Kinder dürfen auch laut sein

Kinder lachen, singen, schreien, streiten, toben und spielen. Für die einen ist das „Lärm“. Für die anderen gehören diese Geräusche zum normalen Entwicklungsprozess in der Kindheit dazu. Am Kinderlärm scheiden sich die Geister. Denn genau hier liegt Konfliktpotenzial. Lärm von Kindertagesstätten, Kinderspielplätzen und Bolzplätzen ist häufig Gegenstand von nachbarschaftlichen Streitigkeiten.

Kinderbetreuung auszubauen, ist eine Zunahme der Konflikte zu erwarten. Immer wieder beschäftigen sich die Gerichte mit Klagen von Anwohnern gegen bestehende oder geplante Kindertagesstätten oder Kinderspielplätze. Haben solche Klagen Erfolg, kann dies zu kostspieligen Investitionen in Lärmschutzmaßnahmen oder zu einer starken Einschränkung der Nutzungsmöglichkeiten von Spielstätten führen (insbesondere von Außenflächen); im schlimmsten Fall müssen Einrichtungen geschlossen oder dürfen erst gar nicht eröffnet werden. Auch wenn die Gerichte überwiegend kinderfreundlich entschieden haben, gibt es viele Beispiele, bei denen die Einrichtungen für Kinder das Nachsehen hatten. Für Aufsehen sorgte etwa der Fall der Kita „Marienkäfer“ in Hamburg-Marienthal. Diese musste umziehen, weil sie den Nachbarn zu laut war. Anwohner hatten erfolgreich gegen den Lärm der Kinder geklagt. Aber auch am neuen Standort gab es Beschwerden. Der Kita-Betreiber musste schließlich eine Lärmschutzwand errichten. Ziel des nun vorliegenden Entwurfs eines „Gesetzes zur Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes – Privilegierung des von Kindertageseinrichtungen und Kinderspielplätzen ausgehenden Kinderlärms“ ist es, Kindereinrichtungen ausdrücklich gesetzlich zu privilegieren. Im Folgenden werden Ziele und Inhalt des Gesetzentwurfs vorgestellt. Vorab wird zur Einordnung die gesetzliche Ausgangslage des Lärmschutzes im Bereich Kinderlärm skizziert.



Copyright: © Lexxion Verlagsgesellschaft mbH
Quelle: Heft 02 - 2011 (April 2011)
Seiten: 5
Preis: € 20,00
Autor: Anna Mainzer
Korbinian Wagner

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