Phosphordynamik und Austragspfade in einem Norddeutschen Tieflandeinzugsgebiet

Im Zeitraum 1990 – 2010 sanken die Konzentrationen des gelösten reaktiven Phosphors sowie des Gesamtphosphors signifikant im Einzugsgebiet der Warnow (ca. 3.000 km2). Dabei sind aktuell ansteigende Trends des Gesamtphosphors zu beobachten. Der gelöste reaktive Phosphor und der partikuläre Phosphor gelangen über unterschiedliche Transportpfade in Oberflächengewässer.

Eutrophierung ist eine ernstzunehmende Bedrohung für Oberflächen-und Küstengewässer, die zu stärkerem Algenwachstum und anschließend zu einem steigenden Sauerstoffverbrauch führt. Diffuse und punktuelle Phosphoreinträge in Gewässer sind neben Stickstoff hauptverantwortlich für Eutrophierungserscheinungen. Die derzeitigen Empfehlungen der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser [1] für Phosphorgehalte von Oberflächengewässern liegenbei 100 μg l–1 für gelösten reaktiven Phosphor (DRP) und 150 μg l–1für Gesamtphosphor (TP). In Deutschland erfüllen seit dem Jahr2002 (dem Jahr in dem das Wasserhaushaltsgesetzt an die Europäische Wasserrahmenrichtlinie angepasst wurde) noch immer viele Gewässer nicht diese Vorgaben. Die Einführung der Phosphorfällung in Kläranlagen in den 1990er-Jahren sowie eine signifikante Reduktion des mineralischen Düngemitteleinsatzes führten zwar zu einer Verbesserung des ökologischen Zustandes der Oberflächengewässer, jedoch zeigen Monitoringprogramme der Länder, dass zahlreiche Gewässer von einem guten ökologischen Zustand noch weit entfernt sind. Die Landwirtschaft gilt als wichtigste Phosphor-Quelle in Einzugsgebieten. Über den Boden als Zwischenspeicher des in der Landwirtschaft eingesetzten Phosphors gelangt der Nährstoff über verschiedene Austragspfade in die Oberflächengewässer. Dieser Transport kann meist keiner diskreten Quelle zugeordnet werden(diffuser Transport). Eine Modellstudie des Forschungszentrum Jülich zeigte für das Land Mecklenburg-Vorpommern, dass das Verhältnis von punktuellen zu diffusen Quellen ca. 0,5 beträgt [2].Demnach sind vor allem das Grundwasser und die landwirtschaftliche Entwässerung mit 151 t P a–1 und 88 t P a–1 relevante Austragspfade(Gesamtaustrag: 477 t P a–1).Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG MV) betreibt ein umfangreiches Messnetz zum Monitoring und zur Bewertung des gewässerökologischen Zustandes. An diesen knapp 150 Messstellen im ganzen Bundeslandwerden die Konzentrationen von DRP und TP in zwei- bis vierwöchentlicher sowie der Durchfluss in täglicher Auflösung gemessen. In diesem Beitrag wird gezeigt, wie Langzeitdatenreihen in grober zeitlicher Auflösung zur Analyse zeitlicher Trends und zur
Prozessforschung genutzt werden können.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 06 - 2018 (Juni 2018)
Seiten: 4
Preis: € 10,90
Autor: Dr. Stefan Koch
Dr. agr. Petra Kahle
Prof. Dr. Bernd Lennartz

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