In-situ-Erhebung der Schädigung von Fischen beim Durchgang großer Kaplan-Turbinen

Schädigungen der heimischen Fischarten Aitel, Nase und Äsche bei der Turbinenpassage wurde mittels HI-Z-Tags an zwei mittelgroßen Laufkraftwerken untersucht. Bei juvenilen Fischen wurden Überlebensraten (48 h) zwischen 87 % und 94 % gefunden, bei den adulten Fischen zwischen 75 % und 90 %. Die geringeren Schädigungen am Murkraftwerk im Vergleich zum Draukraftwerk können plausibel durch eine geringere Zahl an Turbinenflügeln (vier statt fünf), eine geringere Fallhöhe und eine etwas langsamer laufende Turbine erklärt werden.

Bei flussab gerichteten Wanderungen von Fischen in energiewirtschaftlich genutzten Flüssen kommt es zur Passage von Wasserkraftanlagen. Wird dabei der Wanderkorridor durch Turbinen genutzt, so kann es durch verschiedene Mechanismen zu Schädigungen kommen. Diese betreffen einerseits mechanische Verletzungen („blade strike“ und „grinding“) und Druckänderungen (Barotrauma), umfassen aber auch weitere Auswirkungen etwa durch Scherkräfte und Turbulenz, Kavitation und Prädation im Unterwasser. Speziell zu den durch mechanische Einflüsse auftretenden Schädigungsraten gibt es bereits seit langer Zeit theoretische Ansätze und mittlerweile auch Modelle auf Basis von Sensorfischen sowie umfangreiche biologische Erhebungen. Letztere beschränken sich für die in Mitteleuropa heimischen Arten aber hauptsächlich auf kleine Anlagen, wo Fangnetze (Hamen) eingesetzt werden können. 



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft Heft 09 (September 2025)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Mag. Clemens Ratschan
Cory Hoffman
Maximilian Zauner
Dr. Gerald Zauner
DI Dr., MSC Andreas Zitek

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