Energieeffizienz zahlt sich aus - Einführung eines Tools zur Lebenszykluskostenberechnung bei Investitionsentscheidungen

Energieeffizienz ist ein zentrales gesellschaftliches Thema, dem es sich aus technischer, wirtschaftlicher und ökologischer Perspektive zu stellen gilt. Nach Berechnungen des Zentralverbands der Elektrotechnischen Industrie e.V. (ZVEI) könnten in industriellen und kommunalen Einrichtungen in Deutschland allein durch eine anforderungsgerechte Automatisierungstechnik Energieeinsparungen von 10 % bis 25 % erreicht werden. Das entspricht 88 Mrd. Kilowattstunden Energieäquivalente. Auf diese Weise ließen sich in Deutschland jährlich bis zu 7 Mrd. Euro an Energiekosten einsparen. Und diese Zahl gilt noch immer, obwohl einige Firmen bereits umfangreiche Maßnahmen zur effizienteren Nutzung der Energie eingeführt haben.

Doch der Entscheidungsprozess wird noch immer durch die vorherrschende Meinung beeinflusst, dass Energieeffizienz- und Klimaschutzmaßnahmen gleichbedeutend mit höheren Kosten sind. Diese Behauptung greift aber i. d. R. zu kurz: Investitionen in Automatisierungstechnologien zielen vor allem auf Anlagenzuverlässigkeit, Reduzierung der Energiekosten und Reduzierung der Emissionen ab, um so eine Senkung der Produktionskosten insgesamt zu erreichen. Die Vorteile solcher Investitionen werden jedoch nur anhand einer Berechnung über den gesamten Lebenszyklus deutlich. Wer sich bei der Betrachtung allein auf die Anschaffungskosten oder die Amortisationszeit konzentriert, verfolgt eine zu kurzsichtige Strategie.
Die Verordnung über öffentliche Ausschreibungen beinhaltet bereits die Berücksichtigung von Lebenszykluskosten und Energieeffizienz, doch das Fehlen geeigneter Berechnungsmethoden führt dazu, dass diesen Faktoren in der Praxis nicht die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt wird. Auch heute wird das Kriterium „Wirtschaftlichkeit“ vor allem noch immer mit „niedrigste Anschaffungskosten“ gleichgesetzt.
Um die Berücksichtigung der Lebenszykluskosten im öffentlichen und privaten Sektor zu unterstützen, haben der ZVEI und Deloitte in Zusammenarbeit ein praktisches Tool zur Berechnung der Lebenszykluskosten entwickelt. Das Ziel ist, Investitionsalternativen auf transparente Art darzustellen und die Möglichkeit zu bieten, sie im Hinblick auf Energieeffizienz und wirtschaftliche Auswirkungen miteinander zu vergleichen.



Copyright: © DIV Deutscher Industrieverlag GmbH
Quelle: GWF 10/2012 (Oktober 2012)
Seiten: 5
Preis: € 5,00
Autor: Dr.-Ing. Heidrun Tippe

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