Streik und Samba: Karneval in Rio verursacht mehr als 1.000 Tonnen Abfall

Rio de Janeiro erstickt im Müll. Mehr als 10.000 Tonnen Abfall fallen täglich in der schönsten Stadt der Welt an. Normalerweise kommen sie auf die neue Mülldeponie von Seropédica. Doch seit Mitte März streiken die rund 15.000 weiblichen und männlichen Straßenkehrer des städtischen Abfallentsorgungsunternehmen Comlurb. Und die Abfallberge türmen sich in den Straßen.

Foto: N. Suchanek(21.04.2015) Während die Lebenshaltungskosten in Rio de Janeiro seit einigen Jahren mit die höchsten der Welt sind, ist die Abfallentsorgung der Weltmetropole noch immer extrem rückständig, und der Lohn der städtischen Müllarbeiter bewegt sich auf „Dritte- Welt-Niveau“. Bereits im vergangenen Jahr waren Straßenkehrer und Straßenkehrerinnen deshalb in den Streik getreten und erzwangen eine längst überfällige Lohnanpassung des Grundgehalts um 37 Prozent, von 803 Reais auf 1.100 Reais, umgerechnet rund 350 Euro. Doch auch damit lässt sich im heutigen Rio kaum eine Familie ernähren. Nun fordern die Comlurb-Mitarbeiter eine weitere Erhöhung um 40 Prozent, doch Comlurb und Bürgermeister Eduardo Paes wollen nur drei Prozent locker machen. Er verstehe das Anliegen der Streikenden, doch Brasilien stecke schlicht in einer Wirtschaftskrise, argumentiert er...


Autorenhinweis: Norbert Suchanek, Rio de Janeiro
Foto: N. Suchanek, Rio de Janeiro



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Nr. 04/05 - Mai 2015 (April 2015)
Seiten: 1
Autor: Norbert Suchanek

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