Die Schiffshavarie des Tankmotorschiffs Waldhof aus wasserwirtschaftlicher Sicht

Am 13. Januar 2011 sank das Tankmotorschiff „Waldhof“ im Rhein bei St. Goarshausen mit 2300 Tonnen 96 %-iger Schwefelsäure an Bord. Letztlich konnte das Schiff nur geborgen werden, nachdem unter schwierigen Bedingungen Zugänge geschaffen wurden und wegen der Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für die öffentliche Sicherheit der größte Teil der Ladung dosiert in den Rhein abgepumpt wurde.

Am Morgen des 13.01.2011 wurde der Erreichbarkeitsdienst der Abteilung Wasserwirtschaft des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums außerhalb der Dienstzeit von der Wasserschutzpolizei Koblenz darüber informiert, dass ein mit 2300 t Schwefelsäure beladenes Tankschiff im Rhein in der Nahe der Loreley gekentert sei. Die Frage nach einem möglichen Ladungsaustritt könnte zu dem Zeitpunkt nicht beantwortet werden. Das Umweltministerium (MUFV) entschied dann, dass vorsorglich eine Rheininformation nach dem Warn- und Alarmplan Rhein (WAP Rhein) über die internationale Hauptwarnzentrale 5 ausgelöst wurde, um die Rheinanlieger über die Havarie zu informieren. Außerdem wurde Kontakt zur Bundesanstalt für Gewasserkunde (BfG) in Koblenz aufgenommen, die am Rhein in Koblenz, ca. 35 km unterhalb des gestrandeten Havaristen, eine Messstation betreibt, an der auch kontinuierliche pH Wert-Messungen vorgenommen werden. Schon um 11.00 Uhr am 13.01.2011 wurde das Umweltministerium von der BfG darüber unterrichtet, dass ab 10.00 Uhr eine geringe pH-Wert-Absenkung um 0,2 Einheiten festzustellen sei.
Auf Grund der Fließgeschwindigkeit des Rheins (ca. 2 m/s) und des Unfallzeitpunkts (05.00 Uhr) war es absolut plausibel, dass die geringe pH-Wert-Absenkung in Koblenz durch den Havaristen ausgelöst wurde, also doch ein Ladungsaustritt erfolgt war.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 04/2012 (April 2012)
Seiten: 6
Autor: Dr. Klaus Wendling

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