Deutsch

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