Kostenmanagement als Teil des integrierten Managements von Wildbacheinzugsgebieten in Serbien: Fallstudie Topčider-Fluss

Am Beispiel eines Projekts für integrierte Verbauung des Einzugsgebiets des Topčider-Flusses in Serbien wurden im Rahmen des Kostenmanagements, das Teil der Risikoanalyse ist, die Sicherheitsrücklagen berechnet. Für die Berechnung der Rücklagen wurde die Monte-CarloSimulation angewandt. Nach durchgeführter Simulation wurden Wahrscheinlichkeitsverteilungen für technische und biologische Arbeiten sowie die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Gesamtkosten ermittelt. Die Sicherheitsrücklagen bei den Finanzmitteln wurden aufgrund der Differenz zwischen den Kosten des projektbezogenen Kostenvoranschlags und den simulierten Gesamtkosten mit 90 % Vorkommenswahrscheinlichkeit ermittelt. Die Rücklagen betragen bei den Finanzmitteln für die Projektrealisierung 19,45 % der Kosten.

Das integrierte Management von Wassereinzugsgebieten wird definiert als kontinuierlicher und flexibler Prozess der Verwaltung menschlicher Aktivitäten innerhalb des Einzugsgebiets, einschließlich der Integration der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Komponenten zwecks Schutz und Erneuerung des Ökosystems [1]. Dieser umfassende (holistische) Ansatz bezieht auch die Festlegung gesetzlicher, verwaltungsbezogener und technischer Maßnahmen mit ein. Kostadinov [2] definiert die Wildbachverbauung als umfassenden Schutz von Boden- und Wasserressourcen durch Anwendung biologischer Maßnahmen, Maßnahmen der Bodenverwaltung zur Verbesserung und Stabilisierung der Vegetationsabdeckung auf allen bedrohten Böden, technischen Maßnahmen und Arbeiten bzw. Arbeiten und Bautätigkeiten im Wildbachbett. Die Projektrealisierung bei der Gestaltung von Wildbacheinzugsgebieten kann durch eine Vielzahl von Risikoereignissen [3] belastet sein. Hinzu kommt, dass die Kosten für die Verbauung des Einzugsgebiets relativ hoch sind, was durch die Unzugänglichkeit des Geländes, insbesondere der höher gelegenen Teile, bedingt ist [4]. Gängig ist die Praxis, auf die Risikoanalyse zu verzichten, wobei keine entsprechenden Risikoreaktionen eingeplant werden, was später die Erhöhung der Gesamtkosten für die Projektrealisierung zur Folge haben kann. Die Auseinandersetzung mit der Risikoreaktion bei der Ausführung der Arbeiten ist eine der Phasen des Formulierungsprozesses von Risikomanagement-Strategien bzw. die Ermittlung und Definition von Managementmaßnahmen im Rahmen des Projekts, durch die sich die möglichen Verluste bei Risikoereignissen auf ein Mindestmaß reduzieren lassen. Die Planung von Sicherheitsrücklagen als Strategie der Risikoreaktion umfasst die Budgetplanung (Rücklagen) für den Fall von Risikoereignissen. Die Rücklagen werden durch Geldmittel für die Entschädigung im Falle einer ungenauen Einschätzung der Gesamtkosten dargestellt [5]. Nach Baccarini [6] ist für ein effizientes Kostenmanagement die Einschätzung der Sicherheitsrücklagen besonders wichtig. Es gibt eine Vielzahl von Methoden für die Bestimmung der Sicherheitsrücklagen [7], die sich in deterministische, probabilistische und moderne mathematische Modelle [8] unterteilen lassen. Baccarini [6] zufolge ist die Monte-Carlo-Simulation eine der Methoden für die Rücklagenbewertung, die im Vergleich zu anderen Methoden bessere Ergebnisse in Bezug auf Verständlichkeit und einfache Anwendbarkeit aufweist [9]. In diesem Aufsatz wurde die Monte-Carlo-Analyse zur Simulation der Gesamtkosten für die Projektrealisierung der integrierten Verbauung des Einzugsgebiets des Topčider-Flusses eingesetzt. Aufgrund der Kostensimulation wurden die benötigten Finanzrücklagen berechnet, die im Falle unvorhergesehener Risikoereignisse zum Einsatz kommen würden.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 04 - 2019 (April 2019)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Aleksandar Baumgertel
Prof. Dr. Nada Dragović
Uni. Doc. Dr. Tijana Vulević
Uni. Doc. Dr. Sara Lukić

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